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Rheinland-Pfalz bereitet sich auf mehr schwere Erkrankungen im Zuge der Corona-Pandemie vor. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) erklärte, dass künftig fünf große Kliniken im Land die Patienten koordinieren.

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Die rund 100 Krankenhäuser im Land sollen sich aufgrund der Corona- Pandemie neu organisieren. Wie die Gesundheitsministerin am Donnerstag in Mainz bekannt gab, werden die Krankenhäuser in fünf regionale Versorgungsgebiete aufgeteilt. In diesen Regionen soll jeweils eine Klinik an der Spitze stehen, sogenannte Maximalversorger. Die fünf Kliniken in Rheinland-Pfalz sind das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein im Norden, die Universitätsmedizin Mainz, das Klinikum Ludwigshafen, das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern und das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier.

"Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation."

Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Gesundheitsministerin

So solle die Versorgung auch in diesen schwierigen Zeiten sichergestellt werden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Gemeinsam sollten die "Maximalversorger" mit den Kliniken in ihrer jeweiligen Region ihre Kapazitäten planen, das weitere Vorgehen bei steigenden Patientenzahlen steuern und auch Medikamente oder Material austauschen. "Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation", sagte die Ministerin, die selbst mittelbaren Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte.

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Steigendende Infektionszahlen in Rheinland-Pfalz

Die Zahl der in Rheinland-Pfalz mit dem neuen Coronavirus infizierten Menschen ist innerhalb eines Tages um 236 auf 1.873 Fälle gestiegen. Bislang sind im Land acht Menschen an der neuen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Die Ministerin sagte, man rechne mit mehr schweren Erkrankungen. 153 Infizierte würden stationär behandelt, 46 Patienten intensivmedizinisch betreut. Bei 28 Menschen entwickelte sich die Lungenkrankheit so schwerwiegend, dass sie künstlich beatmet werden mussten.

Im Rahmen eines Frühwarnsystems soll zudem ein Alarm ausgelöst werden, wenn in einer Region 80 Prozent aller Intensivbetten belegt sind. So könne rechtzeitig geschaut werden, wo vor Ort weitere Kapazitäten geschaffen oder in welche anderen Region Patienten gebracht werden könnten, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die regionale Zusammenarbeit der Kliniken soll in Kooperationsvereinbarungen festgehalten werden.

Zahl der Intensivbetten soll verdoppelt werden

Aktuell gibt es dem Ministerium zufolge rund 1.400 Intensivbetten im Land, davon rund 1.000 mit einer Beatmungsmöglichkeit für Patienten. Weil mit noch mehr Patienten gerechnet wird, solle die Zahl der Intensivbetten auf 2.800 verdoppelt werden, die Zahl der Beatmungsplätze solle um die Hälfte auf 1.500 erhöht werden.

"Die Patienten, die stationär behandelt werden müssen, können Sie unseres Erachtens nicht in Turnhallen auf Feldbetten behandeln."

Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Gesundheitsministerin

Es brauche aber weiteres Personal und die entsprechende technische Ausstattung. Schulungen von zusätzlich benötigten Pflegekräften liefen bereits. Bätzing-Lichtenthäler sagte, es sei in der aktuellen Krise am besten, auf bestehende Strukturen zurückzugreifen. Es werde derzeit keine Notwendigkeit für Not- oder Behelfskrankenhäuser gesehen. "Die Patienten, die stationär behandelt werden müssen, können Sie unseres Erachtens nicht in Turnhallen auf Feldbetten behandeln", sagte die Ministerin.

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