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Seit mehr als einem Jahr werden Schüler zu Hause unterrichtet. Erste Startschwierigkeiten mit Moodle oder BigBlueButton sind überwunden. Doch wie rund läuft es wirklich bei Schülern und Lehrern?

Seit Monaten heißt es für die Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz Distanz- oder Präsenzunterricht - je nachdem, wie die jeweiligen Inzidenzen gerade ausfallen. Mit der sogennanten Bundesnotbremse wurde die Latte für die Rückkehr in den "normalen" Unterricht noch mal verrückt.

Gerade sinken die Inzidenzen in Rheinland-Pfalz wieder: In Pirmasens etwa kehrten die Schulen bereits zurück zum Präsenzunterricht, in Mainz ist es mit Wechselunterricht am Montag so weit. Homeschooling ist damit also noch nicht ganz vom Tisch. Doch wie lief es damit bisher eigentlich?

Stabiles Internet leider noch vielerorts Fehlanzeige

"Im Laufe der letzten Monate konnten wir feststellen, dass die Videokonferenzplattform BigBlueButton und die Lernplattform Moodle zunehmend stabil laufen und von den Schulen gut genutzt werden", sagt Christiane Herz von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Rheinland-Pfalz. Das sei natürlich nur möglich, wenn auch die digitale Infrastruktur dies zulasse.

Lehrer-Laptops stehen noch aus

Und genau da liege oft das Problem: Eine zuverlässige, flächendeckende digitale Infrastruktur sei in Rheinland-Pfalz noch immer nicht gegeben. In vielen Regionen fehlten noch immer Breitbandanschlüsse an den Schulen. Auch dort, wo Schülerinnen und Schüler mit Geräten ausgestattet werden konnten, gebe es teilweise keine stabilen Internetverbindungen.

Auch die angekündigten Dienst-Laptops für Lehrerinnen und Lehrer, die laut Herz "ein weiterer wichtiger Schritt für das Land wären hin zu einer funktionierenden digitalen Unterrichtsversorgung", ließen weiter auf sich warten. Gerade bei der digitalen Infrastruktur müsse die Landesregierung für das zweite Kalenderhalbjahr noch kräftig nachbessern, fordert die GEW.

Lernen in Zeiten von Corona oft eine Frage der Ausrüstung

Ihr derzeitiges Fazit: Unter Pandemiebedingungen im Fernunterricht konnten die sonst üblichen Qualitäts- oder Lernstandards nicht flächendeckend gewährleistet werden. Nur wenigen Schulträgern sei es gelungen, ihre Schulen sowie Schülerinnen und Schüler gut auszurüsten. Diejenigen, die nicht über eine ausreichende digitale Infrastruktur verfügen oder sozial benachteiligt sind, seien oft hinten runter gefallen.  

Elternsprecher: Kaum einheitliche Lernstandards

Ähnlich sieht das auch Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher Rheinland-Pfalz. Einheitliche Qualitäts- und Lernstandards seien kaum vorhanden - etwa, weil die Netzverfügbarkeit in der Schule oder zuhause bei den Schülern oder den Lehrkräften nicht überall gleich sei. Oder auch, weil noch immer nicht jeder Lehrer oder jeder Schüler über ein geeignetes Laptop verfüge.

Eine Umfrage in der Region Koblenz hatte jüngst ergeben, dass mehr als 40 Prozent der Eltern mit dem Distanzunterricht in Corona-Zeiten zuhause nicht zufrieden sind.

Noch immer hapert es beim Umgang mit der Technik

Mitunter fehle es auch am nötigen Wissen, wie man mit den Geräten umgeht: "Mit dem Handy oder dem Laptop herumspielen ist etwas anderes, als eine Videokonferenz oder gar ein Streaming des Liveunterrichts umzusetzen", sagt Schladweiler. "An vielen Schlulen klappt es, an vielen nicht".

Ein einheitliches Bild sei da kaum zu auszumachen - auch, was die Lehrkräfte oder die Schüler anbelangt. "Viele schaffen es und kommen mit der Situation klar. Viele auch nicht." Einige Schüler fielen hinten runter, andere würden in der Pandemie sogar Oberwasser gewinnen.

Zu den Abinoten konnte Schladweiler keine Angaben machen. Dazu gebe es kaum mehr Rückmeldungen. "Da sind die Eltern auch aus unserer Infokette raus", so Schladweiler.

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