Euro und Britisches Pfund (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Geisler-Fotopress | Robert Schmiegelt/Geisler-Fotopr)

Verhandlungen über Handelspakt der EU mit Großbritannien

Wirtschaft in Rheinland-Pfalz hofft auf Brexit-Einigung

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Deal oder no Deal? Ohne einen Handelspakt zwischen Brüssel und London drohen auch der Wirtschaft in Rheinland-Pfalz negative Folgen.

Im zähen Ringen um einen Brexit-Handelspakt hofft die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz auf eine Einigung der EU mit Großbritannien. "Die gegenseitigen Abhängigkeiten sind viel zu groß, als dass wir uns die Desintegration des Vereinigten Königreiches leisten könnten", sagte Geschäftsführer Karsten Tacke von der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) in Mainz.

Großbritannien stehe an vierter Stelle der rheinland-pfälzischen Exportmärkte. "Die Unternehmen des Landes exportieren jährlich Güter im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro ins Königreich. Vor allem die Kraftfahrzeugindustrie, der Maschinenbau und die Chemie betreiben intensiven Handel mit den Briten. Jede Einschränkung von Warenverkehr zieht schwere wirtschaftliche Folgen nach sich", betonte Tacke.

"Die Folgen werden spürbar sein"

Die politische Lage in Großbritannien sei fragil. "Das haben die Unternehmen in Rheinland-Pfalz und ihre Geschäftspartner natürlich verfolgt, und sie bereiten sich auf beide Szenarien vor." In einigen Branchen werde es gelingen, Produktion, Lieferketten und Vertrieb neu zu organisieren. "Dennoch werden die Folgen spürbar sein."

Ähnlich sieht es Karina Szwede von der Industrie- und Handelskammer (IHK). "Ein Scheitern der Verhandlungen bis Neujahr betrifft nicht nur den Austausch von Waren, sondern auch viele weitere Aspekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Koblenz. Es gehe auch um die Mobilität von Arbeitskräften oder die Fortführung gemeinsamer Standards.

Erfahrungswerte fehlen

Die Gesamtheit der regionalen Wirtschaft habe sich gut auf das anstehende Ende der Übergangsfrist vorbereitet. "Es sind aber immer noch viele Themen nicht abschließend geregelt, und es fehlt natürlich an der Praxiserfahrung", sagte Szwede. Großbritannien sei das erste Land, das die Europäische Union verlasse. "Es gibt also keine Erfahrungswerte, auf die man zurückgreifen könnte. Die Unternehmen werden auf ungeplante Hürden treffen, die es zu überwinden gilt."

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