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Wer über 80 Jahre alt ist, kann sich in Rheinland-Pfalz gegen Corona impfen lassen - allerdings nur in einem Impfzentrum oder in einem Altenheim. Für Personen, die etwa zu Hause gepflegt werden, hat die Landesregierung noch keine Lösung.

Derzeit haben Rheinland-Pfälzer, die sich impfen lassen wollen, zwei Möglichkeiten: entweder eine Impfung in einem der 31 Zentren im Land oder eine durch eines der 20 mobilen Impfteams. Die Teams impfen Menschen, die beispielsweise bettlägerig sind und sich nicht selbst in ein Impfzentrum begeben können. Der Haken daran: Die mobilen Einheiten sind nur in Alten- und Pflegeheimen unterwegs. Hochbetagte, die in den eigenen vier Wänden ans Bett gefesselt sind, gehen also leer aus.

Im Gesundheitsministerium in Mainz ist man sich des Problems bewusst. Eine Lösung dafür hat man im Moment aber nicht. Eigentlich sei geplant gewesen, dass Hausärzte zu den bettlägerigen Senioren führen und sie impften, sagt Ministeriumssprecherin Kathrin Rümpelein. Allerdings sei dies mit dem derzeit einzigen breit verfügbaren Impfstoff nicht "praktikabel". Das Serum der Firmen Biontech und Pfizer stelle schlicht zu hohe Anforderungen an Transport und Lagerung.

Biontech-Serum muss verdünnt werden

Das Problem: Laut Biontech und Pfizer müssen ihre Impfstoffampullen vor der Verabreichung abgetaut und mit einer isotonen Kochsalzlösung verdünnt werden. Sobald dies erledigt sei, dürften die Ampullen nicht mehr transportiert werden. Geschehe dies trotzdem, könnten die übrigen Impfdosen, die eine Ampulle enthalte, unbrauchbar werden. Das Serum in einer Biontech-Pfizer-Ampulle reicht für insgesamt sechs Impfdosen.

Eine Impfung bettlägeriger Über-80-Jähriger zu Hause wäre also nur sinnvoll, wenn sechs solcher Personen unter einem Dach lebten. Doch dies dürfte nur in absoluten Ausnahmefällen vorkommen.

Ministerium setzt auf neuen Impfstoff

Im Ministerium hofft man deshalb auf einen neuen Impfstoff, der leichter zu handhaben ist. "Das wird nach Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums voraussichtlich noch im Januar der Fall sein", sagt Sprecherin Rümpelein. "Wir bitten diese Personengruppe daher für einen Zeitraum von sehr wenigen Wochen noch um etwas Geduld."

Womöglich könnte dann der seit Mittwoch in der EU zugelassene Impfstoff des US-Unternehmens Moderna zum Einsatz kommen. Dieser kann nicht nur bei gemäßigteren Temperaturen gelagert werden, sondern ist in den Impf-Fläschchen auch schon fertig verwendbar abgefüllt.

Einsatz von Impfteams für Hausbesuche noch offen

Laut Rümpelein spricht das Ministerium bereits mit der Kassenärztlichen Vereinigung darüber, wie die "Hausbesuchspatienten" dann geimpft werden könnten. Ob dann neben Hausärzten auch die mobilen Impfteams zum Zuge kommen, sei derzeit nicht zu beurteilen. Dabei spiele eine große Rolle, "wann welche weiteren Impfstoffe mit welchen Anforderungen und in welcher Menge verfügbar" seien. 

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