Das Logo von BioNTech vor der Firmenzentrale in Mainz (Foto: Imago, imago images / onemorepicture)

Impfstoffentwicklung bei Biontech in Mainz

Vertrag über Corona-Impfstoff mit der EU endgültig perfekt

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Der Liefervertrag für einen Corona-Impfstoff zwischen der EU und den Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer ist perfekt. Das haben die EU-Kommission und die Unternehmen am Mittwoch bestätigt. Auch die Schweiz verhandelt mit Biontech.

Der Vertrag sieht vor, dass bis zu 300 Millionen Impfeinheiten an die EU-Länder geliefert werden. Der Vertrag mit Biontech und Pfizer ist bereits der vierte, den die EU-Kommission im Auftrag der Mitgliedsländer abgeschlossen hat. Auch mit den Firmen Johnson&Johnson, Sanofi-GSK und AstraZeneca gibt es feste Vereinbarungen über die Lieferung eines Corona-Impfstoffs. Sollten sich alle Impfstoffe, die die EU von den Herstellern bestellt hat, als wirksam erweisen, stünden 1,3 Milliarden Impfdosen zur Verfügung.

Bundesregierung will notfalls eigenständig mit Biontech verhandeln

Die Bundesregierung will notfalls unabhängig von der EU über weitere Lieferungen des Impfstoffes mit Pfizer und Biontech verhandeln. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, dass Deutschland bei der EU gemeldet habe, bis zu 100 Millionen Dosen des Impfstoffes abzunehmen. Falls so viel nicht möglich sei, wolle die Bundesregierung mit den Herstellern "nochmal bilateral nachverhandeln". Nach Vertragsabschluss in der EU haben alle 27 Länder gleichzeitig Zugriff auf erste Lieferungen. Sie sollen nach Bevölkerungsstärke verteilt werden. Deutschland hat einen Anteil von rund 19 Prozent.

Auch Schweiz hat bereits Impfstoff reserviert

Die Schweiz sichert sich ebenfalls Zugang zum Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer. Rund drei Millionen Dosen seien verbindlich reserviert worden, sagt Innenminister Alain Berset. Die Verhandlungen über einen Vertrag, in dem Volumen, Lieferfristen, Kaufpreis und andere Modalitäten festgelegt seien, seien weit fortgeschritten.

Biontech und Pfizer hatten am Montag erklärt, ihr Impfstoff sei zu über 90 Prozent wirksam. Ihm fehlt aber noch die offizielle Zulassung.

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Eine wichtige Rolle bei der Herstellung der Impfdosen soll die Produktionsanlage im hessischen Marburg spielen. Die Übernahme des Werks von dem Schweizer Pharmariesen Novartis wurde laut Biontech im Oktober abgeschlossen. Für eine Immunisierung sollen zwei Impfdosen pro Person nötig sein.

USA sollen nicht bevorzugt beliefert werden

Biontech ist inzwischen Befürchtungen entgegengetreten, dass der von ihm zusammen mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Corona-Impfstoff zunächst bevorzugt in den Vereinigten Staaten verteilt werden könnte. "Wir haben zusammen mit Pfizer vereinbart, dass wir den Impfstoff gleichmäßig und gerecht verteilen", sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochsausgaben).

Seine Firma wolle "definitiv nicht, dass es eine unfaire Überhöhung der Chargen in einzelnen Regionen gibt", erklärte Poetting. Deshalb habe Biontech auch Wert darauf gelegt, dass ein Großteil des Impfstoffs in Europa hergestellt werden könne. "Über die Verteilung entscheiden wir mit Pfizer gemeinsam", sagte der Finanzvorstand. In der kommenden Woche soll in den USA die Zulassung für den Impfstoff beantragt werden.

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Landesregierung bereitet sich auf Impfungen vor

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bereitet sich schon jetzt auf künftige Corona-Impfungen vor. Neben landesweit 36 Impfzentren soll es auch mobile Teams geben, die Bewohner in Pflegeheimen impfen. Außerdem habe die Landesregierung frühzeitig Spritzen und Kanülen besorgt, teilte ein Sprecher mit. Die Herausforderung liege darin, dass man nicht abschätzen könne, wann welcher Impfstoff in welchen Mengen zur Verfügung stünde. Biontech und Pfizer hatten am Montag angekündigt, noch im November die Zulassung eines Corona-Impfstoffes in den USA zu beantragen.

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