Der CDU-Bundesparteitag stimmte für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

87 Delegierte aus Rheinland-Pfalz

CDU-Parteitag für verpflichtendes Gesellschaftsjahr

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In Hannover ist der Bundesparteitag der CDU zu Ende gegangen. Zum Abschluss stimmte die Partei dafür, dass alle jungen Menschen in Deutschland ein Gesellschaftsjahr leisten.

Die Delegierten - darunter 87 aus Rheinland-Pfalz - votierten am Samstag zum Abschluss des Parteitags dafür, sich für die Einführung eines sozialen Pflichtjahrs unmittelbar nach dem Schulabschluss einzusetzen - ob bei der Bundeswehr, im Pflegeheim, in Naturschutzprojekten oder in der Kulturarbeit. Die Christdemokraten wollen damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Es gehe auch darum, Menschen aus sozialen Brennpunkten oder aus anderen Kulturen das deutsche Gemeinwesen näher zu bringen, hieß es.

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"Ich freue mich, dass sich die Mehrheit der Delegierten für die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres ausgesprochen hat. Junge Menschen haben dadurch die Chance, sich selbst weiterzuentwickeln und einen wichtigen Dienst für unsere gesamte Gesellschaft zu leisten", sagte der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Christian Baldauf. Er hatte im Vorfeld an dem Antrag mitgearbeitet.

Um den Plan umzusetzen, müsste allerdings das Grundgesetz geändert werden. Ein Alternativvorschlag für ein freiwilliges soziales Jahr scheiterte.

Schrittweise Einführung der Frauenquote beschlossen

Wichtige Beschlüsse wurden auf dem Parteitag schon am Freitag getroffen. So beschlossen die Delegierten nach jahrzehntelangem Streit die schrittweise Einführung einer Frauenquote. Für den vom Parteivorsitzenden Friedrich Merz vorgelegten Kompromiss, die Quote bis Ende 2029 zu befristen, stimmten 559 Delegierte. Nötig waren mindestens 501 Stimmen. Mit Nein votierten 409 Delegierte, elf enthielten sich. Vor allem der CDU-Nachwuchs von der Jungen Union (JU) und die Mittelstandsvereinigung MIT hatten Front gegen die Quote gemacht.

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Lange hatte die CDU über die Beteiligung von Frauen diskutiert. Die CDU-Führung in Rheinland-Pfalz hatte schon länger Bedenken gegenüber der Quote. Landeschef Christian Baldauf hatte im Vorfeld gesagt, er sehe die von Friedrich Merz vorgeschlagene befristete Frauenquote kritisch. Es brauche mehr Ideen, um mehr Frauen für die CDU zu begeistern. Die Debatte um mehr Beteiligung von Frauen führe man auch nicht erst heute und auch nicht seit gestern. "Durch die Einführung einer Quote für mehr Beteiligung von Frauen haben wir einen wichtigen Meilenstein gelegt. Wir gehen neue Wege und bewahren Bewährtes“, sagte Baldauf nach dem Parteitag.

Christina Stumpp zur Vize-Generalsekretärin gewählt

Am Freitag wählte die CDU die Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp zur stellvertretenden Generalsekretärin. Die 34-Jährige erhielt beim Bundesparteitag 740 von 846 abgegebenen Stimmen. Die Funktion der Vize-Generalsekretärin war kürzlich in die Parteisatzung aufgenommen worden.

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