7 ungewöhnliche Ausbildungsberufe in Rheinland-Pfalz und rundherum. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Schon gewusst?

Diese Ausbildungsberufe gibt es wirklich

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Johanna Stein

In Deutschland ist die "Woche der Ausbildungen" gestartet. Arbeitsagenturen informieren künftige Azubis über Berufswege. Wir stellen sieben eher ungewöhnliche Ausbildungen vor, die in Rheinland-Pfalz und rundherum angeboten werden.

Der Ausbildungsmarkt ist derzeit noch in vollem Gange. Woche für Woche kommen neue Ausbildungsstellen und Interessierte dazu. In Rheinland-Pfalz werden in dieser Saison rund 2.000 Stellen mehr als im vergangenen Jahr angeboten. Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber zum jetzigen Zeitpunkt niedriger als im Vorjahr: Auf insgesamt rund 20.400 Plätze kommen knapp 13.200 Bewerberinnen und Bewerber.

Am beliebtesten sind der Arbeitsagentur Rheinland-Pfalz-Saarland zufolge die Ausbildungen zu Fachkräften im Verkauf, Büro und der Kraftfahrzeugtechnik. Doch wie steht es um unbekanntere Ausbildungsberufe?

So werde ich…

1. Papiertechnologe/in

Ein Papiertechnologe bei der Arbeit in einer Druckerei. (Foto: dpa Bildfunk, Jan-Peter Kasper)
Jan-Peter Kasper

Wer ist zuständig für die Produktion von Papier und Karton? Das sind die Papiertechnologinnen und Papiertechnologen. Sie kennen den gesamten Ablauf der Produktion, von den Rohstoffen bis hin zum fertigen Papier. In einer dreijährigen Ausbildung, die zum Teil im Betrieb und zum Teil in der Schule stattfindet, lernen Auszubildende, die einzelnen Prozesse zu steuern und Papiermaschinen zu überwachen. Für die Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss notwendig.

In Rheinland-Pfalz bilden Betriebe in Wörth, Mayen oder Bad Dürkheim aus. Der schulische Teil findet dabei in Gernsbach im Schwarzwald statt. Stand Februar 2022 waren bei der Arbeitsagentur des Landes insgesamt elf Ausbildungsstellen in dieser Fachrichtung gemeldet.

2. Thermometermacher/in

Eine Thermometermacherin justiert die Fieberthermometer.  (Foto: dpa Bildfunk, Martin Schutt)
Martin Schutt

Die dreijährige Ausbildung zur Thermometermacherin oder zum Thermometermacher wird derzeit nur in Wertheim angeboten, der nördlichsten Stadt Baden-Württembergs. In der dualen Ausbildung lernt man, handelsübliche Zimmer- und Fieberthermometer herzustellen, aber auch Temperaturmesser für Labore und Kliniken. Vor Beginn der Ausbildung entscheiden sich Auszubildende für eine der beiden Fachrichtungen: Thermometerblasen oder Thermometerjustieren.

Beim Thermometerblasen formen Fachkräfte anhand einer Skizze ein vorgefertigtes kleines Glasrohr über dem Brenner. Anschließend befüllen sie es mit der Flüssigkeit, die später den Wärmegrad anzeigt. Nun ist die Thermometerjustierung gefragt: Diese Fachkräfte stellen die fertigen Glasröhren in Behälter mit Eis oder heißem Wasser, um die Null- und Siedepunkte zu bestimmen. Anschließend bringen sie die Temperaturskalen mithilfe einer Teilmaschine an.

3. Croupier/Croupière

Ein Croupier arbeitet in einem Casino. (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)
Marijan Murat

Was klingt, wie eine französische Süßspeise, ist in Wahrheit ein Berufsbild: Croupiers und Croupière sind gelernte Casinofachkräfte. Sie durchlaufen eine sehr kurze Ausbildung, die lediglich zwei bis acht Monate dauert. Da die Ausbildung nicht staatlich anerkannt ist, bieten staatliche Berufsschulen sie auch nicht an. Gewöhnlich werden Croupiers oder Croupières in Casinos oder Casino-Schulen ausgebildet. Dort durchlaufen sie sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht. Sie lernen, Spiele vorzubereiten, Karten zu mischen und als Schiedsrichterin oder als Schiedsrichter zu agieren. Auszubildende lernen neben den Spielregeln sämtlicher Glücksspiele auch einiges über Spielsucht.

