Ein Flüchtling arbeitet an einer Maschine. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Christoph Schmidt/dpa)

DGB-Ausbildungsreport 2020

Corona verschärft Lage von Azubis in Rheinland-Pfalz

STAND

Die Folgen der Corona-Pandemie sind auch auf dem Ausbildungsmarkt in Rheinland-Pfalz zu spüren. Das geht aus dem Ausbildungsreport 2020 hervor, den der DGB vorgestellt hat.

"Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nimmt seit Jahren stetig ab, und die Corona-Pandemie hat die Situation am Ausbildungsmarkt weiter verschärft", erklärte der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Dietmar Muscheid. So sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2020 um 8,2 Prozent eingebrochen.

Und das, obwohl man neue Fachkräfte benötige, um die Herausforderungen im digitalen und ökologischen Wandel zu meistern. Daher müssten sich alle Betriebe an deren Ausbildung beteiligen. Schließlich würden sie am Ende auch von gut qualifizierten Kräften profitieren. "Wir fordern deshalb eine umlagefinanzierte Ausbildungsgarantie und eine noch bessere Begleitung junger Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf“, so Muscheid weiter. 

Video herunterladen (4,9 MB | MP4)

Corona erschwert Weg zum Ausbildungsbetrieb

Auch der Weg zum Ausbildungsbetrieb habe sich durch Corona für die jungen Leute erschwert. "40 Prozent der Auszubildenden können ihren Ausbildungsbetrieb mit öffentlichen Verkehrsmitteln weniger gut oder gar nicht erreichen. Diese Zahlen haben sich seit 2014 sogar deutlich verschlechtert", berichtete Hannah Meuler, Gewerkschaftssekretärin in der Abteilung Jugend und Jugendpolitik. Sie fordert deshalb, dringend in das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs zu investieren und ein landesweites Azubi-Ticket für 365 Euro pro Jahr einzuführen.

Forderung nach Wohnheimplätzen für Azubis

Ein Umzug in die Nähe der Ausbildungsstelle sei für die wenigsten Azubis realisierbar. Zwar äußerten rund 65 Prozent der Befragten den Wunsch, in einer eigenen Wohnung zu leben. Verwirklichen konnten ihn jedoch nur 18,6 Prozent. Um junge Menschen in der Ausbildung unabhängiger vom Geldbeutel der Eltern zu machen, fordert die DGB-Jugend, aber auch die Allianz für Aus- und Weiterbildung sowie der Westdeutsche Handwerkskammertag, mehr Wohnheimplätze für Auszubildende zu schaffen, wie sie auch Studierenden zur Verfügung stehen.  

Privates für den Chef erledigen

Trotzdem sind fast 70 Prozent der Azubis zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Das sei ein hoher Wert. Allerdings lag er 2012 auch schon mal bei gut 75 Prozent. Unzufrieden seien die jungen Leute vor allem, weil sie sich von den Ausbildern nicht genug betreut fühlten oder ausbildungsfremde Tätigkeiten übernehmen sollten. 2020 gaben knapp 38 Prozent der Azubis an, dass sie solche Tätigkeiten erledigen sollten, wie zum Beispiel Privates für den Chef. Und: Rund zwei Drittel der jungen Frauen und Männer wissen nicht, ob sie nach der Ausbildung im Betrieb übernommen werden.

Ludwigshafen

IHK Pfalz - Hotline-Tag für Azubis Berufswahl in Corona-Zeiten schwierig

Mit einem "Hotline-Tag" hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz am Dienstag in Ludwigshafen Schulabgänger über Berufsangebote infomiert. Berufsberater standen dafür am Telefon zur Verfügung.  mehr...

Baden-Baden

Menschen aus SWR3Land erzählen Ausbildung gesucht? Hier könnte dein Traumjob mit dabei sein!

Stell dir vor, es ist Ausbildungsbeginn und keiner geht hin. Viele Betriebe in SWR3-Land suchen noch nach Auszubildenden. Wir wollen dir helfen, trotz der Corona-Pandemie, deinen Traumjob zu finden!  mehr...

Forderungen zur Landtagswahl Handwerk will bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung

Im Vorfeld der Landtagswahl fordert das Handwerk eine wirtschaftsfreundliche Politik - während und vor allem nach der Corona-Krise. Vor allem müsse es bessere Rahmenbedingungen für die Ausbildung geben, damit der Fachkräftemangel behoben werden könne.  mehr...

STAND
AUTOR/IN