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In Mainz und Trier gibt es quasi Corona-Massentests - ganz ohne Teststäbchen in Nase oder Rachen. In den Kläranlagen der beiden Städte wird das Abwasser untersucht. Damit will man Ausbrüche frühzeitig erkennen.

Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) hat offiziell den Startschuss für das Corona-Abwasser-Monitoring an den Kläranlagen gegeben. Dort werden Wasserproben genommen und auf SARS-CoV2 untersucht.

Erkrankt jemand an Covid-19, lässt sich der Erreger auch im Stuhl der Person nachweisen, und damit später auch im Abwasser. Wer in Mainz und Trier auf die Toilette geht, macht also praktisch bei einem Corona-Massentest mit.

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Pilotprojekt bis Ende des Jahres

Das Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz soll bis Ende des Jahres laufen. Die Messungen sollen in die Entwicklung eines Frühwarnsystems einfließen. Als größte kommunale Kläranlage in Rheinland-Pfalz war die Mainzer Kläranlage bereits Ende letzten Jahres Teil einer Studie zum Thema Corona im Abwasser. Nach eigenen Angaben steuerte man in regelmäßigen Abständen insgesamt 55 Abwasserproben bei.

Aus den Abwasserproben lässt sich laut SWR-Umweltredaktion das gleiche herauslesen wie aus einem PCR-Test. Also nicht nur ein positiver Befund, auch die Virenkonzentration oder die Virusvarianten lassen sich bestimmen. Also kann man anhand des Abwassers einen Überblick über das Infektionsgeschehen einer Kommune bekommen.

Abwassertest ist schneller

Der Vorteil gegenüber dem normalen Test: Das Abwasser ist schneller. In Bayern wird die Untersuchung schon länger in einigen Kommunen gemacht. Es hat sich gezeigt, dass man das Infektionsgeschehen bis zu zehn Tage früher einschätzen kann als die Gesundheitsämter. So eine Abwasserprobe ist innerhalb eines Tages ausgewertet und sie erfasst eben auch die gesamte Bevölkerung – denn aufs Klo geht jeder quasi täglich, zum Test nicht. Das heißt man kann schon frühzeitig sehen, wie sich Infektionszahlen wohl entwickeln und auch welche Virusvarianten sich durchsetzen werden. Mit genügend Daten lässt sich aus dem Abwasser-Monitoring ein Warnsystem für die Pandemie entwickeln.

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