Weihnachtsmarktbeleuchtung (Foto: picture-alliance / Reportdienste, HMB Media/ Heiko Becker)

Weniger Weihnachtsbeleuchtung - was bringt's der Umwelt?

Weniger Weihnachtsbeleuchtung - was bringt's der Umwelt?

STAND
AUTOR/IN
Stefanie Peyk

Mod: Die Deutsche Umwelthilfe regt an, die Weihnachtsbeleuchtung dieses Jahr wegzulassen. Was hätte die Umwelt davon? Eine Einschätzung von Stefanie Peyk aus der SWR-Umweltredaktion.
Beitrag:
Lichterketten am Giebel, blinkende Rentiere im Vorgarten, leuchtende Plastik-Weihnachtsmänner – all das braucht Strom – und nicht wenig. Die Deutsche Umwelthilfe DUH rechnet vor, Zitat: «Allein die privaten Beleuchtungsorgien verursachen pro Jahr einen Stromverbrauch von über 600 Millionen Kilowattstunden Strom - so viel wie eine mittlere Großstadt mit 400 000 Einwohnern im Jahr verbraucht.» Die Umweltschützer sehen da ein beträchtliches Einsparpotential.
Dazu kämen die möglichen Einsparungen, wenn auch Städte und Gemeinden auf Weihnachtsbeleuchtung verzichten würden. Wieviel genau das wäre, ist unklar. Die DUH schätzt die Größenordnung ebenfalls auf den Stromverbrauch einer mittleren Großstadt. Keine Kleinigkeit, auch wenn der gesamte deutsche Stromverbrauch – inklusive Industrie, Handel und Verkehr – natürlich viel höher liegt. Die Umwelthilfe schlägt vor, die Vorgärten dieses Jahr gar nicht zu beleuchten. In jeder Gemeinde könnte es einen großen beleuchteten Weihnachtsbaum geben.
Ob dieser Vorschlag eins zu eins umgesetzt, ist mehr als fraglich. Aber etliche Städte und Gemeinden machen sich durchaus Gedanken, ob und wo sie bei der Weihnachtsbeleuchtung Abstriche machen können. Das Stuttgarter Rathaus will zum Beispiel auf den Adventskalender in den Fenstern des Hauses verzichten. In Heidelberg soll der Lichterschmuck beim Weihnachtsmarkt - Zitat -„auf ein Mindestmaß“ reduziert werden. Auf dem Weihnachtsmarkt in Koblenz soll es dieses Jahr laut Medienberichten keine Eisbahn, keine Kinder-Weihnachtsbäckerei und keine Foto-Stationen geben – lauter große Energieverbraucher.
Aus Umweltsicht ist klar: Je weniger Strom verbraucht wird, desto besser für’s Klima – im ersten Halbjahr 2022 stammte schließlich knapp ein Drittel des in Deutschland erzeugten Stroms aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Wenn alle ihre Häuser in Lichterketten einwickeln, bedeutet das irgendwann auch jede Menge Elektroschrott – den könnte man vermeiden.
Und eine etwas dunklere Adventszeit könnte auch im Winter ein Zeichen setzen gegen Lichtverschmutzung. Seit es sparsame LEDs gibt, sind unsere Städte über die Jahre nachts noch heller geworden. Besonders im Sommerhalbjahr werden die Lampen aber zu Todesfallen für Milliarden Insekten. Lichtverschmutzung gilt als eine Ursache des Insektensterbens. Vielleicht merken wir in diesem Winter ja, dass es auch mit weniger Licht geht.

STAND
AUTOR/IN
Stefanie Peyk