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In der französischen Grenzregion häufen sich Infektionen mit dem mutierten Coronavirus. Ministerpräsidentin Dreyer nennt die Entwicklung besorgniserregend, will aber die Grenzen zu Frankreich vorerst nicht schließen.

Mehr als 300 Infektionen mit den ansteckenderen Virus-Varianten haben die französischen Behörden in den vergangenen Tagen im Nachbar-Departement Moselle nachgewiesen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte dem SWR, man betrachte die Entwicklung bei den Nachbarn sehr aufmerksam.

Der Bürgermeister von Metz forderte nach Angaben französischer Medien wegen der vielen Ansteckungen eine Ausgangssperre für das Departement Moselle. Am Freitag sei auch Gesundheitsminister Olivier Véran für Beratungen in Metz eingetroffen.

Corona-Mutationen: Rheinland-Pfalz mit Frankreich im Austausch

Rheinland-Pfalz stehe in regelmäßigem Austausch mit den französischen Behörden und den anderen Grenzanrainern, um im Fall der Fälle unmittelbar Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, so Dreyer. Wenn die Inzidenzen hochgehen sollten, werde Rheinland-Pfalz das in Absprache mit den Nachbarländern organisieren, etwa mit vielen Tests beim Grenzübergang.

Es bleibe beim Ziel, Grenzkontrollen und Grenzschließungen wenn möglich zu vermeiden. Im gemeinsamen "Morgenmagazin" von ARD und ZDF sagte Dreyer am Freitag dazu: "Wir wollen gemeinsam managen, dass wir es schaffen, die Pandemie zu bewältigen".

Klar sei aber auch: Der Infektionsschutz stehe im Vordergrund - es gelte die Einreiseverordnung des Bundes. Sollte die Bundesregierung das benachbarte Frankreich also als Virusvariantengebiet einstufen, würde die Einreise nach Deutschland stark beschränkt - so wie das ab Sonntag zum Beispiel für Tschechien gelten wird.

Grenzkontrollen zum Schutz vor Virus-Mutationen

Weil sich die Mutanten in Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol stark verbreiten, kontrolliert die Bundespolizei ab Sonntag diese Grenzen. Einreisen darf nur noch, wer in Deutschland wohnt oder zum Beispiel im medizinischen Bereich arbeitet.

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) brachte mögliche Grenzkontrollen wie im vergangenen Frühjahr ins Gesrpäch. Wenn sich die Virusvarianten in den Nachbarländern immer stärker ausbreiteten, drohten Kretschmann zufolge im Extremfall auch Grenzschließungen.

Bereits im Frühjahr nationale Grenzkontrollen

Beim ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es herbe Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter gelitten haben.

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