STAND

Die Landesregierung setzt verstärkt auf digitales Lehren und Lernen. Dafür werden verschiedene Programme von einem einheitlichen Angebot abgelöst.

Rheinland-Pfalz treibt im neuen Schuljahr die Entwicklung eigener Digitalplattformen für den Unterricht voran. Das Bildungsministerium in Mainz teilte in der Antwort auf eine Landtagsanfrage des Grünen-Abgeordneten Daniel Köbler mit, bis zum kommenden Jahr werde der "Schulcampus RLP" für alle Schulen als "digitale Arbeitsumgebung für Lehrende sowie Schülerinnen und Schüler" bereitgestellt. Daneben werde im Schuljahr 2020/21 das Open-Source-System "Big Blue Button" (BBB) für Videokonferenzen auf landeseigenen Servern bereitgestellt.

Am kommenden Montag soll der Unterricht in Rheinland-Pfalz im Regelbetrieb beginnen - ohne Maskenpflicht im Klassenraum. Für den Fall einer deutlichen Zunahme der Corona-Infektionen oder lokaler Ausbrüche hat das Bildungsministerium zwei weitere Szenarien vorbereitet: abwechselnd Präsenzunterricht und Fernunterricht oder nur Fernunterricht. "Mit den Erfahrungen der letzten Wochen haben wir zum einen deutlich an Flexibilität für die kommende Zeit gewonnen und zum anderen Perspektiven für einen zeitgemäßen Unterricht auch nach Corona eröffnet", erklärte Köbler als bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion zur Antwort des Ministeriums. "Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen und am Ball zu bleiben."

Verschiedene Plattformen sollen von einheitlichem Angebot abgelöst werden

An den Schulen gebe es eine große Offenheit und Bereitschaft für digitales Lehren und Lernen. Bislang werde das digitale Lernen aber von vielen verschiedenen Systemen, Lernplattformen und Tools erschwert. "So werden teilweise innerhalb einer Schule unterschiedliche Kommunikationswege und Lernplattformen genutzt, was zu großem Durcheinander führen kann." Mit der Integration bisheriger Anwendungen könne der Schulcampus als einheitliche digitale Lernplattform Abhilfe schaffen. An der Entwicklung des Schulcampus' waren bisher sieben Pilotschulen beteiligt. Jetzt beginne die Pilotphase mit 48 Schulen und sieben Studienseminaren, teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) in der Antwort mit.

Video herunterladen (5,8 MB | MP4)

Landeseigene Server und Open-Source-Software für Videokonferenzen

Der Schulcampus integriere unter anderem die Lernplattform "Moodle", die Mediathek "Omega" mit mehr als 21.000 Lernmaterialien und die Plattform "Curriculum" für digitale Lehrpläne. Auch eine zentrale Dateiablage sei in der Schulcampus-Cloud von überall verfügbar. Die Bedeutung von Videokonferenzen im Fernunterricht wurde während der Zeit der Schulschließungen ab Mitte März deutlich. Als Übergangslösung wurde Ende April das kommerzielle System "Cisco Webex" angeschafft.

Dieses wurde im Juli nach Angaben des Ministeriums von 18.000 Lehrkräften an 800 Schulen genutzt, mit täglich bis zu 1.800 Videokonferenzen. Es soll nun im neuen Schuljahr von BBB abgelöst werden. Bei Open-Source-Software ist der Quellcode für alle offen zugänglich und kann von allen am Projekt beteiligten Programmierern verbessert werden, etwa für eine größtmögliche Sicherheit. Die digitale Kommunikation läuft dann nicht mehr über Großrechner (Server) des kommerziellen Anbieters, sondern über die landeseigene Infrastruktur.

Schulstart in Rheinland-Pfalz Das gilt für Schüler und Lehrer ab Montag

Ab Montag, 17. August, wird es in Rheinland-Pfalz wieder regulären Präsenzunterricht geben. Das heißt: alle Schüler müssen zu den jeweils üblichen Zeiten wieder in der Schule sein. Und es gelten einige Auflagen.  mehr...

Bundesärztekammer-Präsident zum Schulstart "Wir sind es den Kindern schuldig"

Am 17. August beginnt in Rheinland-Pfalz die Schule. Wegen Corona ist der Betrieb mit etlichen Hygienemaßnahmen verbunden. Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt erklärt im SWR1-Interview, warum ein Regelbetrieb seiner Ansicht nach trotzdem notwendig ist.  mehr...

Umfrage des Landeselternbeirats zur Corona-Krise Mehrzahl der Eltern für regulären Schulbetrieb

Ein überwiegender Teil der Eltern in Rheinland-Pfalz ist einer Umfrage zufolge für einen regulären Schulbetrieb nach den Sommerferien. Zudem hält eine deutliche Mehrheit eine Maskenpflicht für sinnvoll.  mehr...

Schulschließungen wegen Corona Lehrer in Rheinland-Pfalz fordern "klare Linie" und frühere Infos

Seit Wochen sind die Schulen wegen Corona im Ausnahmezustand. Die Lehrerverbände fordern von der Politik klare Vorgaben - bei den Strukturen des digitalen Unterrichts und bei einer Wiedereröffnung der Schulen.  mehr...

Digitale Schule in Sprendlingen So lernen Schüler in Corona-Zeiten von zuhause

Schule zu, hurra Ferien? Im digitalen Zeitalter geht das Lernen weiter, auch wenn Schultore wegen Corona verschlossen sind. Als 'Digitale Schule' ist die IGS Gerhard Ertl gut gerüstet - eine Herausforderung ist es dennoch.  mehr...

Schulen bereiten sich auf Schließungen vor Digitaler Unterricht wegen Coronavirus

Schulen in Rheinland-Pfalz bereiten sich auf mögliche Schließungen wegen des Coronavirus' vor. Über das Internet soll der Lernstoff versendet und Fragen beantwortet werden.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

STAND
AUTOR/IN