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In Rheinland-Pfalz darf die Außengastronomie jetzt wieder öffnen - allerdings unter strengen Auflagen. Zudem gilt das nur für Kreise oder Städte mit vergleichsweise niedriger Inzidenz und nicht über Ostern.

Diese Lockerung sei "ein wichtiges Signal an die Gastronomie, die seit November geschlossen ist", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Geöffnet werden könne die Außengastronomie in Städten und Landkreisen, in denen der Inzidenzwert unter 100 liege.

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Nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen muss die Außengastronomie allerdings über Ostern wieder schließen. Von Gründonnerstag bis Ostermontag gilt danach ein strenger Lockdown. Auch der Einzelhandel bleibt dann weitgehend geschlossen. Der Gründonnerstag wird wie ein Sonn- und Feiertag gehandhabt. Ab Dienstag nach Ostern soll dann wieder die Lockerung für die Gastronomie gelten.

Schnelltests für Besucher nötig

Besucher müssen einen negativen Schnelltest vorweisen und die allgemeinen Schutzmaßnahmen beachten, heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung. Auch sei der gemeinsame Besuch im Biergarten oder im Café draußen nur für maximal fünf Menschen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt.

In der Pfalz hoffen die Gastronomen und Hoteliers auf Öffnungsperspektiven mit Schnelltests. Mit speziellen Schulungen haben sie sich auf die Öffnungen vorbereitet. Etwa 90 Hotel- und Gaststättenbetreiber haben gelernt, Corona-Schnelltests bei ihren künftigen Gästen durchzuführen.

Auflagen zu hoch - keine Außengastro in der Westpfalz

In der Westpfalz ist man da skeptischer: Viele Gastronomen öffnen nicht, weil ihnen die Corona-Auflagen zu hoch sind. Die Kaiserslauterer Dehoga-Kreisvorsitzende Patrizia Boßert sagt, die Vorschriften seien zu streng und es lohne sich deshalb für die meisten Betriebe in Kaiserslautern nicht, den Außenbereich zu öffnen.

Ähnlich sehen das auch viele Gastronomiebetriebe in Mainz. Die meisten von ihnen sind verunsichert und haben sich dazu entschieden, die Außengastronomie nicht zu öffnen. Auch viele kleinere Cafés bleiben weiterhin beim To-Go-Angebot.

Im nördlichen Rheinland-Pfalz müssen die Einzelhändler in den Kreisen Rhein-Lahn, Mayen-Koblenz, Neuwied sowie im Westerwaldkreis und der Stadt Koblenz zum Termin-Shopping zurückkehren. Restaurant und Kneipen dürfen ihre Außenbereiche dort unter Auflagen aber wieder öffnen. Im Kreis Ahrweiler gelten dagegen strengere Regeln.

Keine landesweiten Öffnungsschritte

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen werde es keine weiteren landesweiten Öffnungsschritte geben, erklärte Dreyer.

"Die Neuinfektionen mit Corona steigen seit über einer Woche bundesweit kontinuierlich an. Auch wenn die Inzidenz in Rheinland-Pfalz deutlich niedriger ist als im Bundesdurchschnitt, blicken wir zunehmend sorgenvoll auf diese Entwicklung." - auch wenn die landesweite Inzidenz am Dienstag wieder leicht auf 79,8 gesunken ist.

Dehoga begrüßt generelle Öffnung

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz hat die Entscheidung, die Außengastronomie wieder zu öffnen, begrüßt. Allerdings gehe man davon aus, dass die seit Montag erlaubte Öffnung erst in den kommenden Tagen so richtig Fahrt aufnehmen werde. Da die Entscheidung erst am Freitagabend bekannt gegeben wurde, suchten viele Betriebe derzeit noch Kontakt zu den zuständigen lokalen Behörden, um Einzelheiten zu klären, sagte Dehoga-Präsident Gereon Haumann.

Der Verband hatte zuvor erklärt, man erwarte, dass Dreyer nun auch ihre Zusage einhalte, Hotels und Restaurants an Ostern eine Öffnungsperspektive zu geben. Dies müsse bei den Bund-Länder-Beratungen an diesem Montag verwirklicht werden. Dies ist nun aber nicht eingetreten.

"Rheinland-Pfalz-Modell" soll mit Kommunen beraten werden

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Für diese Woche kündigte Dreyer Gespräche der Landesregierung mit den Kommunen an. Es solle beraten werden, wie in Modell-Kommunen durch schlüssige Test- und Nachverfolgungskonzepte in engen Grenzen Lockerungen erreicht werden können, wenn der Inzidenzwert dort unter 100 liege.

Bei diesem so genannten Rheinland-Pfalz-Modell solle zugleich wissenschaftlich überprüft werden, an welchen Orten sich die Menschen ansteckten. Bei Inzidenzwerten über 100 werde jedoch die Notbremse gezogen und alle Regelungen würden ausgesetzt, sagte Dreyer.

Kommunen sehen Zeichen der Hoffnung nach Ostern

Die Modelle zur behutsamen Aufhebung von Corona-Einschränkungen nach Ostern sind aus Sicht der Kommunen ein Hoffnungssignal. Wenn diese erfolgreich seien, könnten daraus dauerhafte Konzepte für mehr Normalität im ganzen Land werden, sagte der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebunds, Karl-Heinz Frieden. Denn die Pandemie werde das Leben noch monatelang bestimmen.

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