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Der bundesweite Lockdown zur Corona-Bekämpfung geht bis in den März hinein, erste Lockerungen gibt es aber, sie betreffen unter anderem die Schulen. Darüber entscheiden die Länder - in Rheinland-Pfalz geht es nach Fastnacht wieder in Präsenz los.

Die Kinder der ersten vier Klassen in Rheinland-Pfalz dürfen in der übernächsten Woche wieder in die Schule. Die Landesregierung habe im Einklang mit den Bund-Länder-Beschlüssen vom Mittwoch beschlossen, "nach der Fastnachtswoche durchzustarten mit Wechselunterricht in der Grundschule", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Mainz. Auch in der Orientierungsstufe der weiterführenden Schulen, also in den 5. und 6. Klassen, werde es im März einen Übergang zum Wechselunterricht geben.

"Es ist klar, dass mit Schulen und Kitas die ersten Schritte gemacht werden müssen", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstagmorgen im Ältestenrat des Landtags in Mainz.

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Schreiben von Bildungsministerin Hubig an die Eltern

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig richtete ein Schreiben an die Eltern im Land. Sie hatte zuvor über die Beschlüsse mit Vertretern der Lehrkräfte, Schulleitungen, dem Landeselternbeirat und der Landesschülervertretung beraten. Dabei wurde das weitere Vorgehen festgelegt.

Sie sei sich "sehr bewusst, dass die aktuelle Situation für Sie aber vor allem auch für Ihre Kinder sehr belastend ist", schrieb Hubig den Eltern und Sorgeberechtigten. "Kinder brauchen ihre Schule, nicht nur zum Lernen, sondern auch für soziale Kontakte."

Anlasslose Schnelltests für Lehrkräfte und Erzieherinnen

Lehrkräfte und Erzieherinnen können sich ab sofort in den Kitas anlasslos auf Corona testen lassen. Mehr Sicherheit in Klassenzimmern und Kitas sollen vermehrte Schnelltests bringen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll außerdem prüfen, sie bei den Impfungen vorzuziehen.

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Reaktionen auf die Schulöffnungen in Rheinland-Pfalz

Die Oppositionsfraktionen im rheinland-pfälzischen Landtag haben die von der Landesregierung geplanten teilweise Schulöffnungen unterschiedlich bewertet. Die CDU-Abgeordnete Anke Beilstein forderte, Bildungsministerin Hubig müsse nun alle notwendigen Voraussetzungen schaffen, damit ein sicherer Unterricht möglich sei. Außerdem müsse das Land die Digitalisierung der Schulen vorantreiben.

Der AfD-Landeschef Michael Frisch kritisierte, auch wenn die Öffnungsschritte zu begrüßen seien, sei nicht zu leugnen, dass viele Kinder und Jugendlichen vorerst weiter auf der Strecke blieben. Alle Schulen sollten geöffnet werden.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Klaus-Peter Hammer begrüßte es, dass demnächst der Wechselunterricht beginne. Das entspreche dem Wunsch vieler Eltern und Lehrer. Hammer sprach sich allerdings gegen Präsenzunterricht mit ganzen Klassen aus.

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) ist froh über die Öffnung der Grundschulen im Wechselunterricht. Oliver Pick, stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands und Schulleiter der Grundschule Idesheim in der Eifel, hält den Unterricht im Klassenzimmer für pädagogisch wichtig. Er geht davon aus, dass der Hygieneplan des Landes für die Schulen zeitnah nochmal überarbeitet wird und dass es mit einer Woche genügend Vorlauf für die Umsetzung gebe. Außerdem sei es wichtig für die Familien zu Hause, dass jetzt Entlastung komme.

Kulturrat: Schulklassen in Museen und Kinos unterrichten

Der Deutsche Kulturrat in Berlin forderte die Länder auf, bei ihren Konzepten zur Öffnung der Schulen und Kindertagesstätten die Kulturorte einzubeziehen und die bestehenden Kapazitäten zu nutzen. "Warum nicht eine Schulklasse im Museum, im Theater, im Kino, in der Jugendkunstschule, in der Musikschule, in der Bibliothek, im soziokulturellen Zentrum oder an einem anderen Kulturort unterrichten?", heißt es in einer Mitteilung des Lobbyverbandes deutscher Kulturorganisationen.

Länder entscheiden selbst über Schulöffnungen

Für die Öffnung der Schulen nach der weitgehenden Schließung im Corona-Lockdown wird es keine bundesweit einheitliche Regelung geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs hatten bei ihrer Videokonferenz vereinbart, dass darüber die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit selbst entscheiden.

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