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Bittere Einschnitte für die Arbeitnehmer folgen auf die strategische Neuausrichtung der BASF. "Für sie ist 2020 das magische Datum", sagt SWR-Wirtschaftsredakteurin Sabine Geipel.

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Nun ist es raus – was sich im Grunde schon abgezeichnet hatte. Denn bereits im vergangenen Herbst, als der neue BASF-Chef Martin Brudermüller seine Unternehmensstrategie vorstellte, war klar: Auf die damals noch etwas vagen Aussagen zu "Exzellenzprogramm" und "interner Neuausrichtung" werden doch irgendwann die harten Fakten folgen – sprich, der Stellenabbau. 6.000 Arbeitsplätze also weltweit, die Hälfte davon in Deutschland – und die meisten davon in Ludwigshafen, dem Herz der BASF.

Das ist hart und wird für mehr Unruhe sorgen im Konzern, der solche Einschnitte schon lange nicht mehr erlebt hat. Und die sind bitter – wenn auch wohl notwendig. Denn die BASF hat Probleme, zu ihrer alten Stärke zurückzufinden. Die schwächer werdende Weltwirtschaft macht dem Chemiekonzern, der mit seinen Produkten vom Wachstum vieler anderer Branchen abhängig ist, zu schaffen.

BASF-Vorstandsvorsitzender Martin Brudermüller rechnet mit einem eher schwachen ersten Halbjahr 2019. Das sagte er vor Beginn der Hauptversammlung des Chemiekonzerns BASF (Archiv) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
BASF-Vorstandsvorsitzender Martin Brudermüller Picture Alliance

Zuletzt hatte die Flaute beim größten Kunden, der Autoindustrie, die Bilanz deutlich belastet. Dazu sorgt der Handelsstreit zwischen den USA und China, beides wichtige Absatzmärkte, für Unsicherheit. In dieser Gemengelage versucht Brudermüller nun den Konzern von innen heraus zu stärken, per Neuorganisation. 2019 sei ein Jahr des Übergangs, so lautet sein Credo.

Standortvereinbarung wird früher verhandelt

Für seine Mitarbeiter in Ludwigshafen ist aber eher 2020 das magische Datum. Denn bis Ende nächsten Jahres sind ihre Arbeitsplätze noch sicher, betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Immerhin: Die Verhandlungen über eine neue Standortvereinbarung sollen nun vorgezogen werden, Mitte 2020 sollen diese abgeschlossen sein und die Mitarbeiter Klarheit haben. Das ist in unruhigen Zeiten ein positives Signal.

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