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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet wird neuer Vorsitzender der CDU. Die rheinland-pfälzische Landeschefin Julia Klöckner wurde als stellvertretende Bundesvorsitzende bestätigt.

Beim digitalen CDU-Parteitag setzte sich der 59-jährige Laschet in einer Stichwahl gegen Friedrich Merz durch. Laschet erhielt am Samstag 521 Stimmen, Merz kam auf 466 Stimmen der Delegierten. Die Entscheidung fiel per Online-Abstimmung und muss noch formal per Briefwahl bestätigt werden. Das Ergebnis soll am 22. Januar bekanntgegeben werden.

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Im ersten Wahlgang hatte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erreicht - der Außenpolitiker Norbert Röttgen belegte den dritten Platz und war damit aus dem Rennen.

Gratulanten aus der rheinland-pfälzischen CDU

Der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf sagte nach der Wahl, Laschet könne Menschen zusammenführen, das zeige er als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. "Diese Fähigkeit zur Nähe braucht die CDU, um geschlossen, als moderne Volkspartei in das Superwahljahr mit Landtagswahlen und die Bundestagswahl zu ziehen", so Baldauf. Jetzt stehe noch die Briefwahl an. CDU und CSU würden danach in aller Ruhe gemeinsam über die Frage der Kanzlerkandidatur entscheiden.

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner gratulierte ebenfalls: "Es ist gut, dass wir nun Klarheit haben, vorbehaltlich der Briefwahl. Jetzt ist es wichtig, dass die Partei sich hinter dem designierten neuen Vorsitzenden versammelt." Auch der CDU-Generalsekretär von Rheinland-Pfalz, Gerd Schreiner, gratulierte dem neugewählten Vorsitzenden.

Glück auf, @ArminLaschet. Danke für Euren profilierten Wettstreit. Die @cdu ist der eigentliche Gewinner. Und jetzt gilt es gemeinsam das Vertrauen der Menschen in den Ländern und im Bund zu gewinnen. Jede und jeder wird gebraucht. #wirmachendas @cdurlp @CDU_BW @ChBaldauf https://t.co/3vwP6cXeqW

Klöckner bleibt stellvertretende Bundesvorsitzende

Klöckner wurde als stellvertretende Bundesvorsitzende bestätigt. Die Bundeslandwirtschaftsministerin erhielt auf dem Parteitag 787 von 965 Stimmen, das entspricht knapp 82 Prozent. Damit erhielt Klöckner das zweitbeste Ergebnis der fünf Stellvertreter. Aus Rheinland-Pfalz nahmen 89 Delegierte an dem digitalen Parteitag teil.

In den Bundesvorstand der CDU wurden erneut Baldauf sowie die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil aus Andernach gewählt. Mit 872 Stimmen erhielt Baldauf dabei das beste Ergebnis unter den gewählten Vorstandsmitgliedern. Heil konnte 683 Delegierte von sich überzeugen.

Hans-Werner Adams nicht zu hören

Eher unfreiwillig ins Rampenlicht geriet der Delegierte Hans-Werner Adams aus Rheinland-Pfalz. Der erste Beigeordnete der Stadt Sinzig kämpfte bei der Fragerunde vor dem ersten Wahlgang mit den Tücken der Technik. Auf die Aufforderung der Moderatorin: "Herr Adams, Sie können sprechen" folgte Schweigen. Eine erneute Aufforderung: "Ja, Herr Adams, Sie können reden" blieb ebenfalls erfolglos. "Als ich in den digitalen Plenarsaal geschaltet wurde, war ich nicht zu hören, obwohl mein Mikro auf grün stand und ich an meinen Geräten gegenüber dem Check nichts verändert hatte", sagte Adams später der "Frankfurter Allgemeinen".

Nicht zu hören: der Delegierte Hans-Werner Adams (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/CDU.tv)
Nicht zu hören: der Delegierte Hans-Werner Adams picture alliance/dpa/CDU.tv

CDU betritt mit Wahl Neuland

Die CDU hat mit der Wahl technisches und rechtliches Neuland betreten und wollte deshalb mit der anschließenden Briefwahl rechtlich auf Nummer sicher gehen. Zur analogen Wahl sollen aber nach einer Vorabsprache unter den Kandidaten nicht mehr alle drei Kandidaten auf dem Briefwahl-Stimmzettel stehen, sondern nur noch der Sieger der Digitalwahl. Laschet, Merz und Röttgen hatten versichert, dass sie das Ergebnis der Online-Abstimmung akzeptieren werden.

Berlin

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