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Statt in den Osterurlaub zu fahren, sollen alle zu Hause bleiben. Die Kommunen befürchten, dass es zu großen Aufläufen an Flussufern und in Parks kommen wird. Sie haben Vorkehrungen getroffen.

Ein Osterspaziergang am Rhein wird in Ludwigshafen keine entspannte Angelegenheit. Auf der Rheinpromenade gibt es aktuell ein Verweilverbot. Es gilt seit Karfreitag 15 Uhr bis Ostermontag 22 Uhr. Das heißt: Immer schön weitergehen, nicht zu lange stehen bleiben. Das gleiche gilt auch für Grünanlagen. Sich mit anderen treffen, auf einer Parkbank sitzen, ein Picknick im Grünen - das alles ist in diesem Zeitraum nicht erlaubt.

Zusätzlich zum Verweilverbot gibt es auch eine Maskenpflicht, sobald Mindestabstände nicht mehr eingehalten werden können. Im Klartext: Die Ludwigshafener können zwar auch am Osterwochenende einen Spaziergang auf der Rheinpromenade machen, sie dürfen aber nicht stehen bleiben und müssen eine Maske tragen, wenn auch viele andere Menschen unterwegs sind.

Speyer: Kein Verweilverbot, damit Menschen ausweichen können

Im nahegelegenen Speyer hat man sich gegen ein Verweilverbot am Rhein und in Grünanlagen ausgesprochen. Zur Begründung teilte eine Sprecherin der Stadt mit: "Wir beobachten aktuell ein verstärkt diffuses Infektionsgeschehen im häuslichen Umfeld". Man wolle verhindern, dass sich die Leute zu Hause anstecken, wenn sie nirgendwohin mehr ausweichen könnten. Um die Maßnahmen über die Feiertage zu überwachen, hat die Stadt Speyer verstärkte Kontrollen angekündigt. Damit ist sie nicht allein.

Wegen verschärfter Corona-Maßnahmen gibt es an Ostern in Rheinland-Pfalz verstärkt Polizei-Kontrollen. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Wegen verschärfter Corona-Maßnahmen gibt es an Ostern in Rheinland-Pfalz verstärkt Polizei-Kontrollen. Picture Alliance

Bereitschaftspolizei unterstützt bei Osterkontrollen in Rheinland-Pfalz

In ganz Rheinland-Pfalz werde die Polizei verstärkt kontrollieren, ob die Menschen die Corona-Vorschriften einhalten, teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Zusammen mit den Einsatzkräften der Polizeipräsidien würden über das Osterwochenende zusätzlich insgesamt rund 610 Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei im ganzen Land die Kontrollen unterstützen.

Lewentz rief die Bevölkerung dazu auf, größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Vor allem die sich ausbreitenden Virusmutanten erforderten weiterhin den entsprechenden Abstand und das strikte Einhalten der Corona-Regeln. Die Polizei rechne für die Osterfeiertage damit, dass viele Menschen Ausflüge machten, so Lewentz. Deshalb werde sie verstärkt dort kontrollieren, wo viele Menschen zusammenkommen - wie etwa am Mainzer Rheinufer.

Am Rheinufer in Mainz wollen Ordnungsamt und Polizei "Präsenz zeigen"

Dort gibt es aktuell zwar kein Verweilverbot, dafür aber eine zeitlich festgelegte Maskenpflicht: An allen Tagen darf das Rheinufer zwischen 12 und 21 Uhr nur mit Maske begangen werden. Mit Ordnungsamt und Polizei wolle man über die Feiertage am Rheinufer "Präsenz zeigen", teilte die Stadt mit. Es werde ein "abgestimmtes Vorgehen" an den Ostertagen geben. Absperrungen soll es allerdings nicht geben.

Wer ohne Maske am Rhein spazieren will, der kann in Mainz nur auf die Morgenstunden ausweichen. Denn mit dem Beginn der Osterfeiertage wird in der Landeshauptstadt auch die nächtliche Ausgangssperre eingeführt. Ein abendlicher Verdauungsspaziergang muss dann bis 21 Uhr abgeschlossen sein. Die Sperre gilt bis 5 Uhr morgens.

Allerdings sind die Mainzer in ihrem Kummer nicht allein. Immer mehr Kreise und Städte in Rheinland-Pfalz zogen aufgrund steigender Inzidenz bereits die Notbremse und reagierten mit schärferen Maßnahmen. Ausgangsbeschränkungen gibt es auch in Koblenz, Ludwigshafen, Speyer, Pirmasens und Worms, sowie in den Kreisen Altenkirchen, Neuwied, Mayen-Koblenz, Birkenfeld, Alzey-Worms, Germersheim und Rhein-Pfalz-Kreis.

