Der Bauer bestellt im Frühjahr mit Traktor sein Feld (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Hitze und Trockenheit

Dürre in Rheinland-Pfalz: Herausforderung für Landwirte

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Wieder zu wenig Regen: Die Landwirte in Rheinland-Pfalz haben schon die vergangenen drei Jahre unter Trockenheit gelitten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes waren auch März und April 2021 wieder zu trocken.

Die Vorderpfalz wird der Gemüsegarten von Rheinland-Pfalz genannt. Schon früh im Jahr werden die riesigen Felder dort bewässert. Das hat aber nur teilweise etwas mit dem fehlenden Niederschlag zu tun. "Für den Gemüsebau braucht es künstliche Bewässerung", erklärt Johannes Zehfuß, Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, "denn Regen fällt selten zeitlich passend zur Arbeit auf den Feldern, wenn mit viel Personal gepflanzt, gepflegt und geerntet wird."

Mit Hilfe einer Wassersprühanlage wird bei Ludwigshafen ein Acker bewässert. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Eine Wassersprühanlage bewässert bei Ludwigshafen einen Acker. Picture Alliance

"Die Gemüsebauern haben sich ganz bewusst hier im Regenschatten des Haardt-Gebirges angesiedelt", sagte Verbandsvize Zehfuß. Dort regne es selten und die Sonne scheine oft. Ein Bewässerungssystem beregne die 14 Hektar Gemüseanbau genau dann, wenn der Niederschlag gebraucht werde. Das Wasser zieht sich die Anlage aus dem Rhein und auch in Jahren extremen Niedrigwassers, sei immer ausreichend davon verfügbar gewesen, so Zehfuß. 

In der Südpfalz beregnen Landwirte allerdings ihre Gemüsefelder auch mit Grundwasser. Das hat in den vergangenen Jahren, dort wo Niederschlag fehlte, zu Konflikten mit Naturschützern geführt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert, dass die Bewässerung der Felder den umliegenden Wäldern und Wiesen Bodenwasser entziehe. Bäche würden austrocknen und Bäume vertrocknen.

Anders sieht es für Landwirte aus, die in der Pfalz und Rheinhessen Getreide, Raps oder Zuckerrüben anbauen. Sie sind auf natürlichen Niederschlag angewiesen. Der fehlt aber immer öfter im Frühjahr und Sommer, wenn die Pflanzen keimen und in der Entwicklung sind. In etlichen Landkreisen, wie etwa dem Kreis Kaiserslautern oder der Südwestpfalz sind im April 2021 nur rund 21 Prozent der üblichen Niederschläge im April gefallen. Gleichzeitig gibt es aber auch öfter Unwetter mit Starkregen, der vom Boden gar nicht aufgenommen werden kann. 

Schnee hat Böden in Eifel und Hunsrück gut getan

In Eifel und Hunsrück starteten die Landwirte 2021 gut ins Jahr. Im Winter hat es außergewöhnlich viel geschneit. Ideal für die Böden, die, wenn der Schnee schmilzt, langsam und nachhaltig durchfeuchtet werden. "Alles steht bombig da", sagt Herbert Netter, Sprecher des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Ende April. 

Kühe laufen auf die Weide. Landwirte in der Eifel haben mit Weideaustrieb begonnen und ihre Kühe nach dem Winter wieder auf die Weiden gelassen.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
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Sorgen machen sich die Bauern aber, dass es wieder so wenig regnet wie in den vergangenen Jahren. 2017 bis 2020 seien viel zu trocken gewesen für den Getreideanbau und auch im Grünland, wo Grasfutter für Tiere gemäht wird. "Das Wasser fehlt in der Tiefe des Bodens", beklagt Netter. Vor allem dort wo der Boden lehmig sei, fehle mittlerweile der Anschluss zum Grundwasser. Das heißt, Pflanzen gelingt es nicht mehr, mit ihren Wurzeln aus dem trockenen Oberboden in tiefere feuchte Schichten zu gelangen. Der Grundwasserspiegel ist für sie in unerreichbare Tiefen gesunken.  

Landwirte in Rheinland-Pfalz müssen umdenken

Die Landwirte reagieren bereits auf die Dürrezeiten. Die Bewässerungssysteme werden effektiver. Sprühregner, wie sie teils in der Pfalz eingesetzt werden, sind nicht so wirksam, weil viel Wasser verdunstet bevor es überhaupt am Boden ankommt. Sparsamer ist es dagegen, das Gießwasser direkt am Fuß der Pflanze versickern zu lassen.

Experimentieren wird auch mit gezüchteten Sorten, die wenig Wasser brauchen und hohe Temperaturen besser vertragen. Agrarexperten raten jedoch, auch ganz neue Kulturen auszuprobieren, die an das wärmere, trockenere Klima angepasst sind. Zum Beispiel Hartweizen, statt Weichweizen, wie er in Rheinland-Pfalz überwiegend angebaut wird.

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