Die Omikron-Variante des Corona-Virus, auf die mit einer Beschriftung auf einem Teströhrchen hingewiesen wird, ist auch in Karlsruhe auf dem Vormarsch. (Foto: imago images, Christian Ohde)

B.1.1.529 in Deutschland

FAQ zu Omikron - Was wir über die neue Corona-Variante wissen

STAND

Die neue Corona-Variante B.1.1.529 - Omikron genannt - breitet sich zunehmend auch in Rheinland-Pfalz aus. Was wir bislang über Omikron wissen:

Was macht die neue Variante besonders gefährlich?

Die Omikron-Variante unterscheidet sich recht deutlich von den anderen bisher bedeutenden Varianten Alpha, Beta und Delta. Sie sorgt zwar offenbar für weniger schlimme Verläufe, ist aber viel ansteckender. David Beck von der SWR Wissen-Redaktion erklärt, die neue Variante weise im Vergleich zum ursprünglichen Virus etwa 50 Mutationen auf - allein auf dem Spike-Protein etwa 30. Dieses Protein benötigt das Virus, um in die menschliche Zelle einzudringen und sie zu infizieren. Andererseits ist es auch der Angriffspunkt der Impfstoffe.

Erfasst wurden in Rheinland-Pfalz bislang 62 bestätigte Fälle der Omikron-Variante sowie 601 Verdachtsfälle (Stand 2. Januar 2022).

Das RKI geht davon aus, dass bereits Anfang Januar 2022 Omikron die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird. Der Expertenrat der Bundesregierung befürchtet eine hohe Zahl gleichzeitig Infizierter und Kranker und damit einhergehend nicht nur eine Überlastung des Gesundheitssystems, sondern auch Risiken für die kritische Infrastruktur.

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Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte dazu, wenn Infektionen mit der Omikron-Variante tatsächlich einen milderen Verlauf hätten, würde dies vielleicht die Zahl der Sterbefälle für zwei oder drei Wochen gering halten. Durch das starke Wachstum der Neuinfektionen sei dieser Vorteil aber schnell aufgebraucht. Die bevorstehende Welle werde eine "massive Herausforderung" für die Krankenhäuser, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes, betonte Lauterbach.

Wie gut funktionieren Schnelltests bei Omikron?

Die meisten der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests sind nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) auch zum Nachweis der neuen Omikron-Variante geeignet. Davon sei "auf der Grundlage der aktuellen Datenlage auszugehen", schreibt das PEI auf seiner Internetseite.

Bis Mitte Dezember hätten insgesamt 245 verschiedene sogenannte Antigentests ein allgemeines Prüfverfahren durch ein PEI-Labor durchlaufen, 199 hätten die Untersuchung bestanden. Von diesen 199 könnten wiederum die allermeisten eine Omikron-Infektion nachweisen.

Der Grund: Die große Mehrheit der in Deutschland angebotenen Tests schlage auf ein Protein des Virus an, dass von den Omikron-Mutationen vergleichsweise wenig betroffen sei. Das PEI schränkt aber ein: "Für eine endgültige, qualitative und quantitative Aussage sind allerdings weitere Untersuchungen, insbesondere Vergleichsstudien mit Proben von Omikron-infizierten Personen erforderlich."

Wie gut sind Geimpfte geschützt?

Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe an der Universität Hamburg, glaubt nicht, dass diese Variante den Impfschutz komplett aushebeln kann. Einen gewissen Schutz - etwa vor einem schweren Krankheitsverlauf - bieten die Impfstoffe wahrscheinlich auch noch gegen Omikron, so Schmidt-Chanasit. "Der Booster erhöht diesen Schutz auch nochmal bezüglich der Infektion, und genau das ist das, was jetzt eigentlich jeder machen sollte." Auch andere Experten, wie der Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin, teilen diese Meinung. Er twitterte: "Es sieht nicht gut aus für zweifach Geimpfte. Dritte Dosis nötig."

Die Unsicherheit durch Omikron führte im Dezember so auch zu einer zunehmenden Impfbereitschaft. Am letzten Tag des Jahres haben noch einmal mindestens 112.000 Menschen eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Damit verfügen insgesamt 71,2 Prozent der Bürger über die Grundimmunisierung, für die in der Regel zwei Dosen erforderlich sind. Eine Auffrischungsimpfung ("Booster") erhielten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI/Stand: 1.1.2022) bereits 38,7 Prozent der Bevölkerung.

Angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante hat Israel bereits mit der Verabreichung einer vierten Corona-Impfdosis bei besonders anfälligen Bevölkerungsgruppen begonnen. Am Silvestertag wurden die ersten nochmaligen Booster-Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer im Sheba-Krankenhaus in Ramat Gan an Menschen mit geschwächtem Immunsystem verabreicht.

Welche Konsequenzen hat Omikron auf die Quarantäne?

