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Bei den Corona-Schutzimpfungen in Rheinland-Pfalz soll ab Rosenmontag auch das Mittel von Astrazeneca verwendet werden. Es ist das dritte Präparat, dass in der EU zugelassen wurde.

Der Impfstoff von Astrazeneca ist schon da. Am vergangenen Montag seien bereits 16.800 Dosen nach Rheinland-Pfalz geliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Weitere Lieferungen von Astrazeneca seien für diesen und nächsten Monat angekündigt. Am kommenden Montag, den 15. Februar, sollen die Impfungen damit im Land starten.

Mitarbeiter aus Gesundheitsberufen werden geimpft

Zunächst bekommen etwa 22.000 Menschen der Gruppe der höchsten Priorität das Präparat des schwedisch-britischen Herstellers. Dazu zählen etwa Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Altenheimen oder Intensivstationen. Noch in diesem Monat sollen auch etwa 10.000 weitere Krankenhaus-Mitarbeiter ein Impfangebot bekommen.

Astrazeneca nicht für Ältere

Für die Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin kommen in Deutschland vorerst nur Menschen zwischen 18 und 64 infrage, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. Deshalb wird der Impfstoff in Rheinland-Pfalz auch erst eine Woche nach seiner Lieferung verabreicht. Die 22.000 Impfkandidaten mussten laut Gesundheitsministerium erst angeschrieben werden.

Kritik wegen unklarer Wirksamkeit

Mitarbeiter eines Krankenhausverbundes kritisieren die Verwendung des Wirkstoff von Astrazeneca. Grund sind Studien, wonach der Impfstoff weniger wirksam sein soll, vor allem gegen bestimmte Mutationen des Corona-Virus. Ein Sprecher des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums sagte dem SWR, die Impfung sei freiwillig. Betroffene könnten die Impfung mit Astrazeneca ablehnen. Sie müssten dann aber warten, bis genügend Impfstoff von anderen Herstellern vorhanden sei.

Astrazeneca-Impfstoff: "Hochwirksamer Schutz"

Einen "hochwirksamen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen" attestierte hingegen der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, Fred Zepp, dem Impfstoff. Der Mediziner ist auch Mitglied der Ständigen Impfkommission. Der Imfpstoff sei nach sorgfältiger Prüfung zugelassen worden und werde auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen.

Die Mitglieder der "Steuerungsgruppe Impfen" begrüßten, dass der Impfstoff von Astrazeneca indirekt auch den Älteren zu Gute komme. Zu dem Verband gehören neben dem Gesundheitsministerium unter anderem auch die Landesärztekammer, die Landespflegekammer und das DRK. Die Verwendung von Astrazenecea führe dazu, dass mehr Biontech-Impfstoff an die hochgefährdete Gruppe der Über-80-Jährigen verimpft werden könne. "Besonders für diese Gruppe kann jede Impfung lebensverlängernd sein", so der Leiter der Steuerungsgruppe, Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD).

Astrazeneca will eng mit der Firma IDT Biologica in Dessau zusammenarbeiten, um die Herstellung seines Impfstoffes zu beschleunigen. Beide Unternehmen hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet, teilte Astrazeneca am Mittwoch mit. In Dessau in Sachsen-Anhalt sollen zusätzliche Produktionsanlagen entstehen.

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