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Nachbarschaftshilfe, Schutzmasken nähen, Gutscheine "hamstern": Wir haben Vorschläge gesammelt, wie Sie in Zeiten von Corona in Rheinland-Pfalz helfen können - in einigen Fällen sogar von der eigenen Couch aus.

Es gibt viele Menschen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind, besonders während der Corona-Krise: Risikopatienten, Wohnungslose, alte und kranke Menschen.

Sie wollen helfen, wissen aber nicht wie? Wir haben für Sie zusammengetragen, wo Ihre Unterstützung wirklich gebraucht wird.

Risikogruppen unter die Arme greifen

Eine einfache Möglichkeit zu helfen, ist, für Menschen einzukaufen, die selbst zu einer Risikogruppe gehören und demnach das Haus am besten gar nicht mehr verlassen sollten. Aber auch Tierbetreuung kann für diejenigen hilfreich sein, die einen Hund besitzen und selbst nicht mehr vor die Tür gehen können.

Damit sich Helfer und Hilfesuchende besser vernetzen können, gibt es mehrere regionale und überregionale Onlineportale:

Wichtig beim Einkaufen: Keine Hamsterkäufe tätigen. Und: Pfandflaschen zurückbringen. In der Region Trier berichteten mehrere Unternehmen, dass das Leergut knapp werde. Es sei jedoch wichtig, ausreichend Flaschen im Kreislauf des Mehrwegsystems zu haben.

Kinderbetreuung übernehmen

Alle Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz bleiben bis mindestens zum 19. April 2020 geschlossen. Elternteile, die beispielsweise im Krankenhaus, in einer Apotheke oder im Supermarkt arbeiten, können in der jetzigen Situation jedoch nicht Zuhause bleiben. Aufgrund der Empfehlung, nicht notwendigen Kontakt zu Risikogruppen zu vermeiden, fallen bei vielen Familien auch die Großeltern als alternative Betreuungsmöglichkeit weg.

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Um bei der Kinderbetreuung zu helfen, kann man sich unter www.nebenan.de registrieren, oder alternativ Zettel im Hausflur oder Supermarkt aushängen.

Ein besonderes Hilfsangebot kommt von einer Dachdeckerei in Imsbach im Donnersbergkreis: Das Unternehmen Schultz bietet hier eine Kinderbetreuung an, zu der auch Kinder kommen können, deren Eltern nicht bei der Firma arbeiten.

Gutscheine "hamstern"

Wenn Hamsterkäufe, dann an der richtigen Stelle: Kaufen Sie Gutscheine! Nicht nur Privatpersonen sind von der Corona-Krise betroffen, sondern besonders kleine und mittelständische Unternehmen haben teilweise große wirtschaftliche Einbußen. Dazu gehören unter anderem Cafés, Restaurants und Blumenläden. Um diese vor der Insolvenz zu retten, empfiehlt es sich, Gutscheine zu kaufen, die man dann zu gegebener Zeit einlösen kann.

Für die Stadt Mainz bündelt die Plattform Mainz.Help alle betroffenen Gastronomie- und Kulturangebote. Gutscheine können direkt über die Webseite erworben werden.

"Wir wollen unsere Lieblingsorte in der Krise unterstützen und vor der Insolvenz retten, indem wir ihnen jetzt das Geld zur Verfügung stellen, das wir ohnehin bei ihnen ausgeben würden."

Webseite Mainz.Help

Außerdem bieten immer mehr kleine Geschäfte die Möglichkeit der Lieferung oder Abholung, beispielsweise für Bücher, Blumen oder Mode. Bevor man also online bestellt, sollte man sich informieren, ob die Läden um die Ecke momentan vielleicht auch liefern.

Blutspenden gehen

Auch in Zeiten des Coronavirus benötigt das Deutsche Rote Kreuz dringend Blutspenden, damit alle Patienten weiter behandelt werden können. Um ausreichend Schutz vor einer Ansteckungen mit dem Virus zu bieten gibt es zur Zeit spezielle Sicherheitsvorkehrungen.

