2022 bringt einige Änderungen mit sich - zum Beispiel steigende Benzinpreise, steigende Mindestlöhne, das Aus für die Plastiktüte und das Verbot, Küken zu schreddern. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Kirchner-Media | Teresa Kröger)

Tanken, Porto, Kündigungsbutton

2022 - diese Änderungen kommen im neuen Jahr

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Plastiktüten, Küken, Benzinpreise: Es gibt einige Änderungen im Jahr 2022, die auch Rheinland-Pfalz betreffen. Manches wird einfacher, anderes wird teurer werden. Ein Überblick:

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Benzinpreise und Heizkosten steigen

Ob Diesel oder Super - Die Spritpreise haben in den letzten Tagen angezogen, wie häufig vor Feiertagen. Das wird der Tendenz nach im neuen Jahr so weitergehen, denn: Der CO2-Preis steigt zum 1. Januar auf 30 Euro je Tonne und das schlägt sich auf die Benzinpreise durch. Ziel der CO2-Steuer ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen. Erfahrungsgemäß geben die Unternehmen diese Kosten über die Benzinpreise an die Verbraucher weiter.

Umgerechnet auf einen Liter Benzin sind das künftig laut Verbraucherzentrale wohl 1,5 Cent mehr und auf einen Liter Diesel 1,6 Cent. Auch Heizöl ist von der CO2-Bepreisung betroffen, plus 1,6 Cent je Liter. Für Erdgas haben die Verbraucherschützer ein Plus von 1,0 Cent ausgerechnet. Bis 2025 soll der Preis pro Tonne nach bisherigen Plänen auf 55 Euro ansteigen.

Führerschein umtauschen - wer muss sich 2022 dringend um den neuen kümmern?

Neu ab 2022: Führerschein Umtausch für Rheinland-Pfälzer, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden. Egal ist, ob sie bislang einen rosa Führerschein oder einen grauen haben. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ob rosa oder grauer Führerschein: Für bestimmte Autofahrer steht im Januar der Umtausch an. Picture Alliance

In der EU sollen ab 2033 nur noch fälschungssichere Führerscheine im Umlauf sein. Deshalb müssen nach und nach auch die Autofahrer und Autofahrerinnen in Rheinland-Pfalz ihre Führerscheine umtauschen. Es geht dabei nicht um eine neue Fahrprüfung, sondern nur um das Dokument. Die Umtauschfristen sind nach Geburtsjahr gestaffelt. Der 19. Januar 2022 ist der Stichtag für alle Menschen im Land, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden und deren Führerschein vor 1999 ausgestellt wurde. Sie müssen bis 19. Januar den neuen Führerschein haben. Die neuen Ausweise sind übrigens nur noch 15 Jahre gültig und müssen dann erneut beantragt werden.

DB-Tickets kaufen - in der Bahn nur noch digital

Noch schnell in den Zug springen und einen Fahrschein beim Schaffner kaufen - das ist ab 1. Januar nicht mehr möglich. Die Bahn stellt den Verkauf von Papiertickets an Bord ein. Es gibt aber eine Alternative: Nach Abfahrt des Zuges hat jeder Reisende noch zehn Minuten Zeit, per Handy oder Laptop ein digitales Ticket zu kaufen. Zugfahrten bleiben also auch weiter für spontane Menschen möglich.

Briefporto wird 2022 teurer

Die Post erhöht das Porto für Briefe, Postkarten, Einschreiben. Auch andere Produkte sind von den Portoerhöhungen 2022 betroffen. Die Briefmarke für einen Standardbrief kostet ab Januar 85 statt bisher 80 Cent. Auf Postkarten muss dann eine 70-Cent-Briefmarke, 10 Cent mehr als bislang.

Elektroschrott beim Discounter entsorgen

In Deutschland werden viel zu viele kaputte oder alte Elektrogeräte in den falschen Müll geworfen. Deshalb wird die Entsorgung jetzt verbraucherfreundlicher: Spätestens ab Juli können auch die Verbraucher in Rheinland-Pfalz ihre aussortierten Elektrogeräte beim Lebensmitteldiscounter oder im Supermarkt zurückgeben. Diese Bedingungen sind zu beachten: Nur Geschäfte mit einer Verkaufsfläche mit mindestens 800 Quadratmetern fallen unter die Rücknahmepflicht. Und das auch nur dann, wenn sie mehrmals im Jahr Elektrogeräte anbieten. Dazu zählt aber auch schon der Verkauf von Lampen.

Ciao, leichte Plastiktüte - Verbot für mehr Umweltschutz

Plastiktüten-Verbot an den Kassen in Rheinland-Pfalz und Deutschland: ab 1. Januar 2022 soll den Plastikverbrauch senken und den Umweltschutz fördern. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Plastik landet immer wieder in der Natur - in Flüssen, im Meer oder wie hier im Wald. Picture Alliance

Mehr als eine Milliarde Plastiktüten werden im Jahr von den Deutschen verbraucht. Damit ist ab 1. Januar Schluss. Ab dann sind leichte Einwegtüten an den Kassen verboten. Das Tüten-Verbot betrifft solche mit einer mittleren Materialdicke, im Fachjargon Wandstärke. Erlaubt bleiben die sehr dünnen, so genannten Hemdchentüten für Obst und Gemüse und dicke Tüten mit Henkeln, bei denen man davon ausgeht, dass sie mehrfach benutzt werden. Das Aus für Plastiktüten ist ein Schritt zur Vermeidung von Plastikmüll, denn die Tüten werden häufig nur wenige Minuten verwendet, bevor sie direkt im Müll landen. In vielen Geschäften werden bereits Papiertüten als Alternative angeboten.

