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Im Kampf gegen das Coronavirus wird das Alltagsleben massiv eingeschränkt. Diese "Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen" haben Bund und Länder beschlossen. Die Bundesländer müssen sie nun umsetzen, Rheinland-Pfalz hat das bereits getan, Baden-Württemberg setzt bereits weite Teile davon um.

Das öffentliche Leben wird wegen des Coronavirus immer weiter heruntergefahren. Bund und Länder haben sich auf einige Leitlinien geeinigt, mit denen der Verbreitung des Virus entgegen gewirkt werden soll.

Die Einschränkungen im Einzelnen:

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Dies seien Maßnahmen, wie es sie noch nie in Deutschland gegeben habe, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Pressekonferenz. Es gehe vor allem darum, soziale Kontakte zu verringern, aber die wichtigsten Systeme am Laufen zu halten. Zur Dauer der Schutzvorkehrungen sagte Merkel:

"Wir kommen desto schneller durch diese Phase hindurch, je mehr sich jeder Einzelne an diese Auflagen hält."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
Dauer

Wie das öffentliche Leben beeinflusst wird:

Einzelhandel: Ausdrücklich nicht geschlossen werden eine Reihe von Geschäften: der Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseure, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

Für diese Bereiche sollen sogar Sonntags-Verkaufsverbote bis auf weiteres ausgesetzt werden. Allerdings sollen Auflagen zur Hygiene und zum Vermeiden von Warteschlangen erfüllen. Andere Geschäfte, auch Outlet-Center, müssen schließen.

Gesundheitswesen: Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen sollen unter Beachtung höherer Hygiene-Anforderungen geöffnet bleiben.

Freizeit: Schließen müssen Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen. Ebenso Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen. Dies gilt auch für Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks, Anbieter von "Freizeitaktivitäten" drinnen und draußen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Prostitutionsstätten und Bordelle.

Sport/Kinder: Der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen ist laut dem Beschluss für den Publikumsverkehr zu schließen - ebenso gilt dies für Spielplätze.

Bildung/Reisen: Verboten werden sollen Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen. Außerdem Angebote in Volkshochschulen, Musikschulen und anderen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen. Verboten werden außerdem Reisebusreisen.

Handwerker: Dienstleister und Handwerker sollen ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen können.

Gottesdienste: Nicht mehr möglich sind Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und bei anderen Glaubensgemeinschaften.

Besuchsbeschränkungen: Sie sollen für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehaeinrichtungen sowie Pflegeheime kommen. Diese können zum Beispiel Besuch einmal am Tag für eine Stunde zulassen, aber nicht von Kindern unter 16 Jahren und nicht von Besuchern mit Atemwegsinfektionen.

Generell soll es dort und auch in noch offenen Universitäten, Schulen und Kindergärten ein generelles "Betretungsverbot" für Menschen geben, die in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten im Ausland oder besonders betroffenen Regionen im Inland waren.

Gastgewerbe: Restaurants und Speisegaststätten sollen frühestens ab 6:00 Uhr öffnen dürfen und müssen spätestens um 18:00 Uhr schließen. Mensen, Restaurants, Speisegaststätten und Hotels sollen das Risiko einer Virus-Verbreitung minimieren - etwa durch Abstandsregeln für Tische, Begrenzungen der Besucherzahl oder Hygienemaßnahmen. Übernachtungsangebote im Inland sollen nur noch zu "notwendigen" und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können.

Reisen: Bundeskanzlerin Merkel hat dazu aufgerufen, vorläufig nicht mehr in den Urlaub zu fahren, weder ins In- noch ins Ausland. Die EU-Kommission hat zudem beschlossen, dass alle "nicht notwendigen" Einreisen für 30 Tage ausgesetzt werden sollen. Der Warentransport auch über Grenzen hinweg soll aber gesichert und sogar beschleunigt werden. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten müssen dem noch zustimmen.

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