Drei farbige Luftballons mit einer Friedenstaube schweben im Wind. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Caroline Seidel )

Aktionen zum 11. März

Für Frieden, gegen Terror und Atomkraft

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In Rheinland-Pfalz sind am Freitag viele Menschen gegen Krieg, Terror und die Gefahr von Atomkraft auf die Straße gegangen. Anlass war unter anderem der Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Fukushima.

Am 11. März 2011 wurde Japan von einer Katastrophe heimgesucht: Ein starkes Seebeben löste einen Tsunami aus, der auch das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi überspülte und dort zur Kernschmelze führte.

Auf Gefahren der Atomkraft aufmerksam machen

Vertreter von Politik und Umweltverbänden haben den Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima an diesem Freitag zum Anlass genommen, um auf die Gefahren der Atomkraft hinzuweisen - auch im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine und die Besetzung dortiger Atomkraftwerke durch russische Truppen.

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Tausende fordern Frieden in der Ukraine

In Rheinland-Pfalz haben heute Tausende Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. In Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis) etwa zogen rund 2.100 Teilnehmer und Teilnehmerinnen von drei Schulen durch die Straßen. Im südpfälzischen Annweiler beteiligten sich 1.200 Menschen an einer Friedensdemo. In Trier schlossen sich mehr als 1.000 Menschen zu einer Menschenkette zusammen. In Polch (Kreis Mayen-Koblenz) bildeten hunderte Schüler und Lehrkräfte einen Demonstrationszug.

Die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende der Grünen, Misbah Khan, sagte angesichts des Gedenktages an die Reaktorkatastrophe: "Nicht nur bei Naturkatastrophen oder einem Super Gau, auch bei gezielten Angriffen, sind die Menschen dem großen Schaden der Atomkraft hilflos ausgesetzt, die diese für den Menschen unbeherrschbare Technologie verursachen kann." Das Risiko der Nutzung von Atomkraft sei aktuell sichtbar wie selten. "Angriffe auf die Kernkraftwerke in der Ukraine und der gewalttätige Konflikt in der europäischen Nachbarschaft zeigen uns dieses Risiko."

Weiße Chrysanthemen zur Erinnerung an Katastrophe

In Mainz fand eine Kundgebung des Anti-Atomkraft-Bündnis Mainz vor dem Staatstheater statt. Dazu zählten unter anderem der BUND Rheinland-Pfalz, Greenpeace und Fridays for Future. Am Gutenbergdenkmal wurden zudem etwa 100 weiße Chrysanthemen abgestellt - in Japan gelten diese als Blumen der Trauer. Wegen der Angriffe auf Atomkraftwerke in der Ukraine werde außerdem die Forderung nach Frieden im Vordergrund stehen, hieß es vom Anti-Atomkraft-Bündnis. Gleichzeitig wolle man darauf hinweisen, dass Atomkraft keine sichere und nachhaltige Energiequelle sei. Die Veranstalter rechnen mit etwa 500 Teilnehmenden.

In Trier erinnerte eine Mahnwache an die Atomkatastrophe von Fukushima. Gleichzeitig sollte ein Zeichen gegen den Ukraine-Krieg gesetzt werden, teilte das Anti-Atom-Netz Trier mit. Russlands Präsident Wladimir Putin nutze die Atomkraft im Krieg gegen die Ukraine als Mittel zur Einschüchterung und Bedrohung. Die Mahnwache sei daher ein doppeltes Zeichen: Gegen Atomkraft und gegen den Krieg.

Zuganschläge in Madrid am 11. März 2004

Der 11. März ist allerdings nicht nur mit der Reaktorkatastrophe in Fukushima verbunden. Am 11. März 2004 verübten islamistische Terroristen Anschläge in Zügen der spanischen Hauptstadt Madrid. Es gab 191 Todesopfer.

Das Bundeskabinett hatte Mitte Februar beschlossen, den europäischen Gedenktag für die Opfer terroristischer Gewalt am 11. März fortan auch national zu begehen. Für diesen Tag ist Trauerbeflaggung an den Dienstgebäuden des Bundes angeordnet. Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nimmt den Gedenktag zum Anlass, um der Opfer von Terroranschlägen zu gedenken.

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Trauerbeflaggung für Opfer von Terrorismus

"Terroristische Anschläge haben unser Land in den vergangenen Jahren immer wieder erschüttert und unermessliches Leid gebracht. Viele Menschen haben dabei ihr Leben verloren, noch mehr wurden verletzt und traumatisiert. Viele leiden ihr Leben lang an den Folgen. Wir wollen deutlich machen, dass wir die Opfer und ihre Angehörigen nicht vergessen" so Dreyer.  

"Anschläge, wie wir sie in Hanau oder Halle erlebt haben, zeigen uns die traurige Aktualität dieser Bedrohung. Wir alle müssen uns immer wieder gegen Hass, Extremismus und Terror zur Wehr setzen. Auch dafür ist dieser Gedenktag eine Mahnung", so die Ministerpräsidentin weiter.

Auch in Rheinland-Pfalz wird die Trauerbeflaggung an Dienstgebäuden des Landes anlässlich des Gedenktags vorgenommen.

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