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Wegen der dritten Pandemie-Welle nimmt die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz wieder deutlich zu. Die Landesregierung sieht die Kliniken aber gut gerüstet.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern steige derzeit leider kontinuierlich, berichtete Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Stand Mittwoch werden nach Angaben der Ministerin 498 Covid-19-Patienten in rheinland-pfälzischen Kliniken behandelt, 117 davon intensivmedizinisch.

Vor zwei Wochen, am 16. März, seien es 339 Fälle gewesen. Davon seien 71 auf Intensivstationen behandelt worden. Laut Bätzing-Lichtenthäler befindet sich Rheinland-Pfalz "am Anfang einer dritten Welle". Die Mediziner erwarteten, dass bis Mitte April wieder der höchste Stand der zweiten Welle erreicht werde. An Weihnachten mussten fast 1.200 Menschen in Kliniken behandelt werden. Damit sei nun erneut zu rechnen, so die Ministerin.

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Corona-Patienten inzwischen deutlich jünger

Mit der dritten Pandemie-Welle sind nach Angaben von Bätzing-Lichtenthäler auch neue Entwicklungen zu beobachten. So habe der Anteil der über 80-Jährigen an den Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern im Land stark abgenommen. Als Grund werden die Impfungen in der Altersgruppe vermutet. Stattdessen müssten zunehmend jüngere Leute mit Corona-Infektionen behandelt werden.

Zudem habe sich auch in Rheinland-Pfalz die britische Mutation weitgehend durchgesetzt. Diese aggressivere Variante sei offensichtlich der Grund, warum immer mehr junge Menschen erkrankten, sagte Bätzing-Lichtenthäler.

"Wir haben einen Trend runter beim Durchschnittsalter um fast 20 Jahre", sagte Dr. Anselm Gitt. Er ist Studienleiter des COVID-19-Registers Rheinland-Pfalz und Oberarzt des Herzzentrums Ludwigshafen. Das bedeute, Corona-Patienten, die nun in Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz behandelt werden, seien im Schnitt 50 Jahre alt. In der zweiten Welle waren sie demnach durchschnittlich etwa 70 Jahre alt. Besonders ausgeprägt sei diese Entwicklung auf den Intensivstationen, so Gitt.

Gesundheitsministerin sieht Krankenhäuser gut gerüstet

Die Gesundheitsministerin sieht die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser für die neuen Herausforderungen aber "gut gerüstet". Seit Beginn der Pandemie sei die Zahl der Intensivbetten um rund 500 auf mehr als 1.600 aufgestockt worden. Zudem könnten innerhalb von sieben Tagen zusätzliche 433 Betten plus Personal in den Notbetrieb gehen.

Dass das Krankenhaus-Personal mittlerweile überwiegend geimpft wurde, dürfte aus Sicht von Bätzing-Lichtenthäler ebenfalls "künftig zur Entschärfung der Situation in den Klinken beitragen".

CDU warnt vor Vernachlässigung anderer Patienten

Die rheinland-pfälzische CDU warnt davor, andere Patienten zu vernachlässigen. "Der Fokus wird in den kommenden Wochen intensiv auf der Behandlung von Covid-19-Patientinnen und Patienten liegen," sagte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christoph Gensch. Dennoch sei die Behandlung von Menschen mit anderen Erkrankungen genauso relevant und notwendig.

Gensch fordert zudem ein Umdenken bei der Krankenhausfinanzierung, "um den enormen Herausforderungen gerecht zu werden und den Bürgerinnen und Bürgern die beste medizinische Versorgung bieten zu können". Die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz befänden sich in einer finanziellen Notlage und die Corona-Pandemie verschlimmere diese Situation. 

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