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Das milde Frühlingswetter macht es für viele Rheinland-Pfälzer schwer, sich an das derzeit geltende Kontaktverbot zu halten. Die Kommunen greifen ein und sperren einige Ausflugsziele.

Im Norden des Landes sind viele der beliebtesten Attraktionen betroffen, wie beispielsweise der Geysir in Andernach, der Eifelturm in Boos oder die Burg Eltz. Außerdem ist die Hängeseilbrücke Geierlay zwischen Mörsdorf und Sosberg bis auf weiteres geschlossen.

Einzelne Traumpfade und Parkplätze gesperrt

Auch Wandern oder Spazieren gehen wird an manchen Stellen eingeschränkt. Die Rhein-Mosel-Eifel Touristik weist darauf hin, dass einzelne Traumpfade gesperrt sind. Weil einige Pfade so schmal seien, könnten die vorgeschriebenen Kontaktregeln nicht eingehalten werden. Außerdem seien die Parkplätze rund um die Traumpfade und Traumpfädchen gesperrt. Die Verbandsgemeinde Pellenz hat zusätzlich die Parkplätze am Sportplatz Nickenich und am Krufter Waldsee, die zum Pellenzer Seepfad gehören, gesperrt.

Schmale Wege auf dem Nette-Schieferpfad in der Eifel (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Andreas Gillner)
Schmale Wege auf den Traumpfaden machen es schwierig, den Mindestabstand einzuhalten. picture alliance / Andreas Gillner

Überall werde darum gebeten, den nötigen Mindestabstand einzuhalten und in der vorgegebenen Richtung zu wandern, damit Wanderer sich nicht unnötig begegnen. Grundsätzlich gelte die Bitte, zu Hause zu bleiben.

Im Westerwald sind die Sehenswürdigkeiten und Wanderwege nicht gesperrt. Auch die Wege des Rheinsteigs sind nach Angaben der Romantischer Rhein Tourismus GmbH weiterhin begehbar.

Kaum Einschränkungen in Rheinhessen

Auch in der Landeshauptstadt Mainz sind keine Sperrungen geplant, teilte die Stadt mit. Die meisten Bürger würden sich an die Regeln halten. Sollten Verstoße festgestellt werden, würden Bußgelder verhängt.

Auch die Wanderwege in der Region sind geöffnet, bestätigt das Tourismusbüro Rheinhessen. Man bitte jedoch darum, dass die Menschen in ihrer direkten Nachbarschaft bleiben und nicht weit weg fahren, um wandern zu gehen.

Ausflüge in den benachbarten Rheingau sollten jedoch nicht unternommen werden. Dort werden beispielsweise Straßensperren an der Auffahrt zum Niederwald und zum Kloster St. Hildegard eingerichtet. Zusätzlich werden mehrere Parkplätze entlang des Rheinufers gesperrt.

Wanderwege in der Pfalz bleiben frei

Im Süden von Rheinland-Pfalz bleiben die Wanderwege weiterhin frei. Die Pfalz Touristik teilte mit, man richte sich nach der Verordnung der Landesregierung, was die Kontaktsperren angeht. Danach darf oder sogar solle man sich im Freien aufhalten, aber nicht mit mehr als zwei Personen.

Das Gelände rund um den Helmbachweiher in der Verbandsgemeinde Lambrecht wird aber abgesperrt. Am vergangenen Wochenende hatten sich dort mehrfach Menschen in größeren Gruppen gesammelt, so die Kreisverwaltung.

Nach Angaben der Stadt Bad Dürkheim habe man vor allem beliebte Wanderhütten im Blick, zum Beispiel die Lindemannsruhe oder das Forsthaus zur Isenach. Dort sollen sich an den Tischen und Bänken keine Menschen zum Picknick versammeln. Auch rund um Neustadt sind der Vollzugsdienst sowie Förster zu Kontrollgängen unterwegs. Straßensperren wird es laut Stadtverwaltung aber keine geben.

Denkmäler in Kaiserslautern offen, Biker-Parkplatz geschlossen

Im Stadtgebiet Kaiserslautern sind offene Ausflugsziele wie zum Beispiel Burgen oder Naturdenkmäler nicht von Schließungen betroffen. Menschenansammlungen sind aber selbstverständlich verboten, teilte die Stadt mit. Man würde regelmäßige Kontrollen durchführen.

Gesperrt ist jedoch der Parkplatz in Johanniskreuz im Kreis Kaiserslautern. Normalerweise kommen dort vor allem an den Wochenenden viele Motorradfahrer zusammen. Am vergangenen Samstag sollen es rund 150 gewesen sein. Der Platz wurde mit Gittern abgesperrt, das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Landstuhl und Polizisten kontrollieren dort regelmäßig.

Die Vogelquelle, ein beliebtes Ausflugziel in Vogelbach, einem Ortsteil der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau, ist ebenso mit Schild und Band abgesperrt.

"Ausflugsziele in der Vulkaneifel meiden"

Die Bürger der Verbandsgemeinde Gerolstein sollen nach einem Aufruf von Bürgermeister Hans Peter Böffgen in der Corona-Krise bekannte Ausflugsziele in der Vulkaneifel meiden. Tausende Touristen steuerten bei gutem Wetter regelmäßig die Maare, den Wasserfall "Dreimühlen", das Bolsdorfer Tälchen, den Kurpark an der Kyll oder die Gerolsteiner Dolomiten an. Das seien zu viele Menschen, um die derzeit geltenden Auflagen zu erfüllen. Stattdessen solle man Wald und Wiesenwege in der Nähe der eigenen Wohnungen nutzen.

Der Wasserfall Dreimühlen bei Nohn in der Eifel ist der nördlichste Kalksinter Wasserfall Europas (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Wasserfall Dreimühlen bei Nohn in der Eifel ist der nördlichste Kalksinter Wasserfall Europas Picture Alliance

Auf den Wanderwegen im Hunsrück sei derzeit keine starke Auslastung erkennbar, teilte die Hunsrück-Touristik GmbH mit. Deswegen seien zurzeit keine Sperrungen geplant. Dasselbe gilt für die Region Mosel.

Das Ordnungsamt Trier kontrolliert auch am Wochenende mit derselben Personalstärke in der Stadt und in Parks. So soll gewährleistet sein, dass sich bei dem Frühlingswetter die Menschen daran halten, nicht in Gruppen zusammen zu sein.

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