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Auch nach den ersten bestätigten Fällen des Coronavirus in Rheinland-Pfalz sehen die Behörden das Land gut gerüstet. Die Vorbereitungen in großen Krankenhäusern laufen auf Hochtouren.

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In Rheinland-Pfalz greift laut Landesregierung nach den ersten bestätigten Fällen des Coronavirus nun ein Pandemieplan. Demnach müssen in der ersten Stufe die Kranken isoliert werden. Anschließend würden deren Kontaktpersonen überprüft. Es sei wenig sinnvoll und praktikabel, ganze Städte abzuriegeln.

Verschärfung des Pandemieplans

Das Land hat seinen Pandemieplan nachgeschärft, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag mitteilte. Dabei geht es laut Ministerium etwa um mögliche Isolierungen von Patienten im ambulanten Bereich und wer bei steigenden Fallzahlen stationär aufgenommen werden soll. Das Land sieht sich insgesamt gut vorbereitet, auch Vertreter des Gesundheitswesens warnten vor Panik.

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Die Taskforce zum Coronavirus sei nochmal erweitert worden. Es werde nun ressortübergreifend gearbeitet und gebe regelmäßige Telefonschalten mit den Gesundheitsämtern im Land sowie eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. Welche Möglichkeiten es für eine Isolierung gibt, werde zurzeit nochmal überarbeitet.

Dass die Zahl der Coronavirus-Patienten in Rheinland-Pfalz steigen wird, da sind sich die Verantwortlichen einig. "Das wird kommen", sagte Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand der Mainzer Universitätsmedizin. Er warnte aber nicht jeder mit Fieber müsse getestet werden. Das sei auch nicht ratsam, denn die Kapazitäten an Tests seien begrenzt.

Labore stoßen an ihre Grenzen

Das bestätigte auch Dietmar Hoffmann, Leiter des Gesundheitsamtes bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Schon jetzt stießen Labore an ihre Kapazitätsgrenzen. Er sieht derzeit eine große Verunsicherung in der Bevölkerung, bei Behörden und in Praxen stehe teilweise das Telefon nicht mehr still.

Isolier- und Quarantänezimmer sind bereit

Die großen Krankenhäuser in der Region sind nach eigenen Angaben gut auf mögliche Coronavirus-Fälle vorbereitet. Es stehen sogenannte Quarantäne- oder Isolierzimmer zur Verfügung. Diese Zimmer können nur über eine Schleuse betreten werden, die Luft werde gefiltert, so eine Sprecherin des Katholischen Klinikums Mainz. An der Mainzer Uniklinik werden insgesamt 17 Betten in Isolierzimmern vorgehalten, mit doppelten Schleusen und Luftabsaugung.

Auch im Klinikum Worms können Patienten bei einer Infektion mit dem Coronavirus behandelt werden. Wie in anderen Krankenhäusern gibt es dort eine entsprechende Schutzausrüstung für das Ärzte- und Pflegepersonal.

Regionalisierte Notfallpläne und ständige Bereitschaft

Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen hat einen Notfallplan ausgearbeitet. Dieser trete im Fall einer Infektion in Kraft. Darin werde unter anderem geregelt, wo diese Patienten untergebracht und wie sie behandelt werden. Das Trierer Gesundheitsamt hat eine ständige Bereitschaft eingerichtet. Kliniken und die Feuerwehr können sich daran wenden, wenn es einen Corona-Verdachtsfall gibt.

Der Rhein-Pfalz-Kreis hat ebenfalls einen Notfallplan ausgearbeitet. Besorgte Bürger sollen sich dort zudem bald an ein Bürgertelefon wenden können. Im Kreis Bad Dürkheim berate man aktuell Menschen, die aus Krisenregionen in Italien zurückgekehrt sind. Auch Hausärzte, die entsprechende Tests durchführen müssen, werden vom Gesundheitsamt des Kreises beraten.

Das Diakonissen Krankenhaus in Speyer ist gut auf einen möglichen Ausbruch des Coronavirus vorbereitet. Auch dort gebe es spezielle Isolierungsmöglichkeiten - etwa Einzelzimmer mit Vorschleusen sowie Schutzkleidung und Masken.

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Firmen erlassen strenge Regeln wegen Virus

Große Firmen in der Region haben wegen des Coronavirus strenge Reiserichtlinien für ihre Mitarbeiter erlassen. Der Spezialglashersteller Schott in Mainz lässt gar keine Reisen mehr ins Ausland zu. Selbst für einen innerdeutschen Messebesuch hat Schott nach eigenen Angaben das Personal deutlich reduziert. Wer dorthin fährt, muss anschließend zwei Wochen Homeoffice machen, also von zuhause aus arbeiten.

Der Reinigungsmittelhersteller Werner & Mertz hat seine Niederlassung im italienischen Mailand geschlossen. Die 15 Beschäftigten arbeiten von zuhause. Auslandsreisen sind auch bei Werner&Mertz vorerst verboten. Mitarbeiter von Boehringer Ingelheim, die auf Geschäftsreise im Ausland waren und möglicherweise mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, machen ebenfalls zwei Wochen Homeoffice. Derzeit gebe es aber bei keinem der weltweit 50.000 Beschäftigten eine bestätigte Corona-Infektion, so ein Sprecher.

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