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Der Weg für die Auszahlung von Finanzhilfen an Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Landwirte wegen der Coronakrise ist frei. So gehen Sie in Rheinland-Pfalz vor, wenn Sie Mittel aus dem Hilfsprogramm beantragen wollen.

Geschlossen - an Buchläden und anderen Geschäften prangt dieses Schild in Coronazeiten  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Uwe Zucchi/dpa)
"Geschlossen" an Buchläden und anderen Geschäften prangt dieses Schild in Coronazeiten. picture alliance/Uwe Zucchi/dpa

In Rheinland-Pfalz können Unternehmen, die in der Coronaviruskrise in wirtschaftliche Not gelangt sind, Zuschüsse erhalten. Bei bis zu fünf Beschäftigten sind bis zu 9.000 Euro für drei Monate möglich. Für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten sind es bis zu 15.000 Euro. Die Mitarbeiterzahl berechnet sich nach Vollzeitäquivalenten, nicht nach Köpfen. Beantragen müssen Rheinland-Pfälzer die Hilfen des Bundes bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB). Das Antragsformular ist bereits seit Sonntagabend auf der ISB-Seite abrufbar, das bestätigte eine Sprecherin der Bank.

Für Unternehmen mit zehn bis 30 Arbeitsplätzen hat das Land den ergänzenden "Zukunftsfonds Starke Wirtschaft Rheinland-Pfalz" eingerichtet, dessen Sofortdarlehen über die Hausbanken beantragt werden können. Die ISB ist auch die zentrale Anlaufstelle für Kreditbürgschaften des Landes - dazu wenden sich die Unternehmen zunächst an ihre Hausbank.

Tausende Anträge in den ersten zwölf Stunden

In den ersten zwölf Stunden nach dem Start sind bereits mehr als 2.100 Anträge bei der ISB per Mail eingegangen. Auch per Fax seien viele Anfragen eingetroffen: "Das Fax ist übergelaufen", sagte eine Sprecherin der Bank am Montagmorgen. Das Interesse sei in kurzer Zeit so hoch gewesen, dass das Online-Formular aus technischen Gründen zeitweise nicht erreichbar gewesen sei.

Mit dem Zuschuss könnten rund 140.000 Selbstständige und Kleinunternehmen die dringend benötigte Liquiditätshilfe erhalten, sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Bund und Länder hatten sich am Sonntag auf letzte Details geeinigt, wie und vom wem die Bundeshilfen beantragt werden können. Neu ist, dass auch Landwirte Soforthilfe erhalten können, die nicht zurückgezahlt werden muss.

Hilfe auch für Land- und Forstwirtschaft

Der Beschluss sei ein wichtiges Signal für die Land- und Forstwirtschaft, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. "Erfolgreich haben wir uns dafür eingesetzt, dass die gesamte Branche unter den Schirm des Hilfsprogramms kommt - also auch die Land- und Forstwirtschaft sowie der Gartenbau."

Viele Selbstständige sind auf Soforthilfe in der Coronakrise angewiesen - ab Montag soll die Anträge online stehen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/Fotostand/Schmitt)
Rund 90 Prozent der regionalen Wirtschaft werden laut IHK von der Coronakrise voraussichtlich betroffen sein. picture alliance/Fotostand/Schmitt

Kein Einsatz des Privatvermögens

Um die Zuschüsse zu bekommen, müssen Antragsteller versichern, dass die laufenden Einnahmen die laufenden Kosten in den kommenden drei Monaten nicht decken. Liquiditätsrücklagen müssen nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums nicht eingesetzt werden, ebenso kein Privatvermögen.

Aus schon mehr als 10.000 individuellen Beratungen wisse man, dass die Coronakrise 90 Prozent der regionalen Wirtschaft mit zum Teil drastischen Umsatzrückgängen und Liquiditätsengpässen treffe, sagte ein Sprecher der Handelskammern im Land. Für Betriebe zwischen elf und 30 Beschäftigten bietet das Land Rheinland-Pfalz zusätzlich zur Hilfe des Bundes Sofortdarlehen an. Das Land, so Wissing, ergänze mit unbürokratisch zu vergebenden, günstigen Sofortdarlehen das Programm des Bundes und erweitere die Liquiditätshilfen für Unternehmen mit bis zu 30 Beschäftigten. Die Sofortdarlehen könnten über die Hausbanken der Betriebe beantragt werden, so der Wirtschaftsminister.

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