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Die Grundrente kommt, der Soli fällt weg und Eltern bekommen mehr Geld. Dafür wird der Sprit wohl teurer. Ab dem 1. Januar 2021 treten einige Änderungen in Rheinland-Pfalz in Kraft.

Ab 2021 dürfen sich etwa 1,3 Millionen Senioren über eine Grundrente freuen. Wobei der Begriff "Grundrente" irreführend ist, denn letztendlich handelt es sich um einen Zuschlag. Den soll jeder erhalten, der mindestens 35 Jahre lang Beiträge aus Arbeit, Pflege oder Erziehung aufweisen kann, aber nur wenig verdient hat.

Der maximale Grundrenten-Zuschlag beträgt 418 Euro brutto im Monat. Der Remagener Sozialexperte Stefan Sell schätzt, dass die meisten Zuzahlungen aber unter 100 Euro liegen werden.

Rheinland-Pfalz

Neue Gesetze ab dem 1. Januar Das ändert sich 2021 in Rheinland-Pfalz

Die Grundrente kommt, der Soli fällt weg und Eltern bekommen mehr Geld. Dafür wird der Sprit wohl teurer. Ab dem 1. Januar 2021 treten einige Änderungen in Rheinland-Pfalz in Kraft.  mehr...

Der Soli fällt weg

Der Solidaritätszuschlag, kurz Soli, fällt nach gut drei Jahrzehnten weg - immerhin für fast alle Rheinland-Pfälzer. Singles mit einem Jahresbruttoeinkommen von bis zu 73.000 Euro müssen die Abgabe dann nicht mehr zahlen, für ein Ehepaar mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 151.000 Euro brutto. Soli zahlen müssen ab 2021 also nur noch Spitzenverdiener.

In Rheinland-Pfalz werden die Bürgerinnen und Bürger durch das Gesetz um ungefähr eine halbe Milliarde Euro im Jahr entlastet, sagte Finanzministerin Doris Ahnen (SPD).

Mehrwertsteuer steigt wieder auf 19 Prozent

Die Mehrwertsteuer wird 2021 wieder erhöht - beziehungsweise die Senkung der Mehrwertsteuer wird zum 1. Januar 2021 zurückgenommen. Die Bundesregierung hatte die Steuersenkung von 19 auf 16 Prozent zum 1. Juli 2020 beschlossen. Damit wollte die Politik die Verbraucher in der Corona-Krise entlasten.

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Der Mindestlohn steigt

2021 steigt der gesetzliche Mindestlohn gleich zwei Mal. Ab dem 1. Januar 2021 sind 9,50 Euro brutto pro Arbeitsstunde das Minimum (bisher waren es 9,35 Euro). Im weiteren Schritt erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn dann nochmal zum 1. Juli 2021 auf dann 9,60 Euro brutto.

Mehr Kindergeld

Der Staat erhöht das Kindergeld um 15 Euro im Monat. Damit gibt es für das erste und zweite Kind jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250 Euro pro Monat.

Außerdem werden der Kinderfreibetrag und der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes um jeweils 288 Euro erhöht. Eltern können dann 8.388 Euro pro Kind steuerlich geltend machen.

Pauschale für das Homeoffice

In Folge der durch Corona ausgeweiteten Arbeit von zu Hause kann für jeden vollen Arbeitstag im Homeoffice ein pauschaler Betrag von fünf Euro, maximal 600 Euro im Jahr, geltend gemacht werden. Ob es ein häusliches Arbeitszimmer gibt, ist für die Berücksichtigung der Pauschale unerheblich.

CO2-Steuer erhöht Heiz- und Spritkosten

Heizen und Autofahren können 2021 teurer werden. Grund dafür ist die neue CO2-Abgabe. Ab Januar 2021 wird die unter anderem auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas fällig. Ziel der CO2-Steuer ist es, fossile Brenn- und Kraftstoffe weniger attraktiv zu machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anzuregen.

Als Folge haben schon viele der Gas-, Strom- und Heizöl-Grundversorger in Rheinland-Pfalz angekündigt, ihre Preise zu erhöhen.

"Die CO2-Bepreisung ist ein wirksames Instrument, um auf die Klimakrise zu reagieren", sagte Max Müller, Fachberater Energierecht der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Allerdings sollten die dadurch entstehenden Kosten gerecht verteilt werden." Die Verbraucherzentrale befürchte, dass die neue Abgabe dazu genutzt werde, die Preise deutlich anzuziehen.

Pendlerpauschale wird erhöht

Die CO2-Steuer wird sich auch auf die Preise an Tankstellen auswirken: Der Preis für den Liter Benzin dürfte sich nach Schätzungen des ADAC 2021 um rund sieben Cent verteuern, der für einen Liter Diesel um rund acht Cent. Der CO2-Preis wird in den nächsten Jahren von 25 Euro pro verursachter Tonne CO2 schrittweise angehoben und soll 2025 bei 55 Euro pro Tonne liegen. Als Ausgleich wird die Pendlerpauschale 2021 für Vielfahrer ab dem 21. Entfernungskilometer von aktuell 30 auf 35 Cent erhöht.

Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen steigt

Zum 1. Januar 2021 müssen Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen etwas tiefer in die Tasche greifen. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz steigt leicht um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent. Damit liegt der Gesamtbeitragssatz dann grundsätzlich bei 15,9 Prozent im Jahr 2021. Die Krankenkassen müssen die Erhöhung aber nicht zwingend auch bei ihren Mitgliedern durchsetzen. Denn jede Kasse kann den Prozentsatz für ihren Zusatzbeitrag individuell festlegen.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz erinnert daran, dass Mitglieder, deren Zusatzbeitrag erhöht wird, von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen können. Sie könnten dann in eine günstigere Kasse wechseln.

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