Am Deutschen Eck darf ab abends nicht verweilt werden

In Koblenz gibt es seit der Nacht auf Gründonnerstag auch ein Verweilverbot für einige belebte Plätze - davon sind sowohl das Deutsche Eck als auch die Rheintreppen betroffen. Immer zwischen 20 Uhr und 5 Uhr dürfen sich die Menschen dort also nicht länger aufhalten. "Unser Ordnungsamt hat durch personelle Umsetzungen genügend Kolleginnen und Kollegen, um Kontrollen durchzuführen. Ferner werden wir auch von der Polizei unterstützt", teilt die Stadt Koblenz mit. Aufgrund der warmen Temperaturen sei es in den Tagen vor Ostern schon zu etwas mehr Verstößen gekommen.

Im nahegelegenen Andernach kündigte Oberbürgermeister Achim Hütten (SPD) an, über die Osterfeiertage verstärkt Parks und Ausflugsziele zu kontrollieren. Bisher habe die Stadt bei Verstößen nur Ermahnungen erteilt, sagte Hütten, künftig würden Verstöße teuer werden.

Verständnis in Bingen: "Die Leute müssen ja irgendwohin"

Sollten die Entwicklungen aus dem Ruder laufen, müsse man auch in Bingen über strengere Maßnahmen wie ein Verweilverbot nachdenken, sagte Bürgermeister Ulrich Mönch (CDU) dem SWR. Im Moment komme das aber nicht in Frage. „Die Leute müssen ja irgendwohin. Bevor ich sie irgendwohin dränge, probieren wir es lieber mit einem offenen Rheinufer.“ Natürlich werde es da voll. Und es werde auch kontrolliert. „Wir können aber nicht überall sein“, so Mönch. Manchmal habe man es auch mit renitenten Menschen zu tun, bei denen Ermahnungen auf taube Ohren stoßen.

OB Kessel: Beliebte Plätze in Worms über Ostern meiden

Die Stadt Worms will die Kontrollen über die Feiertage vor allem auch tagsüber verschärfen - unter anderem an der Rheinpromenade und in beliebten Grünanlagen wie dem Wormser Wäldchen. "Wir gehen davon aus, dass da über die Feiertage viel los ist", heißt es von der Stadt.

Oberbürgermeister Adolf Kessel (CDU) appelliert an die Einwohnerinnen und Einwohner, sich umsichtig zu verhalten: "Gerade für Menschen ohne Garten oder ähnliche Freiluftbereiche ist es schwer, an den Feiertagen permanent zu Hause zu bleiben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass von größeren Ausflügen Abstand genommen wird und die Menschen sich vor allem nicht an besonders beliebten Treffpunkten aufhalten, wo es ansonsten schnell zu Menschenansammlungen kommen kann." Eine Sperrung des Rheinufers oder von Grünanlagen werde es in Worms aber vorerst nicht geben.

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Stadt Trier: "Wir setzen auf Vernunft und Gemeinsinn"

Auch die Stadt Trier setzt über Ostern auf Kontrollen statt Sperrungen. An beliebten Orten werde man aber - wie auch schon im vergangenen Sommer - kontrollieren. Während der Osterfeiertage werde die Polizei "verstärkte Präsenzstreifen in eigener Zuständigkeit durchführen", teilt die Stadt mit. "Natürlich gibt es durch das schöne Wetter schon dieser Tage den Drang vieler Menschen, raus auf die Straßen und Plätze sowie in die Parks und ans Moselufer zu ziehen. Wir setzen auf die Vernunft und den Gemeinsinn der Bürgerinnen und Bürger, dass Sie sich dabei an die Abstandsregeln und die Hygienemaßnahmen halten."

Ein Verweilverbot für das Moselufer sei derzeit nicht geplant. Auch gibt es in Trier aufgrund der dort vergleichsweise niedrigen Inzidenz keine Ausgangssperre. Es gelten die Vorgaben der aktuellen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes.

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So dürfen sich die Trierer zum Osterspaziergang an der Mosel nur mit einem weiteren Haushalt treffen, dabei dürfen sie höchstens zu fünft sein. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht dazu. Damit haben sie allerdings immer noch mehr Freiheiten als die Menschen in Kreisen und Städten mit hoher Inzidenz: in Mainz, Koblenz oder Speyer zum Beispiel regeln Allgemeinverfügungen, dass Treffen nur mit dem eigenen Hausstand sowie einer weiteren Person erlaubt sind.

Auf Ostern draußen anstoßen ist nicht möglich

Mit einem Bier oder Sekt auf die Feiertage anstoßen ist hingegen weder am Moselufer noch am Rhein oder der Nahe erlaubt, denn laut der landesweiten Corona-Verordnung darf in der Öffentlichkeit kein Alkohol getrunken werden.

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