Ein Mann hält ein Smartphone mit dem Hinweis der Corona-Warn-App auf ein „erhöhtes Risiko“. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Christoph Dernbach)

Von 2G bis 3G: Neue Version noch mit Schwächen

Corona-Warn-App ignoriert Booster-Status

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Die neueste Version der Corona-Warn-App ignoriert alle Menschen, die ihre dritte Corona-Impfung bekommen haben - in Deutschland knapp 50 Prozent der Bevölkerung. Es ist nicht der einzige Wirbel um die App in jüngster Zeit.

Mit dem letzten Update wurde eine eigentlich ganz sinnvolle Funktion in die App eingebaut: Allen Nutzern wird oben rechts über dem QR-Code-Zertifikat gut sichtbar der sogenannte G-Status mitgeteilt, 2G - also geimpft oder genesen, 2G+ mit zusätzlichem Test oder 3G (geimpft, genesen oder getestet). In der neuen Version der App sind damit aktuelle Schnelltests mit dem Impfstatus kombinierbar. Das soll unter anderem Kontrollen vereinfachen.

Bei Drittgeimpften wird nur 2G angezeigt

Nicht gerecht wird das Update Drittgeimpften: Denn bei 2G+-Vorschriften müssen sich diese Personen nach einem Beschluss von Bund und Ländern eigentlich nicht mehr tagesaktuell testen lassen. Sie gelten sozusagen automatisch als getestet. Allerdings wird das in der App so nicht angezeigt. Dort firmieren Geboosterte unter der Bezeichnung 2G - womit sie von nur zweifach Geimpften nicht zu unterscheiden sind. Es ist zu erwarten, dass dies bei Eingangskontrollen für Diskussionen sorgen wird, auch weil viele diese neue Funktion noch nicht kennen dürften.

Screenshot der Corona-Warn-App, auf dem der Hinweis 2G zu sehen ist. (Foto: SWR)
Seit einem Update zeigt die Corona-Warn-App bei Geboosterten fälschlicherweise 2G an.


Auf der Homepage der Warn-App heißt es, das Projektteam arbeite daran, Zertifikate von Auffrischungsimpfungen mit einzubeziehen. Wann das aber der Fall ist, ist vom Robert-Koch-Institut (RKI) und vom Gesundheitsministerium bisher nicht zu erfahren.

Hohe Zahl roter Warnmeldungen

Erst in der vergangenen Woche hatte es Wirbel um die Warn-App gegeben. Grund sind vermehrte rote Warnmeldungen, die viele Nutzer derzeit erhalten. Ursache ist offenbar eine Art Teufelskreis, der dadurch ausgelöst wird, dass Nutzer beim Anstehen vor einem Corona-Testzentrum die Risikoermittlung der App nicht ausschalten.

Steht ein solcher App-Nutzer vor einem Testzentrum in der Schlange, ist es wahrscheinlich, dass er oder sie in der Nähe eines Infizierten steht. Ist dies der Fall, erhält der Nutzer in Kürze eine neuerliche Warnmeldung und damit die Aufforderung, ein Testzentrum aufzusuchen - wo sich dies dann womöglich wiederholt.

RKI empfiehlt, Risikoermittlung auszuschalten

Das Robert-Koch-Institut gibt sich trotz der Verunsicherung vieler App-Nutzer gelassen. Es empfiehlt, die Risikoermittlung vorübergehend auszuschalten, wenn man vor einem Testzentrum ansteht. Beim Verlassen der Teststelle solle die Funktion dann wieder aktiviert werden. Wichtig sei zudem, dass man vor dem Testzentrum Abstand halte und die FFP2-Maske gut sitze, teilte ein Sprecher mit.

Um die Akzeptanz der App sorgt sich das Robert-Koch-Institut nicht: Das Interesse an der Corona-Warn-App sei nach wie vor ungebrochen, die Zahl der Downloads steige weiterhin kontinuierlich an, hieß es. Auch andere Zahlen - etwa das Teilungsverhalten - belegten, dass die Nutzung und Wirksamkeit der App in dieser Phase der Pandemie zunehmen würden.

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SWR