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In Rheinland-Pfalz lebende Iraner haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) um Unterstützung gebeten. In einem offenen Brief machen sie auf die jüngsten Proteste in ihrem Herkunftsland aufmerksam.

Der Sprecher des Demokratischen Forums der Iraner, Behrouz Asadi, sagte, "die Zahl der Toten steigt und die Verhaftungswelle hört nicht mehr auf." Diese Gruppe versteht sich nach Angaben Asadis als überparteiliche Vereinigung, die für Demokratie und Menschenrechte im Iran eintritt. In Rheinland-Pfalz leben nach Angaben des Statistischen Landesamts mehr als 4.700 Iraner.

Amnesty: Mindestens 208 Tote bei Protesten

Eine von Präsident Hassan Ruhani angeordnete Erhöhung der Benzinpreise und die Rationierung von Kraftstoff bildeten Mitte November den Auslöser landesweiter Proteste, gegen die Sicherheitskräfte gewaltsam vorgingen. Dabei kamen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International 208 Menschen ums Leben. Nach offiziell unbestätigten Angaben gab es zudem mehr als 1.000 Festnahmen - unter ihnen 180 Menschen, denen die Todesstrafe droht.

Demokratisches Forum: Iranisches Volk braucht Solidarität

Mit einer zeitweisen Internetblockade sorgte Teheran dafür, dass kaum Informationen der Proteste verbreitet werden konnten. "Das iranische Volk braucht Solidarität und Unterstützung", heißt es in dem offenen Brief. Diese bleibe bislang leider aus. Das Demokratische Forum der Iraner forderte Dreyer auf, sich für die Freilassung von Inhaftierten einzusetzen.

Diese Forderung enthält auch ein zweiter offener Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Aus der Staatskanzlei in Mainz hieß es, dass die Ministerpräsidentin dem Verfasser persönlich antworten werde.

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