4. 3-D-Designer/in

Eine Gamerin Game Designerin. (Foto: dpa Bildfunk, Marius Becker)
Marius Becker

Bisher gibt es in Rheinland-Pfalz zwar noch keine Möglichkeit, eine Ausbildung im 3-D-Design zu durchlaufen. Doch entstehen derzeit immer mehr Akademien und Designschulen, die diese Ausbildung anbieten. 3-D-Design ist eng verwoben mit der Fachrichtung Gamedesign. Gamedesignerinnen und -designer entwickeln die Konzepte und Spielideen. Anschließend erweckt sie eine 3-D-Designerin oder ein 3-D-Designer zu visuellem Leben. Zurzeit wird die zwei- bis dreijährige Ausbildung hauptsächlich in großen Medienstädten wie Köln, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Stuttgart angeboten.

5. Sattler/in

Eine Sattlerin arbeitet in ihrer Werkstatt. (Foto: dpa Bildfunk, Karl-Josef Hildenbrand)
Karl-Josef Hildenbrand

Einen Sattel braucht man nicht nur auf dem Pferd. Auch im Auto, auf dem Boot und in Flugzeugen kommen Sattel zum Einsatz. Hergestellt werden sie von sogenannten Sattlerinnen und Sattlern. Diese haben eine dreijährige Ausbildung mit einem Schwerpunkt durchlaufen: Reitsportsattlerei, Feintäschnerei oder Fahrzeugsattlerei.

Bei der Reitsportsattlerei lernen Auszubildende, wie man Trensen, Geschirre und natürlich Sättel für Pferde herstellt. Die Feintäschnerei beschäftigt sich mit hochwertigen Taschen, Koffern und Mappen. Und die Fahrzeugsattlerei bedient alle möglichen Fahrzeugtypen. Sattlerinnen und Sattler arbeiten mit Schere, Nähzeug und Schablone und fertigen oft Maßarbeiten an, oder restaurieren alte Polster. Im Februar verzeichnete die Arbeitsagentur in dieser Fachrichtung fünf Bewerberinnen und Bewerber und insgesamt sechs Ausbildungsstellen.

6. Fachkraft für Speiseeis

Eine Fachkraft für Speiseeis bei der Arbeit. (Foto: dpa Bildfunk, Monika Skolimowska)
Monika Skolimowska

Was viele nicht wissen: Die Fachkraft für Speiseeis ist eine von rund 120 anerkannten Ausbildungsberufen im deutschen Handwerk. Während der dreijährigen dualen Ausbildung lernt man nicht nur die Herstellung von Speiseeis. Vermittelt werden auch Fähigkeiten, um einen Betrieb selbstständig leiten zu können und in Eisdielen den Überblick zu behalten. Im Winter besuchen Auszubildende die Berufsschule. Im Februar 2022 waren in Rheinland-Pfalz fünf Ausbildungsstellen in der Milchproduktherstellung gemeldet.

7. Edelsteinschleifer/in

Ein Edelsteinschleifer bei der Arbeit. (Foto: dpa Bildfunk, Juan Manuel Badillo)
Juan Manuel Badillo

Mit der Edelsteinstadt Idar-Oberstein hat das Berufsbild der Edelsteinschleiferinnen und -schleifer in Rheinland-Pfalz Tradition. Auszubildende lernen, Edelsteine zu Schmuckstücken und Schmucksteinen oder zu Gebrauchssteinen für technische Geräte zu verarbeiten, beispielsweise in der Medizin. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual in einem Betrieb und der Berufsschule statt. Vier verschiedene Schwerpunkte kann man während der Ausbildung wählen: Edelsteingravieren, Edelsteinschleifen, Industriediamantschleifen oder Schmuckdiamantschleifen. Auf 43 Ausbildungsstellen gab es im Februar 30 Bewerberinnen und Bewerber.

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