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Rheinland-Pfalz gehört zur Spitzengruppe bei den Corona-Schutzimpfungen in Deutschland. Lieferengpässe erzwingen jetzt aber eine längeren Pause bei den Erstimpfungen. Die Verabreichung der zweiten Dosis hat Vorrang.

Wegen der Lieferengpässe des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer werden in den Impfzentren in Rheinland-Pfalz in den kommenden drei Wochen ausschließlich zweite Spritzen gesetzt. Die Erstimpfungen müssten solange ausgesetzt werden, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz.

Die Landesregierung plant aber, dass sich bestimmte Menschen per Antrag früher impfen lassen können, als die Verordnung des Bundes es bisher vorsieht. Wie Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler mitteilte, gehe es um Menschen mit seltenen und schweren Vorerkrankungen.

Ausnahmen möglich

Die Anträge selbst und weitere Details sollen bis Ende der Woche auf der der Internetseite des Ministeriums abrufbar sein. Die CDU-Opposition im Land hatte bereits vor Wochen Ausnahmen für Härtefälle gefordert. Der CDU ging es vor allem um schwer kranke, beatmete und zuhause gepflegte Menschen – beispielsweise Patienten die an der Muskelkrankheit ALS leiden.

Ob Lehrer und Erzieher - nach den Vorgaben des Bundes in der dritten Prioritäts-Gruppe - früher geimpft werden könnten, entscheide der Bund. Vorstellbar sei dies, wenn das dritte Vakzin Astrazeneca am Freitag nicht für alle Altersgruppen zugelassen werde. Zur Zeit werden vor allem Menschen in Altenheimen, Menschen ab 80 Jahren sowie Mitarbeiter in Pflegeheimen und Krankenhäusern geimpft. Alle anderen müssen warten.

Dreyer fordert einen Impfgipfel

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) fordert derweil einen Impfgipfel. "Überall in Deutschland stehen Impfstraßen weitgehend leer, denn die zugesagten Impfstoffe werden nicht wie versprochen geliefert", sagte Dreyer dem "Spiegel". Auf dem Gipfel sollten verbindliche Absprachen über die Lieferung der Corona-Impfstoffe getroffen werden.

"Wir brauchen einen klaren und transparenten Impfstoffplan für die kommenden Monate", sagte Dreyer. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte einen Impfgipfel von Bund, Ländern und Wirtschaftsvertretern gefordert - möglichst noch vor Ende kommender Woche.

Keine konkrete Angaben zu weiteren Lieferungen

Das Bundesgesundheitsministerium habe noch keine konkreten Angaben zur Lieferung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nach dem 15. Februar gemacht und auch für den Impfstoff des US-Herstellers Moderna gebe es noch keinen konkreten Liefertermin, kritisierte Bätzing-Lichtenthäler. Das sei "zunehmend ärgerlich", weil dies die Planung erschwere.

Wenn nach dem 16. Februar alles wie zugesagt geliefert werde, sei das Ziel aber noch zu halten, allen Rheinland-Pfälzern bis nach den Sommerferien einen Impftermin anzubieten. Spätestens im 2. Quartal sei laut Bundesgesundheitsministerium mit deutlich größeren Mengen des Impfstoffs zu rechnen. Gemeinsam mit dem Hausärzteverband werde derzeit eine Impfstrategie für bettlägerige und immobile Menschen über 80 Jahren erarbeitet, sagte Wilhelm.

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