Die nächsten Termine zum Blutspenden in Ihrer Region sind hier beim Deutschen Roten Kreuz abrufbar.

Schutzmasken nähen

Medizinische Atemschutzmasken sind zurzeit eine Rarität - und das, obwohl sie dringend gebraucht werden. Und zwar nicht nur in den Krankenhäusern, sondern überall, wo Menschen eng miteinander in Kontakt kommen: bei der Polizei, dem Rettungsdienst, der Feuerwehr oder auch im Einzelhandel. Die Feuerwehr in Heitersheim hat deshalb kurzerhand eine Näh-Aktion organisiert.

In vielen Bereichen ist ein selbstgenähter Mundschutz nämlich besser als gar keiner. Indem man Masken für die Freiwillige Feuerwehr im Ort oder die Familie näht, kann man also auch schon weiterhelfen.

Auch das Klinikum Worms lässt sich zurzeit Atemschutzmasken nähen. Mehr als eine Notlösung sei das aber nicht.

Ehrenamtlich tätig werden

Wer nicht von der Couch aus helfen möchte, sondern lieber selbst mit anpacken will, kann klassische Hilfsangebote unterstützen, die gerade an Unterstützung verlieren. Beispielsweise die örtliche Tafel. Weil größere Teile der ehrenamtlichen Belegschaft zur Risikogruppe gehören, hatten einige Tafeln in Rheinland-Pfalz angekündigt vorerst schließen zu müssen. In Kirn meldeten sich beispielsweise etwa 20 junge Menschen, die sich um die Lebensmittelausgabe kümmern wollen, sodass die Kirner Tafel aktuell wieder Essen an Bedürftige ausgeben kann. Wo die nächste offene Tafel ist, um Unterstützung anzubieten, kann man hier nachsehen.

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Landwirte unterstützen

Wegen des Einreisestopps für Erntehelfer fehlen den Bauern- und Winzern in Rheinland-Pfalz zahlreiche Hilfskräfte aus Osteuropa. Das Bundesagrarministerium hat deshalb die Internetplattform "Das Land hilft" ins Leben gerufen, durch die Hilfswillige mit Landwirten vernetzt werden sollen.

"Wir brauchen Euch - schnell - denn auf den Feldern unserer Landwirte beginnt die Spargelernte und auch weitere Gemüsesorten müssen in den nächsten Tagen vom Feld. Gleichzeitig bieten unsere Landwirte so ein Einkommen für diejenigen, die durch die Schutzmaßnahmen in eine wirtschaftliche Notlage geraten."

Webseite daslandhilft.de

Wer den Landwirten bei der Ernte helfen möchte, kann sich hier registrieren.

Wohnungslosen helfen

Besonders Menschen in Not, wie beispielsweise Obdachlose, sind von der Corona-Krise stark betroffen. Einige Tafeln sind bereits geschlossen worden und in den Innenstädten sind kaum noch Menschen unterwegs, die Kleingeld spenden könnten.

Wer Menschen ohne festen Wohnsitz helfen möchte, sollte die Augen nach einem sogenannten "Gabenzaun" offen halten. Die Zäune sind zentrale Stellen, an denen Lebensmittel, Kleidung und Hygiene-Artikel für Bedürftige aufgehangen werden können. Die Gabenzäune dürfen jedoch nur auf privatem Gelände stehen. In Koblenz hat ein Bäcker zum Beispiel einen Zaun vor seiner Filiale aufgestellt, um dort täglich übrig gebliebene Backwaren zu spenden.

Wichtig: Beim Packen von Spenden für den Gabenzaun sollten natürlich auch die Hygienevorschriften eingehalten werden.

Zuhause bleiben

Die einfachste Möglichkeit, während der Corona-Krise zu helfen, ist jedoch: Einfach zuhause bleiben und dadurch helfen, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. Noch nie war es leichter, Leben zu retten.

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