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Landau hatte es am 13. August 2019 vorgemacht. Nach der Ausrufung des Klimanotstands ziehen vier Kommunen eine positive Zwischenbilanz ihrer Bemühungen um mehr Klimaschutz.

Damit der Ausrufung des "Klimanotstands" auch Taten folgen, haben rheinland-pfälzische Städte in den vergangenen Monaten konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz in Angriff genommen: mehr Schatten, mehr Stadtgrün, mehr Radverkehr. Am 13. August 2019 hatte Landau als erste Kommune des Landes den "Klimanotstand" erklärt. Später folgten unter anderem die Städte Mainz, Koblenz und Trier. Diese melden erste Erfolge bei der Umsetzung ihrer Projekte, machen aber auch klar, dass der Wandel hin zu einer klimafreundlicheren Stadt eine Langzeitaufgabe ist.

Landau legt den Fokus auf die Innenstadt

Im Mittelpunkt der Bemühungen stehen die Bereiche Verkehr und Wohnen. So ordnet Landau den Verkehr in der Innenstadt neu, gibt eine Straße in beiden Richtungen für den Radverkehr frei und sperrt weitere Straßen für den motorisierten Durchgangsverkehr. In den nächsten Tagen soll zudem ein gratis Shuttle-Bus mehrere Parkplätze mit dem Zentrum verbinden, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

"Dann arbeiten wir aktuell auf den 'Landau Takt 2022' hin, also ein modernes Stadtbussystem mit mindestens 20-minütiger-Taktung im gesamten Stadtgebiet", heißt es weiter aus dem Rathaus. Längerfristige Pläne beinhalten zudem 18 Fahrradstraßen, zwei Brücken, ein Kreisel, eine Unterführung, diverse Abstellanlagen und ein Lastenfahrrad-Förderprogramm. Diese Vorgaben hängen aber teils davon ab, ob der Bund Fördermittel zur Verfügung stellt. In Mainz und Koblenz wird beispielsweise die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ausgebaut. In Trier sollen in diesem Jahr rund drei Kilometer Radwege im Stadtgebiet dazukommen.

Auch Projekte zum Thema Wohnen und Bauen geplant

Der zweite Schwerpunkt der vier "Notstands"-Kommunen liegt im Wohnen und Bauen der Städte und auch hier ähneln sich einige Projekte. So fordert Mainz bei Neubauten die Verwendung von Recyclingbeton und hat eine Solarinitiative für Wohngebäude gestartet. Trier aktualisiert sein Solardachkataster, das jedem Hausbesitzer dabei hilft, herauszufinden, ob sein Dach für die Gewinnung von Sonnenenergie geeignet ist.

Recht konkret sind die Vorhaben in diesem Bereich in der Vorreiterkommune Landau. "Bei unserem großen Neubaugebiet im Südwesten der Stadt bauen wir dichter und höher als ursprünglich geplant, um die Flächenversiegelung möglichst gering zu halten", erklärt die Stadtverwaltung. "Dazu wird aktuell bei den Neubaugebieten in den Stadtdörfern über die Themen Begrünung, Flachdächer und Starkregen diskutiert."

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Nachhaltige Energien für zukunftsorientierten Klimaschutz

"Auch unser Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb tut viel in Sachen Klimaschutz und hat sich zum Beispiel auf den Weg zu einer klimaneutralen Kläranlage gemacht", erklärt Landau. Einen Schritt weiter ist da bereits Trier: Dort erzeugen die Stadtwerke im Hauptklärwerk so viel Energie, dass sie ein benachbartes Rechenzentrum CO2-neutral versorgen können.

In Landau soll das neue Klimaanpassungskonzept nach der Sommerpause an die zuständigen Gremien weitergeleitet werden. "Das ist tatsächlich sehr spannend, weil es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Stadtgesellschaft abzumildern - und das durch ganz unterschiedliche Maßnahmen: von mehr Stadtgrün über schattige Sitzplätze gerade für ältere Fußgängerinnen und Fußgänger bis zu Themen wie Fassaden - beziehungsweise Dachbegrünung", erklärt die Stadtverwaltung.

Die Corona-Krise hat das Städtequartett auf dem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit zwar behindert, aber nicht völlig ausgebremst. So wird in Koblenz der Ausbau einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung, der eigentlich schon abgeschlossen sein sollte, laut Stadtverwaltung erst im Dezember fertig. Landau berichtet von Schwierigkeiten bei der Veranstaltungsplanung oder der Bürgerbeteiligung. In Trier mussten Sitzungen abgesagt werden, die direkte Kommunikation in Netzwerken war eingeschränkt.

Positive Unterstützung in der Thematik

Allen Schwierigkeiten zum Trotz sehen sich die Kommunen aber auf einem guten Weg, ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten - nicht zuletzt auch wegen der Ausrufung des "Notstands". Dieser Schritt habe nochmals "frischen Wind" in die damit verbundenen Themen gebracht, neue Kooperationen, Ideen und Förderer zusammengebracht und ermöglicht, erklärt die Stadt Trier. Die Wertschätzung des Themas und die Unterstützung bisheriger und neuer Aktionen bei der Anpassung an den Klimawandel würden von den Beteiligten größtenteils positiv wahrgenommen und unterstützt.

Mainz und Landau verweisen darauf, dass viele Maßnahmen bereits vor der Ausrufung des Klimanotstands angedacht oder sogar schon begonnen worden seien. "Jetzt greift aber alles ineinander und wir sind, glauben wir, auf einem guten Weg", heißt es in Landau.

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