Internetkriminalität (Foto: (c) dpa)

Landeszentralstelle Cybercrime

Immer mehr Fälle von Internetkriminalität in RLP

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Cybercrime ist eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Das zeigt sich auch in der Landeszentralstelle Cybercrime Rheinland-Pfalz. Dort laufen jedes Jahr mehr Fälle ein.

Auf einmal spinnt die Fahrplanauskunft, Busse fahren nicht oder der Müll wird nicht mehr abgeholt. Im Büro kann man sich nicht mehr am Computer anmelden oder muss sich mit verdächtigen Mails herumschlagen. Oftmals sind dafür Hacker verantwortlich, die versuchen, Unternehmen zu erpressen oder einfach nur Schaden anzurichten.

Schäden in Milliardenhöhe sind dadurch in den vergangenen Jahren entstanden. So musste der Armaturen- und Pumpenhersteller KSB aus Frankenthal nach einer Cyberattacke seine Server vom Netz nehmen und tagelang die Produktion in Deutschland einstellen.

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In eine ganz andere Kategorie gehört die Verbreitung von kinderpornografischen Fotos und Videos. Auch hier ist die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Das Internet macht es Kriminellen viel einfacher als vormals, Kontakt mit Minderjährigen aufzunehmen und Material zu verbreiten. Die Opfer leiden oftmals ein Leben lang unter den Folgen. Und auch für die Ermittlerinnen und Ermittler ist die Arbeit belastend.

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Extrem hoher Anstieg bei Fällen von Internetkriminalität

2014 hat Rheinland-Pfalz die Landeszentralstelle für Cybercrime (LZC) bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz eingerichtet. Seither werden es jedes Jahr mehr Fälle, denen die Mitarbeiter nachgehen. Waren es im Jahr 2015 noch 15 Verfahren, gingen 2018 dann 195 und 2021 mehr als 1000 Verfahren bei der LZC ein, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mitteilte.

Sehr häufig gehe es um Delikte wie das Ausspähen von Daten, Computersabotage und die Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten. Größter Fall in Rheinland-Pfalz war bislang die Entdeckung eines "Cyberbunkers" in Traben-Trarbach von dem aus Kriminelle in großem Stil Geschäfte im Darknet ermöglichten. Alle acht Angeklagten wurden im Dezember 2021 zu langen Haftstrafen verurteilt.

Internet-Nutzer immer noch zu sorglos

Für die Zunahme der Verfahren gebe es mehrere Gründe. Zum einen steige die Zahl der potenziellen Opfer von Cybercrime mit der verstärkten Nutzung des Internets. Und: Viele Nutzer seien nach wie vor "sehr sorglos im Umgang mit dem Internet", kritisierte die Behörde. Hinzu komme, dass Täter ihre Identität im Netz verschleiern und im Ausland schwer ermittelt werden könnten.

Ein weiterer Grund für die steigende Zahl der Cyberdelikte sei wohl auch: "Dass es immer einfacher wird, Cyberstraftaten zu begehen." Cyberstraftäter müssten in vielen Bereichen über keinerlei technische Expertise mehr verfügen, da sie sich alles im Darknet beschaffen könnten.

Aber auch die Internet-Nutzer seien sensibler geworden. Straftaten würden viel öfter angezeigt als früher. Allerdings sei dennoch von einer hohen Dunkelziffer bei den Straftaten auszugehen, so die Landeszentralstelle Cybercrime.

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