Ein Handydisplay zeigt den QR-Code eines Corona-Impf-Zertifikats (Foto: IMAGO, IMAGO / photothek)

Impfzertifikate und App-Check-Ins

Corona-Kontrollen in der Gastronomie - vor allem Kontaktdaten mangelhaft

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Der Restaurantbesuch ist derzeit mit einer Menge Bürokratie verbunden: Impfzertifikate, Corona-Testergebnisse, Kontaktdaten. Letztere werden in Rheinland-Pfalz, so die Rückmeldung aus verschiedenen Städten, nicht sehr gründlich nachverfolgt.

Ein Besuch im Restaurant gleicht seit Monaten einem Check-In am Flughafen: eventuell Reservierung besorgen, Impf- oder Genesungszertifikat bereithalten, Kontaktdaten oder App-Check-In vorzeigen. Doch wie gründlich kontrollieren Gastronomie-Betriebe die derzeit geltenden Corona-Regeln? Und wie werden die Betriebe kontrolliert?

Bei tausenden Gastronomie-Betrieben in Rheinland-Pfalz ist eine pauschale Antwort nicht möglich. Erfahrungen bei Restaurant- oder Kneipenbesuch sind teils sehr unterschiedlich und subjektiv. "Zum Teil ist es sicher so, dass einige Gastronomen es sehr locker sehen, das haben wir auch schon so erlebt", sagt Manuela Schermer, Gastro-Besucherin in Kaiserslautern. "Aber das heißt ja nicht, dass es allgemein so ist."

Vier Corona-Ausbrüche in Gaststätten im Oktober

Festhalten lässt sich jedoch: Besuche in der Gastronomie treiben das aktuelle Infektionsgeschehen wahrscheinlich nicht voran. So hat das Gesundheitsministerium von Rheinland-Pfalz innerhalb von vier Wochen (Stand: 30. Oktober) vier Fälle von lokalen Corona-Ausbrüchen im Zusammenhang mit Gaststätten verzeichnet - davon eines mit weniger als fünf Fällen, zwei mit fünf bis neun Fällen und eines mit zehn bis 29 Fällen.

Zusammenhängen kann das mit einer Beobachtung, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Rheinland-Pfalz gemacht hat: "Weit mehr als 95 Prozent der Gäste sind geimpft oder genesen", sagt RLP-DEHOGA-Präsident Gereon Haumann. Die Kontrollen der entsprechenden Nachweise von Impfung und Genesung seien zwar ein Aufwand für die Gastronomie-Betriebe, sagt Haumann, aber die meisten übernehmen den gerne. "Wir haben lieber den Aufwand als wieder zu schließen."

Ähnlich sieht es auch Alf Schulz, seit 20 Jahren Gastronom in Kaiserslautern: "Es gibt Menschen, die meinen sie könnten sich über alles hinwegsetzen und die meinen, sie brauchen gar nix. Wir halten uns an die Regeln, denn wir wollen gesund bleiben."

Die Gäste seien in der Regel verständnisvoll und hätten Übung darin, sagt Haumann weiter: "Es ist wie am Flughafen, da hält man die Bordkarte ja auch bereit beim Boarding." Aber es gebe natürlich auch Ausnahmen mit Gästen, die keine Zertifikate oder Testergebnisse vorlegen können oder wollen.

Mängel vor allem bei Erfassung von Kontaktdaten

Wie gewissenhaft diese in Restaurants und Bars kontrolliert werden, wird wiederum von den Ordnungsämtern kontrolliert - stichprobenartig oder mit Schwerpunktkontrollen wie am vergangenen Wochenende in Koblenz. Bei rund 50 Kontrollen seien keine gravierenden Mängel beim Einhalten der 3G-Regel in den Betrieben festgestellt worden. Allerdings sei bei fast der Hälfte der Kontrollen die Erfassung der Kontaktdaten vernachlässigt worden - oder fehlte ganz, teilte die Stadt Koblenz mit.

Ähnlich sehe es in Ludwigshafen aus: "Wir kontrollieren regelmäßig", sagt ein Sprecher der Stadt. Auch hier falle immer mal wieder auf, dass Kontaktdaten mangelhaft erfasst werden.

Corona-Auflagen sind manchen Betreibern unklar

In Koblenz wie auch in Trier sei bei Kontrollen durch das Ordnungsamt in einigen Fällen aufgefallen, dass Verstöße gegen die 3G-Regel oder Hygiene-Auflagen an der Unwissenheit der Betreiber lagen. Offenbar ist einigen nicht klar, welche Corona-Regeln aktuell noch gelten. "Wir haben diese über die aktuell geltenden Bestimmungen belehrt und werden beanstandete Betriebe erneut überprüfen", sagt Christian Schnur, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts Trier.

Flächendeckender und regelmäßiger als mit Stichproben zu kontrollieren ist für die Behörden nicht möglich: "Bei mehreren hundert Gastronomien im Stadtgebiet können wir das nicht leisten", sagt etwa ein Sprecher der Stadt Trier. Wie häufig kontrolliert wird, liege im Ermessen der Städte, teilt das Gesundheitsministerium mit.

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