Durch das enorme Ansteckungspotenzial, bei gleichzeitig vergleichsweise milden Krankheitsverläufen - insbesondere bei Geimpften - entwickelte sich eine Diskussion über eine Verkürzung der Quarantäne. Die Bundesregierung erarbeitet aktuell einen entsprechenden Verordnungsentwurf. Relevant ist die Frage der Quarantäneregeln unter anderem für den Bereich der kritischen Infrastruktur, wo Ausfälle vermieden werden sollen. Dazu zählen beispielsweise die Energieversorger, die Polizei und die Feuerwehr.

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Der Mainzer Virologe Bodo Plachter schlägt eine Verkürzung nur für bestimmte Gruppen vor. "Man wird situativ entscheiden müssen, ob man die Quarantäne verkürzt. Ich glaube nicht, dass man pauschal sagen kann, die und die Berufe sind in kritischer Infrastruktur, die Mitarbeitenden müssen jetzt beispielsweise auf jeden Fall freigetestet werden", so Plachter.

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Was sagen die Impfstoffhersteller?

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech untersucht die neue Corona-Variante Omikron und arbeitet auch an der Entwicklung eines angepassten Impfstoffs - vorbeugend für den Fall, dass dieser notwendig werden könnte. BioNTech-Chef Ugur Sahin erwartet, dass der bestehende Covid-19-Impfstoff auch bei der neuen Variante vor schweren Krankheitsverläufen schützen kann. Schließlich sei Omikron nicht die erste Corona-Variante, die aufgetaucht sei, sagte er.

Nach Auskunft des Verbandes der forschenden Pharmaunternehmen vfA prüfen auch die weiteren Hersteller, deren Impfstoffe derzeit in Deutschland zugelassen sind (Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson), wie gut ihre Impfstoffe auch vor Omikron schützen.

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Weniger gelassen als der BioNTech-Chef sieht es der Chef des US-Pharmakonzerns Moderna, Stéphane Bancel. Er sagte der "Financial Times", dass wegen der vielen Mutationen dieser Variante davon auszugehen ist, dass die Schutzwirkungen der Impfung erheblich abnehmen.

Wie schnell kann ein angepasster Impfstoff entwickelt werden?

BioNTech/Pfizer und Moderna haben nach dem Bekanntwerden von Omikron Arbeiten an einem angepassten Vakzin angekündigt. Man gehe davon aus, den Impfstoff bis März bereitstellen zu können, sofern eine Anpassung für einen höheren sowie langanhaltenderen Schutz notwendig sein sollte.

In den vergangenen Monaten haben die Impfstoffhersteller im Labor geübt, wie sie ihre Impfstoffe an Varianten wie Beta und Delta anpassen können. BioNTech zum Beispiel hat eine Anpassung an die Beta-Variante im Impfstoff vorgenommen und ist damit in der Erprobungsphase II/III. Nun spielt diese Variante weltweit keine große Rolle im Infektionsgeschehen mehr, doch das Ziel war vor allem, gemeinsam mit den Zulassungsbehörden einen Prozess zu entwickeln, wie solche Anpassungen im Notfall schnell durchgeführt werden können.

Der Notfall tritt dann ein, wenn eine Variante auftaucht, die den Impfungen vollständig entkommen kann. Ein BioNTech-Sprecher versicherte, wenn nötig, dann könne der Impfstoff innerhalb von sechs Wochen gegen die Variante Omikron angepasst werden und die ersten Chargen könnten innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden.

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Was sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO)?

Die Omikron-Variante wurde laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund hundert Ländern nachgewiesen, darunter Deutschland. In einigen europäischen Ländern wie Frankreich hat sie sich bereits zur vorherrschenden Corona-Variante entwickelt. Dort wurden lag zum Jahresbeginn (Stand 3. Januar 2022) die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1.679, in Spanien bei 1233. In Deutschland lag sie zeitgleich bei 222.

Ein WHO-Expertengremium hat die neue Corona-Variante als "besorgniserregend" eingestuft. Diese Klassifizierung ist laut WHO ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Außerdem besteht bei "besorgniserregenden Varianten" die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Maßnahmen weniger wirksam sind. Diese nun Omikron genannte Variante weise eine große Anzahl Mutationen auf, von denen einige besorgniserregend seien, hieß es.

Die WHO ruft ihre 194 Mitgliedstaaten dazu auf, sicherzustellen, dass Pläne zur Eindämmung in Kraft seien, um das Gesundheitssystem aufrecht zu halten.

Wo kommt die neue Variante her?

Die neue Variante B.1.1.529 des Coronavirus' hat sich nach derzeitigem Erkenntnisstand zunächst im südlichen Afrika ausgebreitet. Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten (NICD) hatte am 25. November mitgeteilt, es seien in Südafrika 22 Fälle der neuen Variante nachgewiesen worden.

David Beck von der SWR Wissen-Redaktion: "Erstmals nachgewiesen wurde die Omikron-Variante in Botswana – aufgefallen ist sie, nachdem in der südafrikanischen Region Gauteng vermehrt Menschen positiv auf das Coronavirus getestet wurden." Bei Stichproben habe sich herausgestellt, dass die Infektionen durch die bis dahin unbekannte Variante ausgelöst worden seien.

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