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Alle Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz können ab April regelmäßig Corona-Selbsttests in der Schule machen. Das hat Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) bekanntgegeben.

Die Corona-Selbsttests seien kostenlos und freiwillig, sagte Bildungsministerin Hubig. Ziel sei, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens einen Test pro Woche macht. Die Kinder und Jugendlichen sollen dabei von den Lehrkräften angeleitet werden. Wer sich nicht an den Testungen beteiligt, dürfe dennoch am Unterricht teilnehmen, so Hubig.

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Eltern müssen demnach ihr Einverständnis geben, dass ihr Kind Schnelltests in der Schule machen darf. Auch volljährige Schüler müssen ein entsprechendes Formular unterschreiben. Die Landesregierung hoffe natürlich, dass möglichst viele mitmachen, sagte Hubig.

Positiv getestete Kinder und Jugendliche müssen das Testergebnis im Anschluss mit einem PCR-Test überprüfen lassen. Wird das Ergebnis bestätigt, müssen die Betroffenen in Quarantäne. So soll die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie an Schulen eingedämmt werden. Die Zahl der Infektionen ist dort nach Hubigs Angaben zuletzt gestiegen.

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Lehrkräfte sollen für Tests geschult werden

Die Ministerin stellte klar: "Die Lehrkräfte testen nicht die Schülerinnen und Schüler, sondern die Kinder und Jugendlichen testen sich selbst, unter Anleitung des Lehrpersonals." Das Ministerium werde die Lehrerinnen und Lehrer unter anderem mit Online-Schulungen unterstützen. So soll es auch einen Lehrfilm dazu geben, wie die Selbsttests funktionieren. Beim Institut für Lehrergesundheit werde auch eine Hotline eingerichtet.

Die Lehrkräfte bekommen unter anderem Anleitungen, wie sie mit Schülerinnen und Schülern verfahren sollen, deren Testergebnis positiv ausfällt. Wo die Tests stattfinden, entscheiden die Schulen. Getestet werden könne im Klassenraum, aber beispielsweise auch in der Turnhalle, sagte Hubig.

Hubig gegen Schüler-Tests zu Hause

Aus Sicht der Bildungsministerin gibt es mehrere Gründe, warum die Schnelltests in der Schule und nicht daheim erfolgen sollen. In der Schule könnten Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, wie der Selbsttest funktioniert. Zudem habe das Ministerium einen besseren Überblick, wer sich an den Tests beteiligt. Darüber hinaus sei es leichter sicherzustellen, dass positive Fälle identifiziert und gemeldet werden.

In die neue Teststrategie des Bildungsministeriums wurden auch die Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an den Kitas einbezogen. Für Kindergarten-Kinder sind die Selbsttests noch nicht zugelassen. Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hat insgesamt 4,5 Millionen Selbsttests beschafft. Die Kosten betragen laut Hubig 20 Millionen Euro: "Das ist sicherlich gut angelegtes Geld."

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Wechselunterricht auch nach Ostern

Trotz der neuen Teststrategie wird es nach Ostern vorerst noch keine weiteren Schritte hin zu normalem Unterricht an den Schulen geben. Hubig sagte: "Aus unserer Sicht ist eigentlich klar, dass wir im Wechselunterricht bleiben." Es gelte auch weiterhin die Präsenzpflicht an den Tagen mit Vorort-Unterricht. Familien mit besonders gefährdeten Angehörigen könnten bei Vorlage ärztlicher Atteste aber eine Befreiung ihrer Kinder beantragen.


GEW und Philologenverband gegen Testung in Schulen

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Philologenverband in Rheinland-Pfalz befürworten zwar, dass es regelmäßige Schnelltests geben soll. Sie halten aber zwei Tests pro Woche für nötig. Das erklärten die Gewerkschaft und der Verband auf Anfrage von SWR Aktuell. Außerdem plädieren sie dafür, dass die Schnelltests zuhause stattfinden sollten.

"Wir bringen Kinder und Jugendliche mit dem Testen im Klassenzimmer in Situationen, die in der betreffenden Lerngruppe zu unnötigen Krisen und Konflikten führen können", kritisierte die Landeschefin des Philologenverbandes, Cornelia Schwartz.

Lehrer befürchten "unnötige Krisen" in Lerngruppen

Schließlich erlebten dann alle mit, wenn ein Test positiv ausfalle. Selbsttests müssten daher entweder in den Familien oder unter Anleitung von medizinisch geschultem Personal außerhalb der Schulen durchgeführt werden.

Der GEW-Vorsitzende, Klaus-Peter Hammer, lehnt Tests im Unterricht aus einem weiteren Grund ab: „Wenn Testungen im Klassenverband geübt werden sollen, verwischt der Aspekt der Freiwilligkeit“, so Hammer. „Es entsteht für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine Situation des Gruppenzwangs.“

Landeselternsprecher für Trennwände und Raumluftfilter

Landeselternsprecher Reiner Schladweiler sieht regelmäßige Tests nur als zweitbeste Lösung. Sie seien nur ein indirekter Schutz für Lehrkräfte und Schüler. Er plädiert weiterhin dafür, Schulklassen mit Trennscheiben und Raumluftfiltern auszustatten. Das sei auf Dauer auch günstiger als längere Zeit Schnelltests für Millionen von Schülerinnen und Schülern bereitzustellen.

Aus Schladweilers Sicht sollten Corona-Tests in der Schule mit Unterstützung von geschulten Helfern erfolgen. Er rät zu zwei Tests pro Woche, etwa montags und freitags.

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