Faire Verbraucherverträge - Schluss mit langen Kündigungsfristen

Dreimonatige Kündigungsfrist sind bislang gängige Praxis. Damit ist es jetzt vorbei. Ob Handy oder Zeitungsabo: Alle Verträge, die ab dem 1. März 2022 geschlossen werden, haben nur noch eine Kündigungsfrist von einem Monat.

Kündigungsbutton - einfache Kündigung per Klick im Internet

Verträge im Internet lassen sich ruckzuck abschließen – die Kündigung hingegen ist meist deutlich komplizierter und verbraucherunfreundlich. Zum 1. Juli 2022 ändert sich nun das Kündigungsrecht und wird verbraucherfreundlicher. Ab dann müssen nämlich Anbieter im Internet einen gut sichtbaren Kündigungsbutton anbieten. Das gilt zum Beispiel für Fitnessstudios, Online-Dienste, Handy- oder Strom-Verträge. Außerdem müssen die Anbieter eine elektronische Eingangsbestätigung der Kündigung verschicken, damit der Verbraucher einen Nachweis hat. Es ist nie eine Kündigung bei uns angekommen – diesen Satz sollte man dann künftig nicht mehr hören.

Corona-Bonus bis Ende März steuerfrei

Es dürfen noch bis Ende März Corona-Sonderzahlungen steuerfrei gezahlt werden. Ein solcher Bonus darf nicht mehr als 1.500 Euro betragen und muss zusätzlich zum regulären Arbeitsentgelt gezahlt werden. Wer im alten Jahr noch Anschaffungen für das Homeoffice gemacht hat, kann diese im neuen Jahr dann zum Teil bei der Steuererklärung 2021 geltend machen.

Mindestlohn steigt auch in Rheinland-Pfalz

Wer zum Mindestlohn arbeitet, bekommt im kommenden Jahr in zwei Stufen mehr Geld: Ab 1. Januar gibt es zunächst brutto 9,82 Euro, das sind 22 Cent mehr als bislang. Mitte des Jahres steigt der Mindestlohn dann auf 10,45 Euro an.

Mehr Geld für Auszubildende

Junge Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen, die ab Januar mit einer Ausbildung starten, bekommen nach dem Berufsbildungsgesetz dann eine gesetzlich Mindestvergütung von 585 Euro im Monat. Ein Jahr später ist ein weiterer Aufschlag vorgesehen: Dann gibt es vom ersten Tag an 620 Euro.

Küken schreddern ist ab 1. Januar verboten

Eine schier unfassbare Zahl: 45 Millionen Hühnerküken werden jährlich in Deutschland getötet. Das ist ab Januar nun verboten. Dabei geht es um die geschlüpften, männlichen Eintagsküken.

Zensus 2022 - es wird wieder gezählt

Am 15. Mai startet ein neuer Zensus – also eine Volkszählung. Allerdings wird nicht jeder Bewohner von Rheinland-Pfalz oder von Deutschland befragt. Die Befragung läuft über eine zufällig ausgewählte Stichprobe. Die soll gut zehn Millionen Menschen umfassen. Wie viele davon in Rheinland-Pfalz leben und befragt werden, ist bisher nicht bekannt.

Atomausstieg - am Jahresende soll Deutschland AKW-frei sein

Mülheim-Kärlich war das einzige Atomkraftwerk in RLP. Nun soll Ende 2022 der Atomausstieg in ganz Deutschland geschafft sein - danach werden vermutlich auch andere Kühltürme irgendwann beseitigt - so wie hier der kontrollierte Einsturz des Kühltrums von Mülheim Kärlich am 9. August 2019. (Foto: SWR)
Mülheim-Kärlich war das einzige Atomkraftwerk in RLP. Nun soll Ende 2022 der Atomausstieg in ganz Deutschland geschafft sein - danach werden vermutlich auch andere Kühltürme irgendwann beseitigt - so wie hier der kontrollierte Einsturz des Kühlturms von Mülheim-Kärlich.

In Rheinland-Pfalz gibt es kein Atomkraftwerk mehr. Das einzige, das es gab, stand in Mülheim-Kärlich, war nur 13 Monate am Netz und der Kühlturm wurde 2019 kontrolliert zum Einsturz gebracht. Am Silvestertag 2021 werden nun die AKW Brokdorf, Grohnde und Grundremmingen C abgeschaltet. Und wenn alles nach Plan läuft, werden bis Ende 2022 die dann letzten drei AKW heruntergefahren: Isar 2, Emsland und Neckarwestheim. Dann wird der nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Atomausstieg umgesetzt sein.

Corona: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen

Noch nicht in trockenen Tüchern ist eine allgemeine Impfpflicht, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Beschlossene Sache ist hingegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Sie wurde am 10. Dezember von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Ab Mitte März müssen nun Mitarbeiter in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Menschen gegen Corona geimpft sein. Das betrifft Menschen, die etwa in Altenheimen, Krankenhäusern, Arztpraxen, im Rettungsdienst und in der Behindertenbetreuung tätig sind. Ein allgemeine Impfpflicht für jedermann ist damit aber nicht beschlossen.

Eine Mehrheit der Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen hatte sich übrigens im SWR Politrend vom November für eine Impfpflicht ausgesprochen, und zwar sowohl für eine berufsbedingte als auch für eine allgemeine.

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