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Kaum ist das Wetter schön, zieht es die Menschen in Rheinland-Pfalz ans Wasser. Schnell wird die Badetasche gepackt und mit Luftmatratze und Schlauchboot zum Rheinstrand gefahren. Doch die vermeintliche Schwimmhilfe ist lebensgefährlich.

Sommer, Sonne, Ferien in Rheinland-Pfalz. Das Wetter ist gut und der Körper sehnt sich nach Abkühlung. Weil viele rheinland-pfälzische Freibäder wegen der Corona-Beschränkungen gar nicht oder nur zeitweise geöffnet haben, zieht es viele Menschen an die zahlreichen Badeseen oder Flüsse im Land.

Baden in Flüssen ist gefährlich

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Wasserschutzpolizei sind alarmiert. Denn was nach Spaß klingt, kann schnell zur tödlichen Gefahr werden. Zur Zeit häufen sich die Badeunfälle und vor allem die Rettungseinsätze auf dem Rhein. "Baden in Fließgewässern ist lebensgefährlich" - der Satz wird zum täglichen Mantra der Einsatzkräfte.

"Luftmatratzen sind Spielgeräte, keine Schwimmhilfe."

Malte Senska, DLRG

Dennoch trauen sich viele in den Fluss. Gerne auch mal mit dabei - die Luftmatratze oder das kleine Schlauchboot. Keine gute Idee, sagt Malte Senska vom DLRG Rheinhessen dem SWR. "Luftmatratzen sind keine Schwimmhilfen, sondern Spielgeräte." Denn: Auch wenn die Luftmatratze bei einem Badeunfall als erste Hilfsmaßnahme Auftrieb geben kann, habe sie in Fließgewässern nichts zu suchen. "Auf einer Luftmatratze treibt man schnell ab und wird so zum Spielball der Strömung." Außerdem könne man schnell runterfallen "und dann ist die Luftmatratze weg", sagt Senska.

Mit dem Schlauchboot lieber auf dem See schippern

Auch bei der Wasserschutzpolizei kennt man die Badegäste, die aus Luftmatratzen ein Floß bauen oder mit dem Schlauchboot über den Rhein schippern wollen. Klaus Schniering von der Mainzer Wasserschutzpolizei rät dringend davon ab. Schlauchboote seien besser für einen Badesee geeignet.

Gerade an seichten Stellen wagen sich laut DLRG auch Unerfahrene ins Wasser, und besonders an heißen Sommertagen könne man eine Häufung solcher Vorfälle beobachten. Der Schifffahrtsverkehr ist dabei nicht die einzige Gefahrenquelle für Schwimmer: Durch die Steinaufschüttungen im Fluss entstehen starke Strömungen und Strudel. Die seien so tückisch, dass selbst erfahrene Schwimmer ihre Mühe hätten, gegen sie anzukämpfen, warnt der DLRG.

Kinder sollten immer eine Rettungsweste tragen

Von daher raten DLRG und Wasserschutzpolizei regelmäßig dringend vom Baden im Rhein ab - auch wenn es offiziell nicht überall verboten ist. Eltern sollten ihre Kinder zudem nie unbeaufsichtigt am Wasser spielen lassen. Am besten wäre es sogar, so Senska vom DLRG, wenn Kinder oder Nichtschwimmer in der Nähe des Wassers in jedem Fall eine Rettungsweste tragen.

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