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Der Coronavirus hat zunehmend Auswirkungen auf den Alltag in Rheinland-Pfalz. Über die einzelnen Maßnahmen informierte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf einer Pressekonferenz. Auch pensionierte Ärzte sollen helfen.

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Besonders die Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten stellt die Menschen in Rheinland-Pfalz vor große Herausforderungen. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) deshalb eine Notbetreuung an.

Menschen, die in ihren Berufen gebraucht werden, sei es im medizinischen Feld oder beim Lebensmittelverkauf, hätten Anspruch darauf, so Hubig.

Lehrer weiterhin dienstverpflichtet

Für Schulen gelte außerdem, dass die Lehrkräfte weiterhin dienstverpflichtet sind. Das heißt, Lehrerinnen und Lehrer gehen am Montag ganz regulär weiterhin in ihre Schulen, so Hubig. Diejenigen, die auf Grund einer Vorerkrankung gefährdet sind, sollen nach Rücksprache nicht am Arbeitsplatz erscheinen.

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Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

„Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus stellt uns vor Herausforderungen, die es so noch niemals gab", sagte Dreyer. "Für uns stehen Schutz und die Gesundheit der Bürger und Bürgerinnen an erster Stelle. Die Lage ist ernst, deswegen handeln wir entschlossen."

Dreyer: "Kein Grund zur Panik"

"Es gibt keinen Grund zur Panik. Rheinland-Pfalz ist gut vorbereitet", so Dreyer. Ziel aller Maßnahmen sei es die Ausbreitung zu verlangsamen. Bund, Länder, Kommunen und alle beteiligten Stellen arbeiteten entschlossen daran, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und gleichzeitig auf eine höhere Zahl von erkrankten Menschen eingestellt zu sein.

"Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass besonders gefährdete, ältere und Hochbetagte sowie Menschen mit Vorerkrankungen geschützt werden. Jeder Bürger und jede Bürgerin sei dazu aufgerufen, wo immer es möglich ist, Sozialkontakte einzuschränken", so Dreyer.

Bei größeren Menschenansammlungen ließe sich die Gefahr einer Virusübertragung nicht sicher beurteilen. Deshalb würden Veranstaltungen mit mehr als 75 Teilnehmenden mit Ausnahme des Besuchs von Bildungseinrichtungen verboten. Das gelte zunächst bis Ostern.

Förderschulen nicht von Schließungen betroffen

Von den Schulschließungen seien Förderschulen nicht betroffen, teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) mit. Der Grund seien die komplexen Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Schüler.

Abiturprüfungen und sonstige Abschlussprüfungen werden grundsätzlich durchgeführt. Allen Schülerinnen und Schüler wird ermöglicht, ihre Prüfung durchzuführen, eventuell auch zu einem späteren Zeitpunkt.

Bätzing-Lichtenthäler: Mehr Intensivbetten

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) kündigte an, dass alle notwendigen Vorkehrungen getroffen würden, damit Krankenhäuser gut auf die Versorgung schwer erkrankter Menschen vorbereitet sind. "Unsere Krankenhäuser sind gut aufgestellt."

Am Montag wollen Dreyer und Bätzing-Lichtenthäler mit den zuständigen Krankenhausträgern Gespräche führen, wie planbare Eingriffe, die medizinisch nicht unbedingt notwendig sind, verschoben werden können, damit möglichst viele Ressourcen für die Behandlung von Corona-Patienten vorgehalten werden können.

Pensionierte Ärzte sollen helfen

Eine Abfrage des Gesundheitsministeriums habe ergeben, dass in den Gesundheitsämtern der Kommunen zusätzliche Kräfte benötigt würden. Das Ministerium stünde hierzu mit der Landesärztekammer im Austausch und es würden bereits pensionierte Ärzte angeschrieben.

"Des Weiteren läuft eine Ausschreibung zur Gewinnung von fortgeschrittenen Medizinstudierenden zwecks Unterstützung, beispielsweise bei den diversen Hotlines", so Bätzing-Lichtenthäler.

Auch um die Kapazitäten an der Hotline des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117) erweitern zu können, seien bereits Vorkehrungen getroffen worden. "In den Leitstellen Mainz und Landau wird derzeit die technische Infrastruktur für weitere 22 Arbeitsplätze geschaffen, die im Bedarfsfall für eine landesweite Kapazitätserweiterung sorgen."

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