Drei Personen sitzen im Wartebereich der Bundesagentur für Arbeit hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Agentur (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Larissa Schwedes/dpa)

Trotz Corona

Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz geht weiter zurück

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Im August ist die Arbeitslosenzahl in Rheinland-Pfalz leicht gesunken. Zudem hat die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr merklich zugenommen.

Auch wurden mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt als zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020. Zudem sind die Anzeigen für Kurzarbeit gesunken. Wie die Agentur für Arbeit am Dienstag bekannt gab, hielt die positive Entwicklung damit den sechsten Monat in Folge an.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im August rund 110.400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 700 oder 0,6 Prozent weniger als im Juli. Gegenüber August 2020 verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 19.200 oder 14,8 Prozent. Im August 2019 und somit vor der Pandemie waren 99.600 Arbeitslose registriert, 10.800 Personen weniger als in diesem Monat.

Deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahresmonat

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen - betrug im August 4,9 Prozent. Vor einem Monat lag sie ebenfalls bei diesem Wert. Im August 2020 betrug die Arbeitslosenquote 5,7 Prozent.

"Im August war die Arbeitslosigkeit den sechsten Monat in Folge gesunken. Bei den jüngeren Menschen wurden allerdings mehr Arbeitslose gezählt. Auf den ersten Blick ist diese Entwicklung überraschend. Zum Teil hatten die jungen Frauen und Männer ihre Ausbildung abgeschlossen und melden sich vorübergehend arbeitslos, da sie vom Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurden. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass diese jungen Menschen nur kurzzeitig arbeitslos sind. Der Stellenmarkt hat sich in den letzten Wochen positiv entwickelt."
Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit

Bewegung am Arbeitsmarkt

Im August meldeten sich 9.000 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 1.100 oder 14,3 Prozent mehr als im Juli. Gegenüber dem Vorjahresmonat war ein Rückgang von 200 oder 1,8 Prozent zu verzeichnen.

Auf der anderen Seite haben 8.200 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet, 600 oder 7,1 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Im Vergleich zu August 2020 gelang es 100 Menschen oder 1,8 Prozent weniger eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.

Viele offene Stellen

Im August waren 40.900 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das waren 1.400 Stellen oder 3,6 Prozent mehr als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahr sei der Anstieg beachtlich: 11.500 Stellen oder 39,3 Prozent mehr wurden gezählt. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (10.010), im Handel (4.700), im Verarbeitenden Gewerbe (4.410), im Gesundheits- und Sozialwesen (4. 090) und im Baugewerbe (3. 430) registriert, so die Arbeitsagentur.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt ebenfalls zu

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juni 2021 – das ist der aktuellste Datenstand – bei 1.453 200 Beschäftigten. Das waren 1,7 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Deutschlandweit gab es hier ein Plus von 1,4 Prozent.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten vor allem das Gesundheitswesen (plus 3 600 auf 123.600), das Baugewerbe (plus 3.400 auf 97.500) und die Zeitarbeit (plus 5. 200 auf 31.700).

Rückläufig war die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe (minus 3.300 auf 314.000), im Gastgewerbe (minus 1.400 auf 42.200) sowie bei den sonstigen Dienstleistungen (minus 1.100 auf 51.400).

Zwei Männer auf dem Weg zur Argentur für Arbeit (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Arne Dedert)
picture alliance/dpa | Arne Dedert

Weniger Kurzarbeit in Rheinland-Pfalz

Im August ist die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit gesunken. 300 Anzeigen sind bei den Agenturen für Arbeit eingegangen. Diese Anzeigen bezogen sich auf 4.400 Beschäftigte. Im Juli waren es noch 400 Anzeigen für 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Mai 2021 rund 14.300 Unternehmen für zirka 83.500 Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

Ausbildungsmarkt im August rückläufig

Gegenläufig ist die Entwicklung dagegen noch am Ausbildungsmarkt. Seit Oktober 2020 wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in gemeinsamer Trägerschaft 24.200 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies waren 1.000 oder 4,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 21.100 Jugendliche haben die Arbeitsagenturen oder Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 2. 400 oder 10,3 Prozent weniger als im Vorjahr.

Derzeit suchen noch 4.200 junge Frauen und Männer nach einem Ausbildungsplatz. 7. 200 unbesetzte Ausbildungsstellen konnten besetzt werden.

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