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Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium begrüßt das Bekenntnis zum Präsenzunterricht an Schulen im Beschluss des Bund-Länder-Treffens. Allerdings hatte der Bund zuvor auf schärfere Maßnahmen gedrängt. Und die Länder sollen nun bis nächste Woche Vorschläge machen, wie das Infektionsrisiko in den Schulen verringert werden kann.

Nach den Beratungen von Bund und Ländern über Maßnahmen zur Eindämmungen der Corona-Pandemie berieten am Dienstagmorgen die Bildungsminister der Länder in einer Schaltkonferenz. "Wir begrüßen das klare Bekenntnis zum Präsenzunterricht in dem Beschluss", sagte anschließend ein Ministeriumssprecher in Mainz. Rheinland-Pfalz hat bis Ende des Jahres die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK).

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte im Vorfeld des Treffens mit Kanzlerin Merkel Schulschließungen abgelehnt. Eine Studie belege die niedrige Ansteckungsgefahr an Schulen. Man habe während der Schließungen im Frühjahr schmerzlich erfahren, wie sehr viele Kinder und ihre Familien darunter gelitten hätten.

Mehr als 230 Schulen von Teilschließungen betroffen

Das Hygienekonzept für Schulen werde ständig den Gegebenheiten angepasst, erklärte das Bildungsministerium. Aufgrund der steigenden Infektionen sei bereits eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 eingeführt worden. Zudem gebe es zusätzliche Schnelltests für Kita, Grundschule und Kindertagespflege. Die Lehrkräfte erhielten zusätzliche Alltagsmasken und FFP2-Masken. In Rheinland-Pfalz sind nach Angaben des Ministeriums zurzeit 231 Schulen nach Corona-Infektionen von Teilschließungen betroffen. Dort lernen einzelne Klassen oder Jahrgänge ausschließlich zu Hause.

ADD: Bewerten Infektionslage an Schulen täglich

Wie die Schulbehörde ADD in Trier auf SWR-Anfrage mitteilte, tut sie alles dafür, den Präsenzunterricht zu ermöglichen. Die ADD bewerte die Infektionslage an den Schulen täglich. Es gebe gut eingeübte und wirksame Hygiene- und Lüftungskonzepte an den Schulen, so die ADD. Sollte der Unterricht vor Ort dennoch nicht mehr möglich sein, könnten Wechselbetrieb mit halbierten Klassen oder zeitlich begrenzter Online-Unterricht in Betracht gezogen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten eine Entscheidung über das weitere Vorgehen an den Schulen in der Corona-Pandemie vertagt. "Bund und Länder werden auf der nächsten Konferenz darüber beraten, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich in Hotspots reduziert werden können", hieß es nach mehrstündigen Beratungen. Das nächste Gespräch ist nach Angaben der Bundeskanzlerin für den 25. November geplant.

Bund wollte Maskenpflicht für alle Schüler durchsetzen

Der Bund hatte zuvor verschärfte Maßnahmen an Schulen vorgeschlagen, wie eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht und eine Halbierung der Klassen. Damit konnte er sich aber zunächst nicht durchsetzen. In dem Beschluss von Bund und Ländern heißt es nun, verlässliche Betreuung diene der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Deshalb genießt die Offenhaltung von Einrichtungen im Präsenzunterricht in diesem Bereich mit hohem Infektionsschutzniveau eine wichtige politische Priorität." Sowohl die Schulpolitik als auch insgesamt die Verordnungen in der Corona-Krise sind formell Sache der Länder.

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