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Politiker und Virologen in Deutschland diskutieren wegen Corona über eine Verlängerung der Winterferien. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig (SPD) ist dagegen - will aber mit den Kollegen aus den Bundesländern darüber sprechen.

Sie persönlich sehe den Vorschlag kritisch, gehe aber offen in den Austausch mit den Kollegen der Kultusministerkonferenz (KMK), sagte Stefanie Hubig am Dienstag. Sie ist derzeit KMK-Präsidentin. Die Ressortchefs der Länder beraten am Freitag in einer Videokonferenz über die Corona-Pandemie.

Es sei fraglich, so Hubig, ob verlängerte Ferien die Pandemie überhaupt eindämmen könnten. "Wenn man schaut, wo derzeit die Infektionen entstehen und weitergegeben werden, dann sind das nicht die Schulen", so Hubig. Dazu stellten sich noch weitere Fragen, die den Ablauf des Schuljahres, Abschlussprüfungen und Organisation beträfen. In Rheinland-Pfalz beginnen beispielsweise bereits Ende Januar die schriftlichen Prüfungen zum Abitur.

"Vor allem aber würde das auch unsere Eltern wieder vor neue Herausforderungen stellen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so die Ministerin.

Auch Gesundheitsministerin skeptisch

Auch Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) steht dem Ferien-Vorstoß skeptisch gegenüber. Das oberste Ziel sei nicht, über Ferienregelungen nachzudenken, sondern, dass Kita und Schule weiterlaufen könnten, sagte sie dem SWR. Derzeit sei nicht der richtige Moment, um über längere Winterferien zu diskutieren.

Hubig: Schule wichtiger Ort des Lebens und Lernens

Ministerin Hubig hatte am Montag betont, dass die Zeit der Schul- und Kita-Schließungen im Frühjahr deutlich gezeigt habe, wie wichtig Schule und Kita als Ort des Lernens und des Lebens seien. Daher bitte sie alle, sich an die Corona-Schutzregeln zu halten und damit ihren Beitrag dafür zu leisten, dass die Kinder und Schüler auch weiter ihr Recht auf Bildung verwirklichen könnten.

Unionspolitiker: Schüler mit Ferienverlängerung schützen

Die Debatte ausgelöst hatten zwei Unionspolitiker - der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß und sein Fraktionskollege im Bundestag, Stephan Pilsinger (CSU). Zwei bis drei Wochen länger zu Hause bleiben könnte Schüler vor dem Virus schützen, argumentieren sie. Die Ferien an Ostern und im Sommer könnten im Gegenzug entsprechend gekürzt werden.

Bereits vor Schuljahresbeginn hatten Virologen in einer gemeinsamen Stellungnahme vor einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko an Schulen gewarnt. Vor allem in den Wintermonaten sei ein weiterer Anstieg der Infektionen möglich. Um die Infektionsaktivität zu verringern, brachten die Virologen auch eine Ausdehnung der Weihnachtsferien ins Spiel.

SchülerInnen-Vertretung kritisiert CDU-Vorstoß

Die LandesschülerInnen-Vertretung Rheinland-Pfalz kritisierte den Vorschlag der CDU, die Winterferien wegen der Coronakrise zu verlängern. Miriam Weber, Beauftragte für den Donnersbergkreis, erklärte, schon jetzt müssten Schülerinnen und Schüler zu viel Schulstoff nachholen. Der Bundeselternrat zeigte sich dagegen offen für die Idee.

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