Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner und der Bundesvorsitzende Armin Laschet (Archivbild) (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

CDU-Bundesvorstand für Laschet

K-Frage: Klöckner in der Zwickmühle?

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In der Nacht kam die Entscheidung: Der CDU-Bundesvorstand stellt sich in der K-Frage der Union hinter seinen Vorsitzenden Armin Laschet. In Rheinland-Pfalz war die CDU aber offenbar Pro-Söder.

Armin Laschet kämpfte am Montag den Kampf seines politischen Lebens: Um 18 Uhr ging die von ihm kurzfristig einberufene digitale CDU-Bundesvorstandssitzung los. Erst spät in der Nacht kam das Votum: 31 Vorstandsmitglieder stellten sich hinter Laschet als Kanzlerkandidaten, neun hinter CSU-Chef Markus Söder, sechs enthielten sich. Laut CDU-Angaben entspricht das einer Zustimmung von 77,5 Prozent für Laschet und 22,5 Prozent für Söder.

Abstimmung im Vorstand Laschets letztes Mittel?

Ein Blick zurück auf die Ereignisse: Noch in der Nacht von Sonntag auf Montag hatte Laschet sich in stundenlangen Gesprächen mit - oder besser gesagt gegen - Markus Söder nicht durchsetzen können. Der bayerische Franke Söder flog zurück nach München und sagte zu, eine Entscheidung der großen Schwester (diesmal) zu akzeptieren. Souverän und klar müsse sie aber sein.

Auch in Rheinland-Pfalz unkten einige Christdemokraten, das sei der "geordnete Rückzug". Und der nun anscheinend am Ziel angelangte Armin Laschet sagte glücklich lächelnd, er werde nun einen Vorschlag machen, wie verfahren werde. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht sagte: Da muss er schon fest vorgehabt haben, auf jeden Fall abstimmen lassen zu wollen. Den Söder-Fans in Rheinland-Pfalz jedenfalls schwante nichts Gutes, sie zwangen ihre Landesvorsitzende Julia Klöckner, die Laschet unterstützt, zu einer Landesvorstandssitzung mit allen Kreisvorsitzenden noch vor der Bundesvorstandssitzung am Montagabend.

Stundenlanger Redemarathon

Und diese Sondersitzung - nur für eine Stunde angesetzt von 17 bis 18 Uhr - war ein vernichtendes Urteil für Armin Laschet. Nach SWR-Informationen war von 20 Wortmeldungen gerade einmal eine pro Laschet. In dem parallel laufenden Chat muss das Urteil für Laschet noch vernichtender gewesen sein. Formal abgestimmt wurde nicht, es sollte ein Meinungsbild sein. Und das konnte eindeutiger nicht sein.

So musste Julia Klöckner in der Bundesvorstandssitzung zu Protokoll geben, dass ihr Landesverband mit großer Mehrheit für Markus Söder sei. Es entwickelte sich ein Redemarathon, am Ende sollte geheim abgestimmt werden. Für Armin Laschet die letzte Chance, denn weder bei der Basis - das wäre zum Beispiel eine Kreisvorsitzendenkonferenz -, noch in der Bundestagsfraktion hätte er wohl eine deutliche Mehrheit gehabt. Die Zustimmung im Bundesvorstand müsste schon klar ausfallen, damit Laschet verkünden könnte, er sei der Kanzlerkandidat. Durchziehen mit einer knappen Mehrheit - das würde einen Aufstand der Basis nach sich ziehen.

Klöckner in der Zwickmühle

In Rheinland-Pfalz konnte bis Montagabend kein Kreisverband seitens der CDU benannt werden, der sich für Laschet ausgesprochen hätte. Mehrere aber dezidiert für Söder. Julia Klöckner war in der Zwickmühle: Als stellvertretende Bundesvorsitzende konnte und wollte sie Armin Laschet nicht in den Rücken fallen. Gleichzeitig musste sie eigentlich aufgrund des eindeutigen Votums ihres Landesverbandes für Söder stimmen. In der Bundesvorstandssitzung soll sie vielleicht auch deshalb gegen eine Abstimmung gewesen sein - die geheime Abstimmung kam ihr möglicherweise ganz gelegen.

Rheinland-Pfalz

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