Wolf soll Ziege bei Martinshöhe gerissen haben (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/Lino Mirgeler (Symbolbild))

Umweltministerium erwartet weitere Besiedlung

Könnte es bald mehr Wölfe in Rheinland-Pfalz geben?

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Im Westerwald lebt das einzige in Rheinland-Pfalz sesshafte Wolfsrudel. Einzelne Wölfe wurden aber auch schon im Hunsrück, in der Eifel und im Pfälzerwald gesichtet. Könnte es bald mehr geben?

Wie viele Wölfe leben in Rheinland-Pfalz?

153 Jahre lang gab es keinen Wolf in Rheinland-Pfalz. 2012 war das Tier auf eigenen Pfoten hierher zurückgekehrt. Rheinland-Pfalz liegt damit laut Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) heute "am Rand des Verbreitungsgebiets der Wölfe in Deutschland". Im "Leuscheider Rudel", das sich im Westerwald niedergelassen hat, leben 13 Wölfe - die Eltern sowie ihre Nachkommen.

Für eine wissenschaftliche Analyse solle das Rudel Bewegungssender bekommen. Die Vorbereitungen dafür konnten laut der Grünen-Politikerin "jedoch bisher nicht umgesetzt werden, da die Wölfe sich bei Anwesenheit von Menschen sehr scheu verhielten".

Haben Wölfe in Rheinland-Pfalz schon Schäden angerichtet?

Ja. Wölfe haben in Rheinland-Pfalz schon etliche Nutztiere gerissen. Im Sommer hatte ein Wolf Forschern zufolge zwei Schafe und zwei Ziegen in der Nähe von Trippstadt getötet.

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Laut Ministerin Eder sei im Land aber kein "Problemwolf" bekannt, der sich "Menschen nähert oder wolfsgesicherte Zäune überwindet". Solche Tiere können nach Eders Worten, falls andere Maßnahmen nicht helfen, letztlich ausnahmsweise getötet werden.

Wie geht das Land damit um?

Für von Wölfen getötete oder verletzte Nutztiere hat das Land Rheinland-Pfalz Tierhaltern laut Ministerin Eder seit 2015 freiwillig Entschädigungen gezahlt. Zudem könnten feste und mobile Elektrozäune zum Schutz etwa von Schafen unter bestimmten Umständen gefördert werden. Auch für Herdenschutzhunde sind Zuschüsse möglich.

"Das Land hat mit Stand Juli 2022 rund 1,3 Millionen Euro Förderung für wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen gewährt", bilanziert Eder. Der Wolfsmanagementplan des Landes von 2015 für "ein friedvolles Miteinander von Wolf und Mensch" werde derzeit überarbeitet.

Wölfe in RLP

Eder sieht die Wiederansiedlung des Wolfs in Rheinland-Pfalz als "ein erfolgreiches Beispiel der Wiederbesiedlung eines Teils der ursprünglichen mitteleuropäischen Fauna".

Könnte es bald mehr Wölfe im Land geben?

Laut Umweltministerin Eder sei "davon auszugehen, dass der Bestand weiter ansteigt und weitere Landesteile dauerhaft besiedelt werden könnten". Mit einzelnen Tieren und auch Rudeln sei künftig in allen Teilen von Rheinland-Pfalz zu rechnen. Im Detail jedoch sei die Rückkehr des hierzulande lange Zeit ausgerotteten Wolfs in das heutige Rheinland-Pfalz schwer einzuschätzen, erklärt die Ministerin auf eine Große Anfrage der Freien Wähler im Mainzer Landtag.

Mitunter paaren sich Wölfe auch mit Hunden. Der Mischlings-Nachwuchs kann in freier Natur überleben, gilt aber als problematisch. Er könnte weniger scheu und damit gefährlicher als Wölfe sein. Eder betont jedoch mit Blick auf Rheinland-Pfalz: "Es gibt trotz des regelmäßigen genetischen Monitorings keine Hinweise auf Hybridisierungsereignisse."

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SWR