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Im vergangenen Jahr kamen die ausländischen Erntehelfer wegen der Corona-Beschränkungen oft nur schwer nach Rheinland-Pfalz. Das müsse bei der kommenden Ernte von Beginn an besser laufen, fordern Bauern- und Winzerverbände.

Für die bevorstehende Ernte während der Corona-Pandemie fordern Bauern- und Winzerverbände in Rheinland-Pfalz eine erneute Ausdehnung der 70-Tage-Regelung für die kurzfristige Beschäftigung ausländischer Saisonarbeitskräfte auf 115 Tage.

Diese Maßnahme habe im vergangenen Jahr wesentlich zur Entschärfung der Lage beigetragen, sagte Andrea Adams, Hauptgeschäftsführerin des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd in Mainz. "Wegen der Pandemie konnte leider nur eine kleine Zahl der Helferinnen und Helfer nach Deutschland kommen." Wer aber angereist sei, sei bereit gewesen, vier oder fünf Monate statt der sonst üblichen drei Monate in Deutschland zu arbeiten, sagte Adams.

Auch der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in Koblenz fordert eine Ausweitung der sozialversicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung auf 115 Arbeitstage. "Das trägt erheblich zur Reduzierung des Infektionsrisikos bei, da letztlich viel weniger Mobilität bei Saisonarbeitskräften nötig ist und weniger von ihnen nach Deutschland einreisen müssen", sagte Barbara Wolbeck, die Geschäftsführerin des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbands Rheinland-Nassau. Die Verlängerung bringe größere Planungssicherheit.

Lange Diskussionen im vergangenen Jahr

Um die Erntehelfer vor allem aus Osteuropa gab es im vergangenen Jahr bundesweit lange Diskussionen. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) einigten sich schließlich darauf, 80.000 ausländische Saisonkräfte unter strengen Auflagen nach Deutschland fliegen zu lassen. Der Hunsrück-Airport Hahn gehörte damals zu den sieben deutschen Flughäfen, auf denen die Saisonkräfte landen durften.

Verbände: Kosten für Corona-Tests sollen übernommen werden

"Wir sind bereits im vergangenen Jahr mit Bundesministerin Klöckner sowie Ministerpräsidentin Malu Dreyer wegen der Verlängerung der Zeitgrenzen in Kontakt getreten", sagte Wolbeck. Der Verband plädiere auch für einheitliche Kosten bei Corona-Tests und ein einheitliches Prozedere bei Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz. "Das ist leider höchst unterschiedlich", meinte sie. Auch Adams sagte, der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd habe sich von Beginn mit den zuständigen Stellen abgestimmt.

Einsatz von Saisonarbeitskräften sehr wichtig

Darüber hinaus hoffe der Verband in Mainz, dass die Testkosten für die einreisenden Erntehelfer wieder übernommen würden, da diese für die Betriebe eine große Belastung darstellten. "Das Jahr 2020 hat gezeigt, wie wichtig Saisonarbeitskräfte in den Betrieben sind. Ohne ihre Hilfe kann weder ausgepflanzt oder gesät, noch geerntet werden." Wolbeck vom Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverband Rheinland-Nassau betonte, dass die Grenzen offen bleiben müssten und die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa gewährleistet bleiben müsse. "Zu Grenzschließungen wie im vergangenen Jahr darf es nicht kommen", sagte sie. Der Verband habe aus dem Jahr 2020 die Erkenntnis gezogen, dass sich Landwirte und Winzer an die Auflagen gehalten hätten und es im Verbandsgebiet keine Corona-Ausbrüche in den Betrieben gegeben habe.

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