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Das Bundesgesundheitsministerium prüft, ob Corona-Schnelltests für den privaten Gebrauch freigegeben werden können. Die rheinland-pfälzischen Landesärztekammer und der Apothekerverband begrüßen das.

"Ich halte die Strategie für richtig", sagt Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Es sei an der Zeit, die Teststrategie zu ändern. Den Menschen würde durch die Möglichkeit, sich selbst testen zu können, mehr Eigenverantwortung in der Pandemie übertragen.

Das würde nicht bedeuten, dass dadurch wieder Normalität hergestellt werden könnte. Vielmehr sieht Matheis den Vorteil, dass unerkannte Infektionen durch symptomlose Krankheitsverläufe aufgedeckt würden. Durch mehr Tests - auch im privaten Bereich - könnte die Dunkelziffer verringert werden.

Noch nicht klar, welche Tests für den privaten Gebrauch infrage kommen

Auch der rheinland-pfälzische Apothekerverband begrüßt den Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Allerdings schränkt der Pressesprecher Frank Eickmann ein, dass noch gar nicht klar sei, welche Tests für den privaten Gebrauch freigegeben werden könnten. Er gehe davon aus, dass es sich um sogenannte Spucktests handeln werde, da PCR-Tests mit einem Nasen- oder Rachenabstrich komplizierter anzuwenden seien.

Matheis hofft, dass die PCR-Tests freigegeben werden. Man müsse den konkreten Gebrauch bildlich darstellen. "Wir wissen, dass diese Schnelltests relativ einfach zu handhaben sind und daher gibt es keinen Grund, sie nicht unter Menschen zu bringen", so Matheis. Die Gefahr eines falsch-negativen Testergebnisses durch eine falsche Anwendung sei gegeben, aber nicht höher als das Risiko, wenn man gar nicht getestet sei.

Keine Lockerungen sondern mehr Sicherheit möglich machen

Es ginge dabei auch nicht um Privilegien oder Lockerungen, sondern nur um ein niedrigeres Risiko im privaten und beruflichen Bereich. Die Öffnung von Geschäften, der Gastronomie oder Kultureinrichtungen sollte davon nicht abhängig gemacht werden, sagt Matheis.

"Die Ansteckungsrisiken müssen weiterhin so niedrig wie möglich gehalten werden."

Frank Eickmann, Apothekerverband Rheinland-Pfalz

Frank Eickmann vom Apothekerverband mahnt, dass bisher nicht geregelt sei, welche Aussagekraft ein Selbsttest hätte. Auch er sieht darin eher ein verringertes Risiko für Menschen, die zwangsläufig mit anderen in direktem Kontakt stünden. "Die Ansteckungsrisiken müssen weiterhin so niedrig wie möglich gehalten werden."

Kein Festpreis um Wettbewerb nicht zu gefährden

Ein weiterer Aspekt, der aus Sicht von Eickmann geregelt werden müsste, ist die Entsorgung der Tests, wenn sie positiv ausfallen. Man könne sie dann ja nicht über den Hausmüll entsorgen, findet der Sprecher des Apothekenverbandes. Das sieht Matheis anders: Auch in diesem Fall müsse man das Risiko tragen. Denn auch Taschentücher oder Masken von Infizierten könnten aktuell im Hausmüll landen.

Wogegen sich beide aussprechen, ist ein Festpreis für die Tests. Dann bestünde die Gefahr, dass die Hersteller lieber ins Ausland liefern würden, wenn dort eine bessere Marge erziehlt werden könnte, so Eickmann. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn die Tests - wenn sie denn für den privaten Gebrauch freigegebn werden würden - so erschwinglich wären, dass sie sich jeder leisten könnte.

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