Erholung nach Corona-Lockdown

Weniger Arbeitslose in Rheinland-Pfalz

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Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist auch im Juni weiter zurückgegangen. Besonders im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl zurück.

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Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vom Mittwoch waren im Juni rund 113.200 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 2.900 Personen oder 2,5 Prozent weniger als im Mai und 13.300 Menschen oder 10,5 Prozent weniger als im Juni 2020.

Vergleich zum Juni 2019 fällt schlecht aus

Im Juni 2019 und damit vor der Corona-Pandemie wurden 96.200 Arbeitslose gezählt, das waren 17.000 Personen weniger als in diesem Monat.

Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 5,0 Prozent. Vor einem Monat lag sie bei 5,2 Prozent und vor einem Jahr bei 5,6 Prozent. Stichtag für die Erhebung der neuen Zahlen war der 14. Juni.

Unternehmen suchen Beschäftigte

"Wir sind auf einem guten Weg, die durch Corona aufgebaute Arbeitslosigkeit zu reduzieren", sagte Heidrun Schulz, Chefin der zuständigen Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei deutlich stärker als sonst in einem Juni. "Aber noch sind wir nicht auf dem Niveau von vor der Pandemie angekommen."

Gestützt wird die Zuversicht auf eine weiter positive Entwicklung des Arbeitsmarkts auch durch die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften. So meldeten die Betriebe im Juni 8.000 offene Arbeitsstellen. Gegenüber Mai war dies ein Anstieg von 7,2 Prozent, gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 51,4 Prozent. Insgesamt waren 36.700 offene Stellen gemeldet, 8.800 oder 31,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Weniger Kurzarbeit

Die Anzeigen für Kurzarbeit gehen weiter kontinuierlich zurück und liegen im Juni bei 200 Betrieben mit insgesamt 2.300 Beschäftigten. Im Januar waren es noch 4.100 Betriebe. Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung - zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die Folgemonate.

Schwieriger Ausbildungsmarkt

Seit vergangenem September wurden den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 1.000 weniger Ausbildungsplätze gemeldet. Insgesamt waren es 22.900. Die Chefin der Regionaldirektion, Schulz, schätzt die Situation am Ausbildungsmarkt als schwierig ein. Sie verweist auf den Rückgang sowohl bei den gemeldeten Ausbildungsplätzen als auch bei der Zahl der jungen Leute, die ihre Suche bei Agenturen oder Jobcentern angezeigt haben. Wegen der Corona-Pandemie und der langen Beeinträchtigungen von weiten Teilen des öffentlichen und privaten Lebens herrsche eine "extrem hohe Verunsicherung auf beiden Seiten", sagte sie.

Junge Leute wegen Homescooling verunsichert

Bei den jungen Menschen gebe es im Übergang von Schule zu Beruf große Berührungsängste. Viele hätten lange Zeit keinen Präsenzunterricht gehabt, was zu einer allgemeinen Verunsicherung führe, und auch keine Gelegenheit zu einem Schnupperpraktikum in einem Betrieb. In der so entstandenen Unsicherheit entschieden sich Schülerinnen und Schüler mitunter dafür, lieber noch ein weiteres Jahr in die Schule zu gehen als eine Ausbildung aufzunehmen.

Auf der anderen Seite gebe es beispielsweise im Friseurhandwerk, bei körpernahen Dienstleistungen und auch in der Hotel- und Gaststättenbranche Zurückhaltung der Arbeitgeber. Das habe teils mit gesundheitlichen Gründen und teils mit der unsicheren wirtschaftlichen Situation von Betrieben zu tun, erklärte Schulz. Die Chefin der Regionaldirektion zeigte sich aber sicher, dass sich am Ausbildungsmarkt in den nächsten Wochen und Monaten noch "extrem viel tun wird".

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