Busse stehen auf einem Betriebshof in Rheinland-Pfalz. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im privaten Busgewerbe im Land zu einem spontanen Streik aufgerufen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Frey)

Verhandlungen ohne Einigung

Warnstreiks bei privaten Busunternehmen in RLP gehen weiter

STAND

Rund 2.000 Fahrerinnen und Fahrer haben beim Warnstreik im privaten Busgewerbe in Rheinland-Pfalz am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. Die Busstreiks gehen heute unvermindert weiter - zunächst bis zum 6. Februar.

Mitgemacht hätten am Donnerstag etwa zwei Drittel der zum Warnstreik aufgerufenen Busfahrer, teilte ver.di-Verhandlungsführer Marko Bärschneider mit. Zu den Aktionen hatte die Gewerkschaft ver.di am Mittwochabend aufgerufen. Letzte Woche hatte es noch Hoffnung bei den festgefahrenen Verhandlungen für den Manteltarifvertrag gegeben. Doch laut ver.di blieben die Arbeitgeber in einem am Dienstag vorgelegten Entwurf hinter den Regelungen des alten Manteltarifvertrags zurück. Der Protest soll zunächst bis zum 6. Februar andauern.

Etliche Betriebe an vielen Standorten im Land betroffen

Von dem Streik betroffen sind den Angaben zufolge sämtliche Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte GmbH, der DB Regio Bus Rhein-Mosel GmbH, der Palatina Bus GmbH, der Stadtbus Bad Kreuznach GmbH, der MB Moselbahn mbH, der VRW, der MVB, der Zickenheiner GmbH, der BVB Verkehrsgesellschaft GmbH, der eurobus Verkehrs-Service GmbH Rheinland-Pfalz, der Stadtbus Zweibrücken GmbH, der koveb aus Koblenz sowie Orthen Reisen. Auch der Überland- und der Buspendelverkehr seien betroffen.

Video herunterladen (4,5 MB | MP4)

Allein die Koblenzer Verkehrsbetriebe müssten etwa die Hälfte der Fahrten ausfallen lassen, heißt es in einer Mitteilung. Priorität habe die Schülerbeförderung. Einige Linien fallen demnach komplett aus, auf anderen wird der Fahrplan ausgedünnt. Von dem Streik betroffen sind auch andere Regionen wie zum Beispiel der Kreis Neuwied, der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Westerwaldkreis.

Bezahlung auch für Standzeiten gefordert

Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Bezahlung der Fahrer auch für Standzeiten, also bei Fahrtunterbrechungen während einer Schicht. Außerdem sollen die Schichtlängen begrenzt werden. Verhandlungsführer Bärschneider sagte, bereits 1.114 Tage seien die Busfahrerinnen und Busfahrer nun ohne Manteltarifvertrag.

"Die Pistole auf die Brust gesetzt"

Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe (VAV) sagte dagegen, die Gewerkschaft habe ihr bei den Verhandlungen am Mittwoch "die Pistole auf die Brust gesetzt". Die Frage der Refinanzierung sei noch ungeklärt. Die einzelnen Punkte müssten ohne Zeitdruck verhandelt werden, schließlich gehe es um grundlegende Veränderungen der Rahmenbedingungen in der von der Corona-Pandemie ohnehin schwer gebeutelten Branche, sagte Hauptgeschäftsführer Heiko Nagel.

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Ausständen bei privaten Busunternehmen gekommen. Der Manteltarifvertrag war 2019 gekündigt worden. Über einen Entgelttarifvertrag hatten sich beide Seite nach langwierigen Auseinandersetzungen im vergangenen November geeinigt.

RLP

Aktionen auch zu Schulbeginn möglich Erneut Streik im privaten Busgewerbe in RLP

Die Woche endet mit Streiks bei den privaten Busunternehmern - die neue Woche nach den Schulferien könnte gleich mit neuen Streiks beginnen.  mehr...

Zweibrücken

Wird bis zum 6. Februar gestreikt? Busstreiks in der Pfalz: Notfahrplan für Schülerverkehr

In Zweibrücken fällt der Busverkehr wegen des Streiks komplett aus. Die Stadtbus GmbH hat ab sofort einen Notfahrplan am Start. Der Streik könnte noch lange dauern.  mehr...

Am Vormittag SWR4 Rheinland-Pfalz

Mainz

"Stay-At-Home-Streik" Beschäftigte im öffentlichen Dienst demonstrieren für mehr Lohn

Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben in Rheinland-Pfalz mit einem ganztägigen Warnstreik und einer Kundgebung in Mainz ihre Forderung nach höheren Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen bekräftigt.  mehr...

Guten Morgen Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

STAND
AUTOR/IN