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Ostern, Pfingsten, Sommerferien: Viele Rheinland-Pfälzer wollen bald in den Urlaub. Doch die Corona-Pandemie erschwert die Planung. Die rheinland-pfälzische Verbraucherzentrale erklärt, was wichtig ist.

Worauf muss ich achten, wenn ich buchen will?

Wer eine Reise für 2021 buchen will, sollte sich das Angebot des Reiseveranstalters genau durchlesen. "Am besten klären Sie bereits vor der Buchung ab, mit welchen Einschränkungen und Corona-Schutzmaßnahmen Sie vor Ort rechnen müssen", so die Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz. Bereits vor der Buchung aufgelistete Beschränkungen wie Poolsperrungen zählen nicht als Reisemangel.

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Außerdem sollten Sie sich vorab beim Auswärtigen Amt über die aktuellen Reisbestimmungen informieren. Die Bundesregierung stellt dafür auch die kostenlose App "Sicher reisen" zur Verfügung.

Bekomme ich bei gestrichenen Reiseleistungen mein Geld wieder?

Wer eine Reise oder einen Flug bucht, muss in der Regel in Vorkasse treten. Wenn die Reiseleistung gestrichen wird, steht dem Reisenden sein Geld zu - "bei Pauschalreisen innerhalb von 14 Tagen, bei Flügen innerhalb von 7 Tagen", sagt die Verbrauchzentrale.

Urlauber müssen weder eine Umbuchung noch einen Gutschein akzeptieren.

Was, wenn ich Risikopatient bin und die Reise nicht antreten möchte?

"Wenn Sie wegen einer Vorerkrankung Risikopatient sind, könnten Sie eine geplante Reise nach unserer Einschätzung unter Umständen trotz fehlender Reisewarnung gemäß § 651 h Abs. 3 BGB kostenfrei stornieren", erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Es gebe hierzu allerdings noch keine Gerichtsentscheidungen.

Bei der Beurteilung dürfte es auch darauf ankommen, wie die Situation während der Anreise und am Urlaubsort ist und ob diese Situation bei dem Risikopatienten zu weiteren gesundheitlichen Schädigungen führen kann, selbst wenn der Reiseveranstalter alle Hygieneregeln beachtet.

Risikopatienten müssen sich vom Arzt bestätigen lassen, dass die bestehenden Gefahren vor Ort die Gesundheit gefährden könnten.

Was, wenn ich in ein Land verreise, für das es eine Reisewarnung gibt?

"Eine Reisewarnung bedeutet nicht, dass Sie gar nicht reisen dürfen. Es steht Ihnen frei, überall hinzureisen, solange keine Einreisebeschränkungen vorliegen."

Wichtig ist aber zu wissen: Das Auswärtige Amt hat jedoch weitere Rückholaktionen bereits ausgeschlossen.

"Außerdem könnte es sein, dass Sie bei Vorliegen einer Reisewarnung im Ausland keine Krankenversicherung haben - selbst, wenn Sie eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben." Denn manche Versicherer schließen die Leistung aus, wenn eine Reisewarnung oder Pandemie vorliegt.

"Wenn Sie also im Ausland an Corona erkranken, tritt die Versicherung nicht ein, wenn Ihr Vertrag einen solchen Leistungsausschluss beinhaltet", ergänzt die Verbraucherzentrale.

Was, wenn sich der Flughafen ändert?

Wenn sich coronabedingt der Abflug- oder Rückflughafen ändert, liegt ein Reisemangel vor. In so einem Fall können Reisende laut Verbraucherzentrale den Reisepreis mindern. "Der Reiseveranstalter muss in diesen Fällen einen entsprechenden Transport von oder zum neuen Flughafen organisieren."

Was, wenn während der Reise mein Urlaubsgebiet zum Hotspot wird?

Wenn zum Zeitpunkt der geplanten Reise ein Einreiseverbot vorliegt, darf die Fluggesellschaft Reisende nicht mitnehmen, sonst muss sie Strafe zahlen.

"Entsteht während Ihres Urlaubs am Reiseziel ein plötzlicher Hotspot, so dass Gefahr für Leib und Leben besteht, liegen außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände ("höhere Gewalt") vor, die Sie berechtigen, den Reisevertrag zu kündigen," sagt die Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz. Sie erhalten dann für nicht genutzte Leistungen das Geld zurück. Wenn es vertraglich vereinbart war, muss der Reiseanbieter für den Rücktransport sorgen.

Was, wenn ich direkt nach der Einreise in Quarantäne muss?

"Dieser Umstand ist rechtlich derzeit noch nicht geklärt", so die Verbraucherzentrale. Wenn der Flug an sich durchgeführt wird, zahlen Airlines häufig nicht freiwillig zurück. "Fragen Sie nach Kulanzregelungen. Auch wenn der Flugpreis nicht erstattungsfähig ist, müssen im Ticketpreis beinhaltete Steuern und Gebühren erstattet werden", rät die Verbraucherzentrale. Alternativ könnten Reisende auch einen Gutschein der Fluggesellschaft akzeptieren oder den Flug direkt umbuchen.

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