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Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) will die Kapazitäten für Covid-19-Erkrankte in Rheinland-Pfalz massiv ausbauen. Deshalb fallen aufschiebbare OPs aus.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Das vereinbarte die Gesundheitsministerin mit den Krankenhausgesellschaften im Land. Laut Bätzing-Lichtenthäler gibt es - Stand Dienstagnachmittag - 435 bestätigte Corona-Fälle in Rheinland-Pfalz, 138 mehr als Tag zuvor. Angesichts der steigenden Zahlen sei es das oberste Ziel der Landesregierung, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und abzubremsen - und Erkrankte bestmöglich zu versorgen.

Ärzte entscheiden, welche OPs ausfallen

Zwar seien die Symptome nur in vier Prozent der Fälle schwer, aber die Krankenhäuser müssten entsprechend vorbereitet sein. Deshalb sollen alle nicht-akuten Operationen bis auf Weiteres verschoben werden. Die Ärzte sollen aber vor Ort entscheiden, welche Eingriffe stattfinden und welche nicht.

Damit sollen die Kapazitäten für Intensiv- und Beatmungspatienten erhöht werden. Die Zahl der Intensivplätze sollen auf 2.800 verdoppelt, die der Beatmungsplätze um 50 Prozent erhöht werden - auf mindestens 1.500. Diese Ziele hat die Ministerin mit den Krankenhäusern vereinbart.

Land beschafft Beamtungsgeräte

Zusätzlich will das Land 100 invasive, mobile Beamtungsgeräte beschaffen. Auch der Bund will nach Angaben der Sozialdemokratin Geräte kaufen und auf die Bundesländer verteilen. Wie viele Geräte Rheinland-Pfalz bekommen könnte, stehe noch nicht fest.

In den nächsten zwei Wochen sollen Krankenhäuser zur Schwerpunktversorgung eingerichtet werden. In einem ersten Schritt soll das in Trier das ehemalige St. Elisabeth Krankenhaus sein. Darüber hinaus sollen sich Krankenhäuser mit Intensivbeatmungskapazitäten an der Behandlung von Corona-Patienten beteiligen.

Pfleger sollen für Intensivbehandlung geschult werden

Zudem sollen kurzfristig Pfleger für die Intensivbehandlung nachqualifiziert werden. An der Unimedizin in Mainz sei damit bereits begonnen worden. Weitere Weiterbildungszentren soll es am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern sowie am Marienkrankenhaus mit den Standorten in Wittlich und Neuwied geben. Zudem werde in den Kliniken vor Ort geschult. Ziel sei es, auf diesem Weg das notwendige Personal für insgesamt 2.000 Intensivbetten im ganzen Land zur Verfügung zu stellen.

CDU-Opposition fordert Ausrufung des Katastrophenfalls

CDU-Fraktionschef Christian Baldauf fordert von der Landesregierung, angesichts der aktuellen Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts, einen "Notfallplan Gesundheit" aufzulegen. Außerdem müsse dem Beispiel Bayerns folgend erwogen werden, den Katastrophenfall auszurufen.

Ein Notfallfonds sollte nach Baldaufs Worten in einem ersten Schritt mit mindestens 50 Millionen Euro ausgestattet werden, bei Bedarf müsse man aufstocken.

Christian Baldauf (Foto: SWR)
CDU-Fraktionschef Christian Baldauf (Archiv)

Ausmaß der Pandemie nicht absehbar

"Welches Ausmaß die Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz annehmen wird, ist kaum absehbar", so Baldauf. Man dürfe der Entwicklung nicht hinterherlaufen. "Gesundheitsämter und die Kassenärztliche Vereinigung brauchen Gelder, um landesweit Fieberambulanzen auszubauen. Zudem müssen die Laborkapazitäten erweitert werden."

Auch über den möglichen Katastrophenfall müsse schnell entschieden werden. Es gelte, alles daranzusetzen, notwendige Hilfen zu koordinieren. "Dazu gehört die Schaffung einer einheitlichen Entscheidungsstruktur für die Behörden."

Katastrophenfall in Bayern

Bayern hatte als erstes Bundesland am Montag offiziell den Katastrophenfall ausgerufen, zunächst für mindestens zwei Wochen. Dadurch erhält die Staatsregierung weitreichende Befugnisse.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag seine Risikobewertung der Lage in Deutschland auf "hoch" eingestuft. Das RKI begründete das mit dem starken Anstieg der Fallzahlen. Die Krankenhäuser müssten sich auf deutliche Höhere Patientenzahlen einstellen.

Die ganze Pressekonferenz von Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler

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