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Die Spitze der Bundes-CDU hat sich für Armin Laschet als Kanzlerkandidat ausgesprochen, die CSU für Markus Söder. Die rheinland-pfälzische CDU mahnte die Union zu Einigkeit und einer zeitnahen Entscheidung.

"Es war ein sehr klares Stimmungsbild. Präsidium und Bundesvorstand haben sich vertrauensvoll hinter Armin Laschet gestellt", sagte der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf am Montagvormittag. Ob er selbst den CDU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, oder CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern, Markus Söder, für den besseren Kandidaten hält, sagte Baldauf nicht.

Baldauf und Klöckner für schnelle Lösung

"Einen Sieg können CDU und CSU nur gemeinsam stemmen. Wir müssen dicht beieinander bleiben", betonte Baldauf. "Deshalb ist auch eine schnelle, einvernehmliche Lösung so wichtig. Wir dürfen nicht in einen Streit hineinlaufen. Weder innerhalb der CDU noch zwischen den Schwesterparteien."

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Auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende und CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner pochte am Rande der Präsidiumssitzung in Berlin auf eine zeitnahe Entscheidung: "Da muss ein Knopf dran gemacht werden."

Noch kein förmlicher Beschluss

In der Präsidiumssitzung habe Laschet am Montag in Berlin "breiten Rückhalt" für seine Ambitionen auf die Kandidatur bekommen, hieß es zuvor aus Parteikreisen. Ein förmlicher Beschluss sei aber nicht gefasst worden.

Die Kanzlerkandidatur der Union strebt auch CSU-Chef Markus Söder an, der am Montagnachmittag von seinem Präsidium in München vollen Rückhalt erhielt.

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In Rheinland-Pfalz gab es auch Stimmen für Söder

In den vergangenen Wochen hatten sich einzelne rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete der CDU für Markus Söder ausgesprochen. Als erster hatte der Bad Dürkheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger für den CSU-Politiker geworben. Steiniger hatte im SWR-Interview gesagt, er sei für Söder - und an seiner Basis keine/r für Laschet. Er sei überzeugt, Söder sei durch sein Handeln in der Corona-Pandemie der Richtige dafür.

Ähnlich äußerte sich die rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Ellen Demuth aus Linz am Rhein. Sie hatte kritisiert, Laschet habe in seiner Bewerbungsrede für die Kanzlerkandidatur zwar einzelne Ideen, aber keine stringente Strategie vorgelegt, wie es in den nächsten Jahren in Deutschland weitergehen solle.

Schnieder warnt vor Abstimmung in der Fraktion

Am Montagabend diskutierte die rheinland-pfälzische Landesgruppe unter Leitung von Patrick Schnieder über die Lage. Schnieder, der als Parlamentarischer Geschäftsführer eine wichtige Position in der Unionsfraktion inne hat, warnte nachdrücklich im Interview mit dem SWR vor einer Abstimmung in der Fraktion, weder am Dienstag noch in einer weiteren Sitzung. Als das zuletzt geschah - 1979 zwischen Franz-Josef Strauß und Ernst Albrecht - habe das jahrelange Verwerfungen zur Folge gehabt. Eine Abstimmung in der Landesgruppe war nicht vorgesehen.

Johannes Steiniger will Söder und Laschet eine Deadline setzen, sich bis Donnerstag "gütlich zu einigen" - sonst müsse die Bundestagsfraktion in einer Sondersitzung entscheiden.

Kreisverbände wollen mit entscheiden

Auch sieben der 36 Kreisverbände der rheinland-pfälzischen CDU gehen auf die Barrikaden. Sie fordern eine Beteiligung der Basis an der Entscheidung, wer gemeinsamer Spitzenkandidat wird: "Wir würden es sehr begrüßen, die Mitglieder unserer Kreisverbände in die Entscheidung mit einzubeziehen und wir trauen uns zu, das noch in dieser Woche anzugehen."

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